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Statistik zeigt AnstiegDeutlich mehr Gewalt gegen Kölner Ordnungsamt

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Drei Ordnungsamt Beamte gehen mit Warnwesten.

Beschäftigte des städtischen Ordnungsdienstes in Köln werden zunehmend zur Zielscheibe von Attacken. (Symbolbild)

Beschäftigte des städtischen Ordnungsdienstes in Köln werden zunehmend zur Zielscheibe von Attacken.

Ein Mann, der in Köln für die öffentliche Ordnung im Einsatz war, ist Opfer eines entsetzlichen Vorfalls geworden.

Während einer Maßnahme in Ehrenfeld am Mittwoch (8. April 2026) hat eine 49-jährige Frau einen 33 Jahre alten Angestellten des Ordnungsdienstes mit Kraftstoff überschüttet. Danach drohte sie ihm mit einem Feuerzeug.

Der Mann erlitt körperlich keine schwerwiegenden Blessuren. Die seelische Belastung durch das Geschehen ist vermutlich weitaus gravierender. Ein Sprecher der Stadt erklärte gegenüber EXPRESS.de, dass den Betroffenen nach jedem Ereignis automatisch psychologische Betreuung von städtischer Seite angeboten wird.

Dieser Angriff unterstreicht zudem die drastische Zunahme der Gewalt, die sich gegen Personal des Ordnungsamtes in Köln richtet.

Statistik belegt deutliche Zunahme

Die Menge der Delikte ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Eine städtische Auswertung, die EXPRESS.de einsehen konnte, zeigt dies deutlich: Im Jahr 2025 wurden vom Ordnungsdienst 179 Strafanzeigen gestellt. Dies stellt mehr als eine Verdopplung im Vergleich zu 2019 dar, als es 75 Anzeigen waren.

Die Daten machen außerdem klar: Anzeigen aufgrund von Widerstand, Beleidigungen oder Drohungen variieren stärker. Im Gegensatz dazu nimmt die Zahl der Körperverletzungen stetig zu. Letztes Jahr wurden 36 solcher Fälle gezählt. Im Jahr 2019 waren es hingegen nur sechs.

Als Körperverletzungsdelikte gelten beispielsweise Anspucken, zu Boden stoßen, Schläge mit der Faust und Fußtritte. Darunter fallen auch Bisse in Körperteile, Kopfstöße, das Übergießen mit heißem Kaffee oder ähnlichen Flüssigkeiten und das Anfahren mit einem Fahrzeug.

Der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester verurteilte den erschütternden Vorfall aus Ehrenfeld aufs Schärfste: „Ein solcher Angriff ist durch nichts zu rechtfertigen. Wer unsere Ordnungskräfte angreift, also diejenigen, die täglich für unsere Sicherheit und Ordnung sorgen, greift gleichzeitig unseren Rechtsstaat an und vor allem das friedliche, respektvolle Zusammenleben in unserer Stadt. Das dulde ich nicht!“

Die Kriminalpolizei hat wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts Ermittlungen eingeleitet. Die Frau wurde in eine Spezialklinik gebracht, weil es deutliche Anzeichen für eine ernste psychische Krankheit gibt. Nun prüft die Staatsanwaltschaft, ob eine permanente Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt erforderlich ist. (sku)