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Olympischer MomentEine Maske zum Fürchten

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Mit dieser selbst gebauten Schutzmaske spielte Eishockey-Torhüter Dieter Horky, Urgestein der Kölner Haie, Ende der 60er Jahre.

Mit dieser selbst gebauten Schutzmaske spielte Eishockey-Torhüter Dieter Horky, Urgestein der Kölner Haie, Ende der 60er Jahre. 

Eishockey-Torhüter Dieter Horky, Urgestein der Kölner Haie, ging Ende der 60er Jahre mit einer selbst gebauten Maske aufs Eis.

Die Maske sieht gruselig aus, zum Fürchten. Sie könnte gut dem Bösewicht in einem Horrorfilm gehören. Tatsächlich trug sie aber der Kölner Eishockey-Torhüter Dieter Horky Ende der 60er Jahre. Im Kunststoff sind deutlich einige Einschläge zu sehen, an verschiedenen Stellen ist die Kunststoffmaske geflickt worden. 

„Eishockey-Torleute spielten in den 60er Jahren häufig noch ohne Gesichtsmaske“, heißt es zu dem Ausstellungsstück auf einer Infotafel im Sport & Olympia Museum in Köln: „Und manche trugen die Schmisse geradezu als Auszeichnung stolz im Antlitz.“

Dieter Horky, der vor drei Jahren im Alter von 79 Jahren gestorben ist, gilt als Urgestein der Kölner Haie. Er spielte in den 1960er und 1970er Jahren als Torwart für den Kölner EK in der Oberliga, der damals zweithöchsten Spielklasse im Eishockey. Als 1972 der KEC gegründet wurde, gehörte er zum Team der ersten Stunde. Er spielte ein Jahr für den KEC bis zu dessen Aufstieg in die Bundesliga. Seine Karriere als Eishockeyspieler beendete Horky 1974 beim Herner EV.  

Von Dieter Horky stammt der „Urhai“, das namensgebende Logo der Kölner Haie

Neben seiner sportlichen Karriere hatte Horky an den Kölner Werkschulen Bildende Kunst studiert und war anschließend als bildender Künstler, Maler und Designer tätig. Von ihm stammt das erste Logo des KEC, der sogenannte „Urhai“, der dem Klub seinen Spitznamen verschaffte. Dieser ziert immer wieder verschiedene Trikots der Kölner Haie. 

Die beiden Eishockeymasken im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln.

Die beiden Eishockeymasken im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln.

Direkt neben Horkys „Horror“-Maske ist im Museum in Köln eine Weiterentwicklung ausgestellt. Der Helm, der wie das Maul eines Hais gestaltet ist, stammt von 1996 und gehörte einer anderen Kölner Eishockey-Kultfigur: Joseph „Peppi“ Heiß. Die Spezialanfertigung aus Carbon mit einem Schutzgitter aus Stahl sieht schon deutlich professioneller hergestellt aus als das Modell aus den 1960er Jahren.  

Auf der zugehörigen Infotafel heißt es: „Als erster Helm der Eishockey-Bundesliga wurde er mit Airbrush-Technik verziert.“ So bekam er den Hai-Look – und wirkt damit auf andere Art gruselig als das Ur-Modell von Horky. Deutliche Gebrauchsspuren sind auch auf dem Helm aus den 90ern zu sehen. Dazu heißt es aber: „Die Abplatzungen stammen nicht von Eishockey-Pucks, sondern von den Kölner Mannschaftskollegen, die sich nach jedem Spiel bei ihrem Torwart mit ‚liebevollen‘ Kopfstößen bedankten.“

Der Garmisch-Partenkirchener Heiß war 1988 von der Düsseldorfer EG zu den Kölner Haien gekommen, mit denen er 1995 Deutscher Meister wurde und bei denen er bis zu seinem Karriereende 2001 blieb. Ihm zu Ehren wird die Startnummer 1 in Köln nicht mehr vergeben. Insgesamt absolvierte Heiß 972 Erstligaspiele – 560 für die Haie – und 140 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft, mit der er an neun Weltmeisterschaften sowie drei Olympischen Spielen teilnahm.

Anlässlich der Winterspiele Milano Cortina 2026 blicken wir mit der Serie „Olympischer Moment“ in die Historie: 17 Tage lang geht es um Ausstellungsstücke, die im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln in der aktuellen Sonderausstellung „Höher, schneller, kälter!“ zu sehen sind. www.sportmuseum.de