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Rapider Schwund der letzten Gletscher in DeutschlandWissenschaftler erwarten, dass Deutschland in den 2030er-Jahren ohne Gletscher sein wird

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Wie der Klimawandel Deutschland verändert

Am Nördlichen Schneeferner lag bis in den Juli Altschnee und ließ den Gletscher größer aussehen. (Archivbild)

Ein Flächenverlust von mehr als einem Viertel in nur zwei Jahren: Aktuelle Erhebungen belegen einen drastischen Rückgang der Gletscher in den Alpen.

Anlässlich des Welttags der Gletscher liegen beunruhigende Daten vor. Die vier verbliebenen Gletscher Deutschlands haben laut aktuellen Studien binnen eines Zeitraums von zwei Jahren über 25 Prozent ihrer Eisfläche eingebüßt. Wissenschaftler prognostizieren, dass das Land deshalb voraussichtlich in den 2030er-Jahren komplett gletscherfrei sein wird.

Ein Eisverlust von insgesamt einer Million Kubikmetern wurde festgestellt. Dieses Resultat geht aus einer Messung des Geografen Wilfried Hagg (Hochschule München) und des Glaziologen Christoph Mayer (Bayerische Akademie der Wissenschaften, BAdW) hervor, wie die dpa berichtet. Die Wissenschaftler publizierten ihre Erkenntnisse kurz vor dem Welttag der Gletscher, der am 21. März stattfindet.

Abschmelzgeschwindigkeit der Gletscher nun doppelt so hoch

Der Klimawandel wird als primärer Grund für die Entwicklung angesehen. Die Beschleunigung des Gletscherrückgangs ist auch an der Eisdicke messbar. Diese verringerte sich durchschnittlich um 1,6 Meter jährlich, was eine erhebliche Zunahme gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 bis 2023 darstellt. „Wir sehen, dass die Gletscher inzwischen in einem rasanten Tempo abschmelzen“, äußerte Mayer. „Die Geschwindigkeit des Gletscherschwundes hat sich in den letzten Jahren verdoppelt.“

In den Berchtesgadener Bergen sind der Blaueisgletscher sowie der Watzmanngletscher besonders stark beeinträchtigt. Nach Angaben der Wissenschaftler belief sich der dortige Flächenschwund auf jeweils circa 45 Prozent. Es wird erwartet, dass diese beiden Eisfelder in naher Zukunft ihren Gletscherstatus verlieren könnten.

Einziger Gletscher könnte bis in die 2030er-Jahre bestehen bleiben

Am widerstandsfähigsten zeigte sich, wie bereits in der Vergangenheit, der Höllentalferner im Zugspitzgebiet mit einem Flächenverlust von lediglich neun Prozent. Als Gründe dafür gelten die Nährung durch Lawinen und der Schutz vor intensiver Sonneneinstrahlung durch hohe Felswände. Als letzter Gletscher Deutschlands könnte er seinen Status bis in die 2030er-Jahre behalten. Im Gegensatz dazu ist der Nördliche Schneeferner, gelegen unterhalb der 2.962 Meter hohen Zugspitze, stark von der Klimakrise betroffen. Es wird prognostiziert, dass dieser bis zum Ende des aktuellen Jahrzehnts nicht mehr existieren wird.

Auswirkungen auf den Skitourismus an der Zugspitze

Das Abschmelzen des Gletschers am Nördlichen Schneeferner wirkt sich unmittelbar auf den Skitourismus aus. Der dort errichtete Plattlift, eine Liftanlage, muss vollständig demontiert werden. Mit dem Abbau der Anlage soll am Freitagnachmittag gestartet werden. (red)

Der Südliche Schneeferner hatte schon im Jahr 2022 als erster der ursprünglich fünf bayerischen Gletscher seine Anerkennung als solcher eingebüßt. Die Eismasse bewegte sich nicht mehr talwärts, was ein wesentliches Merkmal für die Klassifizierung als Gletscher darstellt. Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.