Die Untersuchung der Mindestbreite von 3,05 Metern soll von der Innenstadt auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden.
Prüfung in KölnIn zu engen Straßen will die Stadt konsequent Parkplätze streichen

Enge Straßen gibt es auch in den Außenbezirken, wie hier in Köln-Lövenich
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Die Stadt Köln hatte im Mai 2025 angekündigt, in der Innenstadt nach und nach insgesamt 450 Parkplätze am Straßenrand zu entfernen, um eine Mindestbreite von 3,05 Metern sicherzustellen – zuletzt strich das Mobilitätsdezernat 72 Parkplätze im Griechenmarktviertel. Doch dabei wird es nicht bleiben: Wie diese Redaktion auf Nachfrage erfuhr, will die Verwaltung die Prüfung der Mindestbreite auf das gesamte Stadtgebiet ausweiten. Auch in den anderen acht Stadtbezirken werden in Zukunft also viele Parkplätze wegfallen.
Stadt Köln sieht hohen Aufwand
„Nachdem die Bewohnerparkgebiete in der Innenstadt auf die Mindestfahrbreite 3,05 Meter geprüft und dementsprechend notwendige Anpassungen vorgenommen worden sind, werden die weiteren Bewohnerparkgebiete in den anderen Stadtbezirken überprüft“, sagte ein Stadtsprecher. Es sei zu erwarten, dass auch dort Anpassungen notwendig sein werden. Konkrete Aussagen ließen sich aber erst nach der Überprüfung treffen.
Wann die Stadt auch in den anderen Bezirken Straßen umbauen wird, um Parkplätze wegzunehmen, ist allerdings noch unklar. „Eine Perspektive, wann welches Bewohnerparkgebiet überprüft wird, kann derzeit nicht seriös ausgesagt werden, da die Charakteristik unterschiedlich und damit mit wechselnden Aufwänden verbunden ist“, sagte der Sprecher.
Die Überprüfung aller Parkbereiche im Stadtgebiet werde einige Zeit beanspruchen. Ausgehend von den Bewohnerparkgebieten will die Stadt Köln sukzessive auch alle anderen Bereiche überprüfen. Bevor dort eine systematische Überprüfung stattfindet, wird laut des Sprechers aktuell nur dann gehandelt, wenn sich jemand konkret beschwert oder es Hinweise von Rettungskräften gibt, die beim Hindurchfahren Schwierigkeiten feststellen.
Enge Straßen in Nippes und Ehrenfeld
Eine Mindestbreite von 3,05 Metern zwischen parkenden Autos ist nicht nur in vielen der Straßen der Innenstadt nicht vorhanden. Auch in dicht besiedelten Stadtteilen wie Nippes, Ehrenfeld, Sülz und Lindenthal gibt es viele enge Straßen. Und selbst in weiter außen liegenden Stadtteilen wird der Mindestabstand nicht überall gehalten, wie zum Beispiel in historischen Ortskernen.
Die Mindestbreite für Straßen von 3,05 Metern setzt sich aus der laut der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung höchstzulässigen Fahrzeugbreite von 2,55 Metern zuzüglich eines Sicherheitsabstands von einem halben Meter zusammen. „Gerade die Feuerwehr ist regelmäßig mit Fahrzeugen im Einsatz, welche die zulässigen Höchstmaße ausreizen“, hieß es im vergangenen Jahr in einer Mitteilung des Mobilitätsdezernats. Als eng gilt eine Straße, wenn der zur Durchfahrt insgesamt freibleibende Raum für ein Fahrzeug höchstzulässiger Breite zuzüglich 50 Zentimeter Sicherheitsabstand bei vorsichtiger Fahrweise nicht ausreichen würde.
Laut der Stadtverwaltung sind Feuerwehr und Ordnungsamt regelmäßig in Stadtteilen mit besonders engen Straßen unterwegs, um zu testen, wie gut sie mit ihren Fahrzeugen hindurchfahren können. Erkenntnisse aus einer solchen Durchfahrt wertet die Verkehrsüberwachung aus, woraus auch Änderungen an Beschilderungen oder Bodenmarkierungen resultieren können.
Auf die Frage, warum der Stadt Köln nicht schon früher aufgefallen ist, dass einige Straßen zu eng sind, verweist die Verwaltung auf den Umstand, dass die Autos in den vergangenen Jahren stetig größer geworden sind. Gemeint sind damit unter anderem SUVs, aber auch andere Fahrzeuge. Zum Vergleich: Ein VW Golf war Ende der 1990er und Anfang der 200er Jahre knapp sechs Zentimeter schmaler als das heutige Modell.
Anwohnerinnen und Anwohner in der Kölner Innenstadt haben sehr unterschiedlich auf den Wegfall der Parkplätze am Straßenrand reagiert. Grundsätzlich zeigten die meisten Verständnis dafür, dass Rettungskräfte problemlos durch die engen Straßen fahren können müssen. Für Unverständnis sorgte allerdings, dass das Mobilitätsdezernat nicht für Ersatz sorgt. Von der Politik seit vielen Jahren geforderte neue Quartiersgaragen in ausreichender Zahl fehlen nach wie vor. Und auch intelligente Systeme für das Management von Parkplätzen wendet die Stadt Köln bislang nur zögerlich an.

