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Vor Köln-DuellHoffenheim-Trainer über Lemperle: „Tut mir persönlich leid“

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Tim Lemperle von der TSG 1899 Hoffenheim im Gespräch mit FC-Torhüter Marvin Schwäbe während des Bundesliga-Spiels in Sinsheim.

Während der Bundesliga-Partie in Sinsheim unterhalten sich FC-Torhüter Marvin Schwäbe und Tim Lemperle von Hoffenheim. Das Hinspiel konnte der FC mit 1:0 für sich entscheiden.

Tim Lemperles Rückkehr zum 1. FC Köln fällt aus. Die Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft nach dem Vorfall im Mai dauern an.

Es steht nun fest: Für das Spiel am 23. Bundesliga-Spieltag gegen den 1. FC Köln (Samstag, 15.30 Uhr) wird Tim Lemperle auf der Ausfallliste der TSG Hoffenheim stehen.

Christian Ilzer, der Trainer der TSG, schloss am Freitag (20. Februar) eine Rückkehr seines wichtigen Stürmers nach Müngersdorf aus.

TSG-Trainer über Tim Lemperle: „Kommt noch zu früh“

Ilzer sagte deutlich: „Für Tim Lemperle tut es mir persönlich leid. Es sind viele Emotionen verbunden und ein Ort, an den er sehr schöne Erinnerungen hat. Er hätte unglaublich gerne gespielt, aber das kommt noch zu früh.“

Der 24-Jährige verpasst somit die bedeutende Partie seiner Mannschaft an seiner früheren Wirkungsstätte. Lemperle befindet sich mit dem Verein aus Sinsheim auf Kurs zur Champions League, wo im engen Rennen um die Königsklasse jeder Punkt wichtig ist.

Lemperle selbst hätte sich nicht nur aus diesem Grund sehr auf seine erste Rückkehr auf den Rasen in Köln gefreut, wie er in einem FC-Interview erklärte: „Es war einfach eine besondere Zeit für mich in Köln. Ich war mit 15, 16 Jahren schon als Zuschauer im Stadion und habe regelmäßig Bundesliga geguckt. Ich verbinde viel mit dem Stadion, habe dort mein erstes Bundesliga-Tor erzielt und bin mit dem FC aufgestiegen. Das sind viele gute Gefühle, die da hochkommen.“

Der ehemalige Kölner stand zuletzt am 31. Januar im Bundesliga-Spiel gegen Union Berlin (3:1) auf dem Feld. In der ersten Halbzeit knickte der Offensiv-Allrounder um und konnte nach der Pause nicht weiterspielen. Seither ist Lemperle für sein Team nicht einsatzbereit.

Am Samstag geht es jedoch auch für den FC um entscheidende Punkte. Mit 23 Zählern belegt Köln lediglich den zwölften Tabellenplatz. Der Abstand zum Relegationsrang beträgt nur vier Punkte. Niederlagen gegen die Spitzenmannschaften Leipzig und Stuttgart mussten zuletzt hingenommen werden.

Mit Hoffenheim steht nun der nächste Hochkaräter bevor. FC-Trainer Lukas Kwasniok bezeichnete das Heimspiel gegen die Überflieger der TSG als eine „absolute Herkulesaufgabe“. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag sagte der Coach, Hoffenheim habe einen „kompletten Turnaround“ sowie einen „imposanten Aufstieg“ vollzogen.

Einen erheblichen Anteil daran hat Tim Lemperle mit seinen sechs Toren und zwei Vorlagen. Der Stürmer muss sich jedoch weiterhin auf sein Comeback gedulden. 

Ermittlungen nach Schlägerei dauern an – Akteneinsicht und Stellungnahme

Lemperle hatte im vergangenen Sommer nach acht Jahren den 1. FC Köln verlassen und war ablösefrei zur TSG Hoffenheim gewechselt. Zuvor hatte er nicht nur eine sportlich herausfordernde Saison erlebt. Im Mai war Lemperle in eine Schlägerei auf einem Partyschiff in Rodenkirchen verwickelt. Stark alkoholisiert erlitt er einen Nasenbruch durch einen tätlichen Angriff. Der Vorfall ereignete sich eine Woche vor dem Duell mit dem 1. FC Kaiserslautern (4:0). Die Kölner Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen den Angreifer ein.

„Im Ermittlungsverfahren ist noch keine Abschlussentscheidung getroffen worden. Die Ermittlungen dauern an“, teilte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit. „Zuletzt ist den Anwälten der Verfahrensbeteiligten nochmals Akteneinsicht gewährt worden verbunden mit der Gelegenheit zur Abgabe einer Stellungnahme“, führte Bremer aus. Lemperle hatte zuletzt Reue gezeigt und offen über das Ereignis gesprochen. „Natürlich zieht man da selbst seine Schlüsse draus. Wenn man ein Aufstiegsspiel hat, das alles entscheidende Spiel, worauf man die ganze Saison hinarbeitet, dann kann man sich vielleicht eine Woche vorher so was sparen. Was mir am Ende des Tages mit am meisten wehgetan hat, war dann, dass ich im letzten Spiel nicht von Anfang an spielen konnte. Das hat ein bisschen an mir genagt, auch noch über die freien Tage im Sommer“, sagte Lemperle „Sport1“. (red, lw)