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Nicht nur für AngeberMit diesen Begriffen können Sie im Kölner Karneval mitreden

3 min
So wird richtig gewibbelt: Die Roten Funken mit Marita Köllner auf dem Neumarkt.

So wird richtig gewibbelt: Die Roten Funken mit Marita Köllner auf dem Neumarkt.

Wissen Sie, was „Wibbeln“ ist? Ein „Corps à la Suite“? Oder was „Ajuja“ bedeutet? Keine Sorge, vor der heißen Phase des Karnevals erklären wir 13 Begriffe, so dass Sie mitreden können.

Leev Jecke, die folgenden Erklärungen sind nichts für erfahrene Karnevalisten. Ihr kennt euch aus mit den oft sonderbar klingenden Begrifflichkeiten im Brauchtum. Aber Imis, Nicht-Jecke oder Neu-Kölner, die mitfeiern möchten, aber nicht mitreden können, weil ihnen das nötige Vokabular fehlt, muss geholfen werden. Kölner lassen keinen allein! Und selbst wer meint, mit allen jecken Wassern gewaschen zu sein, kann hier sein Wissen noch mal überprüfen.

Von Ajuja bis Zabel: Wir erklären Begriffe aus dem Kölner Karneval

Ajuja: Während das Alaaf in aller Munde ist, handelt es sich bei „Ajuja“ um einen nicht ganz so geläufigen Ausruf. Auch dieser ist einer der Freude und steht für den Spaß am Feiern. Während Alaaf ein Hochruf auf die Stadt (sinngemäß: „nichts geht über“ oder „über alles hinaus“) darstellt, handelt es sich nach Angaben des Erzbistums bei „Ajuja“ um eine Verballhornung des Lobgesangs „Halleluja“.

Ähzebär: Der Ähzebär, ist der Erbsenbär und seit 1991 Maskottchen des Geisterzugs. Die Figur ist jedoch weitaus älter und wurzelt in germanischen Bräuchen. Als ein in Erbsenstroh gewickelter Bär symbolisiert er den Winter, der am Veilchendienstag vertrieben wird, indem sein Fell verbrannt wird.

Dirk Gemünd ist der Bellejeck der Großen Allgemeinen, hier 2025 mit seinen Adjutanten Peter Schweikert (r.) und Dustin Gemünd (l.)

Dirk Gemünd ist der Bellejeck der Großen Allgemeinen, hier 2025 mit seinen Adjutanten Peter Schweikert (r.) und Dustin Gemünd (l.)

Bellejeck: Dabei handelt es sich um den Hofnarr, der äußerlich Till Eulenspiegel ähnelt. Er trägt ein Kostüm mit Narrenkappe und Glöckchen. Der Bellejeck war fast vergessen, erst in der Session 2008/2009 wurde die Figur von der Großen Allgemeinen Karnevalsgesellschaft von 1900 wiederbelebt.

Corps à la Suite: So nennt man den Zusammenschluss von Förderern und Unterstützern einer Karnevalsgesellschaft. Man könnte es auch als „Gefolge“ der Traditionskorps bezeichnen, das für Kontinuität und finanzielle Stabilität sorgt.

Traditionskorps: Das Festkomitee des Kölner Karneval ist die Gesamtinteressensvertretung von mehr als 140 Kölner Karnevalsgesellschaften. Dabei stechen neun Traditionskorps heraus: Neben den vier Urtraditionskorps Rote Funken, Blaue Funken, Ehrengarde und Prinzen-Garde erhielten 1968 auch die Altstädter sowie 2001 die Nippeser Bürgerwehr, die Bürgergarde blau-gold, die KG Treuer Husar und das Reiter-Korps „Jan von Werth“ diese Ehrenbezeichnung.

Baas: Damit ist ein Vorsitzender, Chef oder Meister gemeint. Der Begriff stammt aus dem Niederländischen. Durch Seemannsleute gelangte das Wort nach Amerika – wo aus dem Baas der Boss wurde

Knabüß: Mit der Knallbüchse ist das Gewehr der Roten Funken gemeint. Sie sind eine Persiflage auf die früheren Stadtsoldaten. Auch deshalb stecken im Gewehrlauf der Knabüß oftmals rot-weiße Blumen.

26.02.2022, Köln: gelb- blaue Bändchen in den Nationalfarben der Ukranie an den Knabbüß genannten Holzgewehren der Roten Funken. Transparant "Jeck noh Fridde" gegen den Krieg Russlands in der Ukraine. Funkenbiwak der Roten Funken am Neumarkt. Foto: Uwe Weiser

Die Knabüß ist das Holzgewehr der Roten Funken. Oft wird sie mit Symbolen versehen, wie 2022 mit gelb-blauen Bändchen in den Nationalfarben der Ukraine.

Senat: Dabei handelt es sich um ein förderndes Gremium innerhalb einer Karnevalsgesellschaft, meist bestehend aus Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft. Sie gelten sozusagen als „Blutspender“.

Literat: Wer jetzt an einen intellektuellen Autors denkt, der in der Literaturszene verkehrt, irrt. Im Karneval ist der Literat der Programmgestalter. Er wählt die Redner, Bands und Tanzgruppen aus.

17.01.2026, Köln: Adenauer auf Erden (Dirk Pütz) mit ehefrau Emma (Christopher Wallraff).Vorpremiere  " Divertissementchen E Lewe för Kölle". im Staatenhaus. Foto:Dirk Borm

Das Divertissementchen wird auch „Zillche“ genannt.

Stippeföttche: Damit ist ein hervorstehendes (hervorstippen) Popöchen – op Kölsch: Föttche – gemeint. Kurzum: Es ist ein Tanz, der aus Spott auf das preußische Militär entstand. Gerade die Roten und Blauen Funken wackeln („wibbeln“) mit den Hinterteilen, während sie ihre Knabüs oder Säbel („Zabel“) präsentieren. Von soldatischemchem Ernst kann da keine Rede sein.

Divertissementchen: Dabei handelt es sich um eine Art kölsches Musical, das alljährlich von der „Cäcilia Wolkenburg“, der Bühnenspielgemeinschaft des Kölner Männer-Gesang-Vereins, aufgeführt wird. Die Vorstellungen finden jeweils während der Karnevalszeit statt. Das Divertissementchen wird gern auch nur „Zillche“ genannt.

Hofburg: So wird der Wohnsitz des Dreigestirns genannt. Jeweils Anfang Januar beziehen Prinz, Bauer und Jungfrau mit ihrer Entourage ihr Hotel. Dabei handelt es sich seit mehreren Jahren um das Dorint am Heumarkt. Zehn Zimmer auf der siebten Etage werden bewohnt. Der Zutritt ist nur für den engsten Kreis der Tollitäten gestattet.

Plagge: Damit ist die Fahne oder Standarte einer Karnevalsgesellschaft gemeint. Stets marschiert der „Plaggenträger“ bei jedem Einmarsch in einen Saal voran. Die Plaggeköpp vun 1998 e.V, ist ein Zusammenschluss und Stammtisch der Träger.