Jecke ziehen beim Südstadtzug „Jan un Griet“ an Weiberfastnacht durch die Straßen. Wir haben alle Infos zum Karnevalszug in Köln im Überblick.
Karneval 2026Alles zum Kölner Südstadtzug „Jan un Griet“ an Weiberfastnacht

Jan und Griet an Weiberfastnacht 2023 (Archivbild)
Copyright: Bernd Schöneck
Schon an Weiberfastnacht, wenn das Rheinland ins geordnete Chaos stürzt, zieht auf der Severinstraße der erste Zug durch die Stadt. Ihm geht ein besonderes Schauspiel voraus: Das Reiterkorps Jan von Werth von 1925 stellt zu Beginn des Zugs die Legende von Jan und Griet dar.
Die geht – in der Kurzform – so: Während des Dreißigjährigen Kriegs, der von 1618 bis 1648 in Europa wütete, machte der Bauernsohn Jan der schönen Magd Griet einen Heiratsantrag, doch die lehnte ab, weil er in ihren Augen nichts zu bieten hatte.
Jan wurde Söldner bei den Spaniern, die gegen die Niederlande kämpften. Er stieg bis zum General auf. Eines Tages kehrte er nach Köln zurück und ritt hoch zu Pferde und samt Gefolge in der Stadt ein.
Zufällig traf er auf Griet, die noch immer nicht verheiratet war. Die Marktfrau erkannte die verpasste Gelegenheit und Jan sagte seinen bekannten Spruch: „Griet, wer et hätt gedonn!” Griet antwortete mit dem nicht minder berühmten Satz: „Jan, wer et hätt gewoß!”
Bis heute ist der Ausruf „Wer et hätt jewoss, der et hätt jedonn“ in der Domstadt ein Synonym für verpasste Gelegenheiten. Jedes Jahr stellt das Reiterkorps auf dem Chlodwigplatz vor der Vringspooz diese Szene nach.
Südstadtzug „Jan un Griet“ 2026: Zugweg und Uhrzeit

Chris Schmitz (l.) des Reiter-Korps Jan von Werth bei der Moderation des Zuges an der Severinstorburg.
Copyright: Ingo Hinz
2026 gilt beim Jan-von-Werth-Zoch wieder der traditionelle Ablauf. Zunächst wird an Weiberfastnacht auf dem Chlodwigplatz das historische Spill um Jan und Griet aufgeführt. Das Schauspiel beginnt am frühen Nachmittag, anschließend setzt sich der Zug in Bewegung. Vom Chlodwigplatz aus zieht der Zoch durch die Südstadt in Richtung Innenstadt.
Die Zugstrecke führt über die Severinstraße, die Löwengasse, die Weberstraße, die Follerstraße, die Mathiasstraße, den Mühlenbach, die Hohe Pforte, die Hohe Straße und die Gürzenichstraße und verläuft weiter durch die Innenstadt. Das Spill erinnert an die Legende um Jan und Griet, die dabei – ähnlich wie ein Prinzenpaar – in der Regel von einem Ehepaar dargestellt werden.
Südstadtzug „Jan un Griet“ in Köln: Tipps zur Aufstellung
Entlang des Zugwegs können sich die Zuschauerinnen und Zuschauer unter die feiernden Jecken mischen. 25 Gruppen nehmen regelmäßig teil, insgesamt sind es etwa 400 Personen. Meist kommen befreundete Vereine des Reiterkorps von 1925, darunter ist traditionell auch die Musikgruppe „Guggamusik Meenzer Rhoigeister“, die, richtig gelesen, aus Mainz in die Domstadt kommt – auch 2026 wieder.
Wer das Schaupspiel von Jan un Griet nicht verpassen möchte, sollte sich frühzeitig einen Platz vor der Severinstorburg sichern, denn der Chlodwigplatz ist an Wieverfastelovend immer sehr voll.
Südstadtzug „Jan un Griet“ 2024: Ein Rückblick

Am Chlodwigplatz feiern Hunderte Jecke bei Musik der Kapelle des Reiterkorps Jan von Werth vor dem „Spill von Jan und Griet“ und dem ersten Zug der Saison. (Archivbild von 2020)
Copyright: Ingo Hinz
2024 war die Stimmung schon vor dem Spill um Jan un Griet am Chlodwigplatz bestens. Die Kapelle spielte vor der Severinstorburg kölsche Hits, Marktfrauen schunkelten und Edelmänner verteilten Äpfel und dicke Möhren an die Jecken. Dann kamen Jan un Griet, 2024 verkörpert von Silvia und Rüdiger Prätzsch, im echten Leben seit 33 Jahren verheiratet, die die berühmten Sprüche der Hauptfiguren vor dem feierenden Publikum zum Besten gaben.
Hier geht es zur Webseite des Reiterkorps Jan von Werth: janvonwerth.de.
Hier wird danach in der Kölner Südstadt weiter gefeiert
Nach dem Zoch und dem anschließenden Schauspiel wird in vielen Teilen der Südstadt weitergefeiert. Lässt es das Wetter zu, bleiben zahlreiche Jecke auch draußen und tanzen zu Sambaklängen. Im Vereinslokal des Reiterkorps Jan von Werth, dem Gasthaus „Zum Jan“ in der Thieboldsgasse 137, ist an Weiberfastnacht traditionell viel Betrieb. Auch zahlreiche weitere Kneipen in der Südstadt laden zum Schunkeln, Singen und Feiern ein.
Südstadtzug „Jan un Griet“: Packliste
5 Dinge, die Sie auf jeden Fall dabei haben sollten:
- Tragebeutel für Kamelle (am besten zum Umhängen, dann hat man die Hände frei)
- Kleiner Regenschirm, Regenponcho o. ä.
- Alkoholfreie Getränke und kleine Snacks für plötzlichen Heißhunger
- Taschentücher
- Statt Portemonnaie besser einen speziellen kleinen Geldbeutel und nur die nötigsten Papiere einpacken.


