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Mord an Prostituierter und Raubüberfall mit SturmgewehrErmittler stellen zwei Kölner Fälle bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“ vor

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Drei bislang unbekannte Tatverdächtige überfielen im Dezember 2021 das Feinkostgeschäft Mare Atlantico.

Drei bislang unbekannte Tatverdächtige überfielen im Dezember 2021 das Feinkostgeschäft Mare Atlantico. 

Bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“ hofft die Polizei auf neue Hinweise zu zwei Fällen: einem bewaffneten Überfall auf ein Feinkostgeschäft und dem Mord an der Prostituierten Bianca B. 

Der Überfall dauerte nur 50 Sekunden, beschäftigt die Kölner Polizei aber inzwischen fast fünf Jahre: Am frühen Abend des 23. Dezember 2021 überfielen drei Männer mit Sturmgewehren das Feinkostgeschäft Mare Atlantico am Kölner Großmarkt. Die Täter gaben mehrere Schüsse in die Luft ab und bedrohten Kunden und Angestellte. Wohl unbeabsichtigt löste sich ein weiterer Schuss, der in eine Tischplatte einschlug und eine Kassiererin nur knapp verfehlte.

Mit 100.000 Euro Beute flüchteten die Täter in einem dunklen VW Golf, in dem vor dem Geschäft ein vierter Beteiligter gewartet hatte. Die Flucht führte über die A4 in Richtung Rheinisch-Bergischer Kreis. Dort fanden Ermittler einige Wochen später in Höhe der Anschlussstelle Moitzfeld auch das Kennzeichen, das an dem Fluchtauto angebracht war und zuvor in Köln-Seeberg gestohlen worden sein soll. 

Mordfall an Prostituierten seit über 30 Jahren ungeklärt

Bereits im Sommer 2022 stellte ein Ermittler den Fall in der TV-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ vor. Entscheidende Hinweise brachte der Auftritt damals nicht. Nun versucht es Kriminaloberkommissar Chris van de Ven erneut.

Drei bislang unbekannte Tatverdächtige überfielen im Dezember 2021 das Feinkostgeschäft Mare Atlantico.

Drei bislang unbekannte Tatverdächtige überfielen im Dezember 2021 das Feinkostgeschäft Mare Atlantico.

Der erste Tatverdächtige soll schlank und etwa 1,80 Meter groß sein. Er trug eine schwarze Jacke mit auffälligem gelbem Reißverschluss sowie eine schwarze Hose mit weißen Streifen. Der zweite Verdächtige wird als athletisch beschrieben und soll etwa 1,95 Meter groß sein. Er war mit einer schwarzen „The North Face“-Jacke und einer khakifarbenen, militärähnlichen Hose bekleidet. Auch der dritte Mann soll athletisch und etwa 1,80 Meter groß gewesen sein. Er trug einen dunklen Mantel und eine dunkle Hose.

Cold-Case-Ermittler Markus Weber stellt außerdem einen bislang ungeklärten Mord an einer Prostituierten vor. Am 4. Juli 1992 wurde die damals 48-jährige Bianca B. leblos in ihrer Wohnung in der Kölner Innenstadt gefunden. Die Frau, die im Milieu unter dem Namen „Yvonne“ bekannt war, arbeitete in einem Apartment über dem Spielclub „Picadilly“ in der Brabanter Straße.

Es wird wohl das letzte Mal sein, dass Cold-Case-Ermittler Markus Weber einen Fall bei Aktenzeichen XY präsentiert.

Es wird wohl das letzte Mal sein, dass Cold-Case-Ermittler Markus Weber einen Fall bei Aktenzeichen XY präsentiert.

Eine Obduktion ergab, dass Bianca B. mindestens einen Tag zuvor getötet worden war. Weil ihre Wohnung durchwühlt war, gehen die Ermittler bis heute von einem Raubmord aus. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei dem Mörder um ihren letzten Kunden handelt“, teilt die Polizei mit.

Das Ermittlerteam hofft nun auf neue Ansätze und bittet Zuschauerinnen und Zuschauer um Hinweise. Die Polizei fragt: Wer hat Bianca B., alias Yvonne, in der Zeit vom 1. bis zum 4. Juli 1992 gesehen? Wer verfügt über Informationen, die der Polizei bislang nicht vorliegen, aber für die Aufklärung des Falls von Bedeutung sein könnten?

Für Cold-Case-Ermittler Markus Weber wird es voraussichtlich der letzte Fall sein, den er in der Sendung vorstellen wird. Nach mehr als 40 Jahren im Dienst, die meisten davon als Mordermittler in Köln, geht er Ende Mai in den Ruhestand.