Das Motto der Veranstaltung in Deutz lautete „Stoppt den Völkermord an den Kurden“. Die Polizei war mit „starken Einsatzkräften“ vor Ort.
„Viele Kräfte im Einsatz“Tausende Teilnehmer bei Kurden-Demo in Köln-Deutz

Kurden demonstrieren auf der Deutzer Werft.
Copyright: Uwe Weiser
Bei einer prokurdischen Demonstration in Köln haben am Samstag Tausende Menschen gegen den Krieg in Nordsyrien und Gewalt gegen die Zivilbevölkerung demonstriert. Die Demonstranten seien über die Deutzer Rheinbrücke und über innerstädtische Straßen wieder zurück zum Versammlungsort, der Deutzer Werft gezogen, teilte die Polizei mit. Dabei sei es weitgehend friedlich geblieben. Köln war damit am Samstag zentraler Austragungsort der Kurdenproteste in Nordrhein-Westfalen. Für die Einsatzbewältigung waren mehrere Hundertschaften und auch Wasserwerfer im Einsatz.

Kurden demonstrieren auf der Deutzer Werft.
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Die Kölner Polizei hatte vorab angekündigt, bei unfriedlichen Aktionen entschlossen durchzugreifen. Angemeldet waren für die Demonstration rund 10.000 Teilnehmer. Anfang der Woche war es am Rande einer prokurdischen Demo in Dortmund mit etwa 4.000 Teilnehmenden zu Ausschreitungen gekommen. Sieben Polizisten waren verletzt worden.
Eine weitere, für 12 Uhr auf dem Kölner Neumarkt angemeldete Versammlung hatte laut Polizei mit erheblicher Verspätung und deutlich weniger als den 1000 erwarteten Teilnehmenden begonnen.
„Versammlungen zur aktuellen Lage in Syrien haben in anderen Städten gezeigt, dass der hohe Grad der Emotionalisierung schnell in Gewalt umschlagen kann. Auch wenn wir uns auf gewalttätige Aktionen vorbereitet haben, appelliere ich an Teilnehmende und auch an alle Menschen entlang der Aufzugsstrecke, friedlich zu bleiben und jegliche Provokationen zu unterlassen. Bei unfriedlichen Aktionen werden wir früh und entschlossen eingreifen“, erklärte der leitende Polizeidirektor Frank Wißbaum angesichts der Veranstaltungen.

Polizei bei einer Demonstration.
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Hintergrund sind Vorfälle bei einer kurdischen Demonstration am Mittwochabend in der Innenstadt. Dabei kam es nach Polizeiangaben zu mehreren Verstößen, unter anderem durch das Zünden von Pyrotechnik. Insgesamt seien vier Anzeigen gefertigt worden, teilte ein Behördensprecher mit. Insbesondere im Bereich der Mittelstraße habe der Einsatz von Pyrotechnik für Beunruhigung gesorgt und zahlreiche Anrufe bei der Polizei ausgelöst.
„Wir haben viele Kräfte im Einsatz, um die An- und Abreise zu koordinieren und vermeidbare Beeinträchtigungen des Verkehrs für die Bevölkerung, die Geschäftswelt und auch den organisierten Karneval zu verhindern“, so Einsatzleiter Wißbaum. (red/dpa)

