Die Nachfrage nach verkehrsberuhigten Zonen vor Schulen ist groß. Erste Projekte sollen ab dem Schuljahr 2026/2027 umgesetzt werden – doch personelle Engpässe bremsen das Tempo.
„Ein Armutszeugnis“Einrichtung dreier Schulstraßen wird vorbereitet – Umsetzung geht nur schleppend voran

Die Lindenbornstraße in Ehrenfeld entlang der Vincenz-Statz-Grundschule ist seit Herbst 2024 eine Schulstraße (Archiv)
Copyright: Arton Krasniqi
Das Interesse an sogenannten Schulstraßen in Köln ist groß: Insgesamt 88 Schulen stehen aktuell auf einer Vormerkliste der Stadtverwaltung. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Mobilitätsausschuss hervor. Berücksichtigt wurden dabei sowohl politische Beschlüsse als auch Initiativen von Schulen, Eltern und lokalen Gruppen.
Konkrete Fortschritte gibt es bei drei Standorten: In der Lochnerstraße, Kretzerstraße und Horststraße bereitet die Stadt derzeit die Einrichtung von Schulstraßen vor. Wenn alles planmäßig verläuft und die zuständigen Bezirksvertretungen zustimmen, könnten diese Maßnahmen noch im Sommer umgesetzt werden. Parallel dazu werden zehn weitere Schulen im Detail geprüft.
Dauerhafte Sperrung nicht vorgesehen
Schulstraßen sollen vor allem die Sicherheit von Kindern erhöhen, indem der Autoverkehr zu bestimmten Zeiten eingeschränkt wird – etwa zu Schulbeginn und -ende. Eine dauerhafte Sperrung für den motorisierten Verkehr nach dem Vorbild des „Pariser Modells“ ist in Köln bislang jedoch nicht vorgesehen. Laut Verwaltung seien die bisher untersuchten Straßen dafür ungeeignet, da die Erreichbarkeit für Anwohner und Lieferverkehr nicht ausreichend gewährleistet werden könne.
Dass die Umsetzung nur langsam voranschreitet, begründet die Stadt mit begrenzten Ressourcen. Simone Kraus von der Initiative Kidical Mass, die sich für die Sicherheit von Kindern auf dem Schulweg einsetzt, hält das Tempo des Ausbaus dagegen für nicht ausreichend: „Das ist ein Armutszeugnis“, sagt sie kürzlich dieser Redaktion. „Wenn das so weitergeht, sind wir erst in 100 Jahren fertig.“ Andere Städte zeigten, dass es auch schneller gehe. In Paris gebe es etwa bereits 180 Schulstraßen, die 230 Bildungseinrichtungen einbezögen.

