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Retro statt Riesling-RomantikNeue Weinbar eröffnet auf der Friesenstraße in Köln

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Pascal Dünwald in seiner neuen Retro-Weinbar in der Friesenstraße, wo die beiden Kölner Tattoo-Künstler Daniel Zorg und Janna Oz die gesamte Wandgestaltung ausgeführt haben.

Pascal Dünwald in seiner neuen Retro-Weinbar in der Friesenstraße, wo die beiden Kölner Tattoo-Künstler Daniel Zorg und Janna Oz die gesamte Wandgestaltung ausgeführt haben. 

Die neue Weinbar „Friesenvierzig“ von Pascal Dünwald punktet mit Retro-Interieur und zielt auf ein jüngeres Publikum ab.

Beim Gedanken an eine Weinbar hat man schnell eine bestimmte Vorstellung, doch von der muss man sich – egal, wie die aussieht – bei dieser neuen Location lösen. Natürlich soll hier (auch) Wein getrunken werden, aber das ist vielleicht auch das einzige, was das „Friesenvierzig“ mit den Orten gemein hat, wo überwiegend Rebensaft ausgeschenkt wird.

Dünnwald entstammt Kölner Gastronomenfamilie

Pascal (Kalle) Dünwald ist weder Önologe noch Sommelier noch jemand, der in seinem bisherigen Leben bei Winzern ein- und ausgegangen wäre. Aber er entstammt einer Kölner Gastronomenfamilie und erzählt stolz, dass sein Onkel „18 Jahre lang DJ im Klein Köln“ war.

Dünwald wusste schon sehr früh, dass er irgendwann selber ein Unternehmen haben bzw. führen wollte. Er freut sich, dass er eher zufällig eine Location in fast unmittelbarer Nachbarschaft zum Klein Köln, dem Irischen Pub, der Brauerei Päffgen und anderen Kult-Läden auf der Friesenstraße gefunden hat. Nun hofft er, dass sein Konzept einer Retro-Weinbar viel Zuspruch finden wird. Über die Karnevalstage gab es bereits eine kurze Testphase, ob der Laden angenommen wird. Als das klar ersichtlich war, hat Dünwald das Wochenende nach Ostern für die offizielle Eröffnung festgelegt.

Was die Innenausstattung betrifft, ist der neue Betreiber ebenfalls anders vorgegangen, als man es sonst kennt. Hier war kein Innenarchitekt oder Designer involviert; vielmehr hat Dünwald maßgeblich zwei Menschen, die ihre Kunst sonst überwiegend auf Haut hinterlassen, großen Gestaltungsraum gegeben.

Tattoo-Künstler verschönerten die Wände

Der 31-Jährige hat selbst unzählige Körperbilder, und bei einem Termin mit Daniel Zorg und Janna Oz, den beiden Kölner Tätowierern seines Vertrauens, entstand die Idee, dass das sonst gegenüber vom Weißhausschlösschen tätige Paar die komplette Wanddekoration übernimmt. Während Zorg die flächigen Motive gesprüht hat, oblagen Oz die Strichführung und die Feinarbeit bei den Porträts von Amy Winehouse (vom Namen natürlich sehr passend für eine Weinbar), David Bowie oder Kurt Cobain. Selbst die Toilettentüren kommen im Retro-Look daher, mit Motiven aus dem Film „Pulp Fiction“.

Allein aufgrund der graffiti-lastigen Wände kann man davon ausgehen, dass Dünwald eher ein jüngeres Publikum anziehen wird; Leute, die den rechteckigen Gegenstand im Eingangsbereich – eine Musikkassette – vielleicht nur aus Erzählungen kennen und nie selbst Bandsalat produziert haben.

„Sehr trinkig und alltagstauglich“

Auch bei der Formulierung der Weinkarte (zum Beispiel „sehr trinkig und alltagstauglich“) hatte Dünwald wohl weniger den Connaisseur vor Augen als Leute, die eher aus der Cocktail-Ecke kommen oder noch nicht viel Erfahrung mit Wein haben.

Preislich geht es bei 6,50 Euro los für ein 0,15 Glas vom 2024er Chardonnay I Gadi. Die günstigste Flasche liegt bei 21 Euro, die teuerste bei 45 Euro für einen Weißwein (Michael Opitz) aus dem Burgenland. Zu den Weinen, dem Früh-Kölsch (2,50 Euro) oder den Cocktails (Bar-Klassiker um 10 oder 11 Euro) wird es demnächst auch ein bisschen Fingerfood geben: Brot mit Dips, Cracker mit Frischkäse oder eine kleine Käseauswahl.

Friesenvierzig, Friesenstraße 47, Innenstadt. Öffnungszeiten: dienstags bis donnerstags 18-1 Uhr, freitags und samstags 18-3 Uhr, sonntags und montags geschlossen.