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Verbranntes Gummi oder RegenduftKölner Start-up will Gerüche als digitales Medium entwickeln

2 min
Technische Hochschule Köln - 10.12.2025 - Startup ZESTUM am TH Campus Mülheim

Zestum will Gerüche als festes Medium etablieren .

Das Start-up Zestum an der TH Köln hat eine KI entwickelt, die den Inhalt auf dem Monitor erkennt – eine Box stößt dann den passenden Geruch in die Luft aus.

Wer einen Wald oder eine Actionszene auf seinem PC-Monitor sieht, könnte demnächst auch einen passenden Duft dazu riechen. Dieses Ziel verfolgt zumindest das Kölner Start-Up Zestum, das „Gerüche als festes Medium in der digitalen Welt etablieren möchte“, teilt die Technische Hochschule Köln (TH) mit. Dafür hat Zestum eine KI-basierte Software und eine kleine Hardware entwickelt. „Wir wollen Duft genauso greifbar, erfahrbar und einsetzbar machen wie visuelle oder auditive Reize“, sagt Gründer Salomo Bertram.

„Unsere KI erkennt Objekte und Szenarien, die auf dem Bildschirm zu sehen sind – etwa einen Wald, eine Blumenwiese oder ein Feuer – und klassifiziert diese“, sagt Bertram. Innerhalb von weniger als 500 Millisekunden wird ein Signal an die Hardware-Box gesendet, die den passenden Duft ausstößt.

Technische Hochschule Köln - 10.12.2025 - Startup ZESTUM am TH Campus Mülheim

Mit dieser Hardware arbeitet das Kölner Start-up Zestum: eine flache Box, die Düfte ausstößt und die kleinen Ventilatoren verteilen diese in der Luft.

Kölner Start-Up Zestum will zunächst drei Duftserien anbieten

Die genutzte Hardware, die sogenannte „Scentbar“, ist eine flache Box, die mit sogenannten Pods arbeitet: Diese sind mit Duft-Pellets befüllt. Die Pellets bestehen aus einer Mischung von Parfüm, Ölen und ätherischen Zusatzstoffen, die das Start-up eigens herstellen lässt.

In einem ersten Schritt möchten die Gründer drei Duftserien anbieten: Natur mit Wald, Regen oder Gras, Rennsport mit Benzin, verbranntem Gummi oder Asphalt sowie Action mit Rauch, Betonstaub oder Schießpulver. Perspektivisch soll die Palette noch erweitert werden.

Ventilatoren in der Scentbar erzeugen einen sanften und gezielten Luftstrom, der an den Pellets vorbeiströmt, die jeweiligen Gerüche aufnimmt und zu den Nutzern trägt. Damit sollen die Düfte ähnlich wie im realen Leben wahrgenommen werden, wo sie ebenfalls über die Luft transportiert werden.

„Die von uns gewählten Mischungen hängen in der Luft und setzen sich nicht in Kleidung oder Möbeln fest. Dieses nahezu natürliche Dufterlebnis verfliegt nach dem Lüften sofort“, sagt Bertram. Die verwendeten Stoffe entsprechen den nach eigenen Angaben den Vorgaben der International Fragrance Association und seien damit gesundheitlich unbedenklich für Mensch und Haustier.

Zum Marktstart konzentriert sich das Startup auf den PC-Bereich. Perspektivisch sollen weitere Anwendungen für Spielkonsolen und TV-Geräte auf den Markt kommen.

Mit einer Crowdfunding-Kampagne möchte das Team die Produktion der ersten Serie finanzieren. Zestum wurde von Salomo Bertram, Samuel Wiebe, Jasmin Blekic und Levin Vonester gegründet, die an der TH Köln sowie der FH Aachen studiert haben. Das Team wird über das Programm „exist – from science to business“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und der EU gefördert. Die Gateway-Gründungsförderung der TH Köln unterstützt und berät Zestum.