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Salsa, Karneval, Sprachkurse„Wasi Kölle“ bringt Südamerika in die Südstadt

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Fünf Frauen stehen nebeneinander in einem Veranstaltungsraum.

Katrin Neifer, Karina Mendoza, Laeticia Sansores, Adriana Ampuero und Wendy Pala Plaza wollen einen Ort für kulturellen Austausch und für Familien schaffen.

Der Verein „Wasi Kölle“ hat einen eigenen Raum. Dort gibt es Konzerte, Sprachkurse, Lesungen, Ausstellungen, Tanz – und Unterstützung für Familien. 

„Wir sind total glücklich und dankbar, dass wir jetzt einen eigenen Raum haben. Dafür haben wir sehr gekämpft. Es ist ein großer Erfolg für uns“, sagen Karina Mendoza, Adriana Ampuero und Katrin Neifer vom Verein „Wasi Kölle“. Die drei Frauen gründeten den Verein im Sommer 2023. Ihr Ziel: die vielfältigen Kulturen Lateinamerikas in Köln sichtbar machen und Menschen zusammenbringen. Zunächst nutzte der Verein verschiedene Räume in der Südstadt. Seit September vergangenen Jahres hat er nun eine eigene Adresse: Severinswall 37. „Wir möchten hier einen offenen Ort des kulturellen Austauschs schaffen, an dem sich alle Menschen, die sich für die Kulturen Lateinamerikas interessieren und in Köln und Umgebung leben, treffen, austauschen, lernen und Gemeinschaft bilden können“, sagen die Gründerinnen.

Kostenloser Salsa-Tanzkurs für Jugendliche in der Südstadt

Das Programm ist vielfältig. Jeden Samstag organisiert der Verein ein Konzert. Der Eintritt ist frei, für die Künstler geht ein Hut herum. Außerdem bietet „Wasi Kölle“ kostenlosen Deutsch- und Spanischunterricht. Auch Jugendliche sollen angesprochen werden: Donnerstags von 17 bis 19 Uhr können 12- bis 18-Jährige kostenlos Salsa tanzen lernen. „Das haben wir uns überlegt, damit die jungen Menschen nicht nur vor ihren elektronischen Geräten sitzen und über die sozialen Medien kommunizieren, sondern in Bewegung kommen und etwas zusammen machen“, erklärt Adriana Ampuero. 

Kinderchor und Beratung für Familien

Gemeinsam mit der Offenen Jazz Haus Schule rief der Verein den Kinderchor „Canta en tu idioma“ (Sing in deiner Sprache) ins Leben. Der Chor pausiert derzeit, soll aber bald wieder starten. Neu im Angebot sind kostenlose Beratungen für Familien, etwa zu Trennung, Sorgerecht oder Schulbegleitung. Sie finden alle zwei Wochen freitags von 17 bis 19 Uhr statt, meist auf Spanisch, bei Bedarf auch auf Deutsch. Durchgeführt werden sie ehrenamtlich von Jaime Chumbiray, der als Mitarbeiter des städtischen Amtes für Kinder, Jugend und Familie Experte für diese Themen ist. „Bei meiner Arbeit habe ich immer die Sprachbarriere erlebt, die das Verwaltungsdeutsch für Betroffene bedeutet und mir gewünscht, hier mehr Unterstützung geben zu können. Das kann ich jetzt bei Wasi“, sagt der gebürtige Peruaner.

Adriana Ampuero und Karina Mendoza sind Cousinen und stammen aus Guayaquil in Ecuador. Beide leben seit mehr als 20 Jahren in der Südstadt, ebenso Katrin Neifer, die ursprünglich aus Lindlar kommt. Kennengelernt haben sich die drei über ihre Kinder. „Wir haben uns gefragt: Wieso gibt es eigentlich keinen lateinamerikanischen Verein in Köln? - Und so kamen wir auf die Idee, „Wasi Kölle“ zu gründen.“ Das Wort „Wasi“ stammt aus dem Quechua, einer indigenen Sprache der Anden, und bedeutet „Haus“.

Neben Konzerten organisiert der Verein Lesungen, Ausstellungen und weitere Veranstaltungen. Anfang April zeigt die mexikanische Künstlerin Laeticia Sansores Werke im Severinswall. Im Juni veranstaltet der Verein zum dritten Mal ein Straßenfest auf dem Severinskirchplatz– mit Essen, Folklore, Tanz und Musik aus Lateinamerika. Begonnen hat „Wasi Kölle“ mit acht Mitgliedern, inzwischen zählt der Verein rund 20 Mitglieder. Der Jahresbeitrag liegt bei 60 Euro. Damit und den Einnahmen aus dem Getränkeverkauf bei Veranstaltungen finanziert der Verein die Miete. „Wir wünschen uns natürlich noch viel mehr Mitglieder“, sagt Neifer.

www.wasikoelle.com/de/