Der Verein ist nach dem 1. FC Köln der zweitgrößte Verein der Stadt. Zum Jubiläum ist eine Wanderung mit 111 Etappen bis nach Tirol geplant.
Kreuzblumenstück wandert nach TirolKölner Alpenverein feiert 150. Bestehen mit Alphornbläsern im Dom

Alphornbläser begleiteten die Andacht im Kölner Dom zum 150-jährigen Bestehen des Kölner Alpenvereins.
Copyright: Alexander Schwaiger
Ungewöhnliche Töne haben am Donnerstagmittag durch den Kölner Dom gehallt. Fünf Alphornbläser, die sich im Chorumgang aufgestellt hatten, begleiteten mit Chorälen die Andacht, die Domdechant Robert Kleine in der Marienkapelle hielt. Anlass war der 150. Jahrestag der Gründung des Kölner Alpenvereins, der mit mehr als 26.000 Mitgliedern der zweitgrößte Verein der Stadt ist, nach dem 1. FC Köln.
Rund 800 Veranstaltungen, ob für Familien, Senioren oder andere Gruppen, seien im Angebot, sagte Kalle Kubatschka, seit 2004 Vorsitzender des Vereins. Die Mitgliederzahl habe in den zurückliegenden 15 Jahren kontinuierlich zugenommen. Grund sei das verbreitete Bedürfnis, in Gemeinschaft unterwegs zu sein. Wanderführer Dirk Jantsch bringt es so auf den Punkt: „Gespräche sind genauso schön wie Landschaften.“
Der Kölner Alpenverein stellt die Sektion Rheinland-Köln e. V. des übergeordneten Deutschen Alpenvereins dar. Das ganze Jahr über sind seine Mitglieder in den Alpen und Mittelgebirgen unterwegs und betreiben diverse Arten von Bergsport, „von gemütlich über sportlich ambitioniert bis extrem“, heißt es in der Eigenbeschreibung.
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Der Verein gibt sich offen und tolerant: „Wir heißen nicht Deutscher Alpenverein, weil wir der Alpenverein für Deutsche sind. Wir heißen so, weil wir ein Verein in Deutschland sind. Deutschland ist bunt und vielfältig – und das ist gut so!“. Der Verein bietet ein umfangreiches Touren- und Wanderprogramm, Ausbildungskurse sowie Vergünstigungen auf über 2000 Hütten in den Alpen und in den Kletter- und Boulderhallen der Region.

Dombaumeister Peter Füssenich (re.) übergibt eine Krabbe an Kalle Kubatschka, Vorsitzender des Kölner Alpenvereins.
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Robert Kleine erinnerte daran, dass Berge in der Bibel als Orte der Gottesnähe, der Offenbarung und wichtiger Entscheidungen eine große Rolle spielen. Speziell im Leben Jesu hätten sie eine tiefe symbolische und theologische Bedeutung, von der Bergpredigt über das Gebet auf dem Ölberg kurz vor seiner Gefangennahme bis zum Missionsbefehl, den er nach der Auferstehung den Jüngern auf einem nicht näher bestimmten Berg in Galiläa erteilt haben soll.
Jubiläumswanderung mit 111 Etappen
Nach der Andacht kamen die Alphornbläser noch einmal zum Einsatz, diesmal am Petrusbrunnen an der Südseite des Doms. Dort überreichte Dombaumeister Peter Füssenich dem Vereinsvorsitzenden eine Krabbe. Dies ist ein kleines florales Ornament aus Obernkirchener Sandstein, das von einer im Zuge der Domvollendung geschaffenen Kreuzblume des Nordturms stammt. Der Stein dient gleichsam als Staffelstab und wird bei der langen, auf 111 Etappen aufgeteilten Jubiläumswanderung mit wechselnden Teilnehmern und Teilnehmerinnen von einem zum nächsten Gruppenleiter weitergegeben.
Am Donnerstag machten sich etwa 60 Vereinsmitglieder vom Dom auf zum Klettenbergpark. Von dort geht es zunächst weiter auf dem Römerkanal- und Jakobsweg bis nach Bonn. Endziel ist das „Kölner Haus“ des Vereins, das auf einer Höhe von 1965 Metern oberhalb der Gemeinde Serfaus in Tirol liegt. Im Sommer dient es vielen Bergsportlern als Basis zum Wandern und Bergsteigen, im Winter ist das „Kölner Haus“ Ausgangspunkt zum Skilaufen. Geplant ist, dass die letzte Tourengruppe der Kölner Staffel Ende August dort eintrifft. Neben den Wandersleuten machen sich zwei weitere Gruppen auf den etwa 800 Kilometer langen Weg von Köln nach Serfaus, allerdings mit dem Fahrrad. Sind alle angekommen, ob zu Fuß oder mit dem Rad, wird ein großes Jubiläumsfest gefeiert.
Auch mit anderen Veranstaltungen begeht der Kölner Alpenverein sein 150-jähriges Bestehen. Dazu zählt eine Ausstellung zu seiner Geschichte, die vom 17. April bis zum 2. Mai im Rheincenter in Weiden zu sehen ist. Am 25. April heißt es in den Sartory-Sälen „Music meets Mountains“: Während auf einer großen Leinwand eine Reise durch die Welt der Berge gezeigt wird, spielt das Erste Kölner Akkordeon-Orchester. Beginn ist um 19.30 Uhr.

