An der Straße Auf dem Stahlseil im Clouth‑Quartier stehen 13 offene Gemeinschaftstonnen. Nachbarn finden, sie beeinträchtigen das Quartiersbild.
StadtgestaltungClouth-Nachbarschaft stört lieblos gestalteter Mülltonnenhof

Auf einer Freifläche stehen die 13 Gemeinschafts-Müllcontainer der 2024 eröffneten Wohnanlage.
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Wenn Akhila Kunstmann, Bewohnerin des Baugruppen-Hauses „HerzClouth“ auf dem Clouth-Areal, auf ihren Balkon tritt, ist der erhoffte Platz an der Sonne für sie derzeit eher ein „Platz an der Tonne“. Und nicht nur ihr ergeht es so, sondern auch Nachbarparteien sowie Passanten im Viertel, die am benachbarten Grundstück vorbeilaufen.
Direkt nebenan, an die Straße Auf dem Stahlseil angrenzend, erstreckt sich nämlich auf grob geschätzt knapp 100 Quadratmetern der Mülltonnenhof der benachbarten Wohnanlage der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft (SWG). Dort stehen 13 Gemeinschaftscontainer für Haus-, Wertstoffmüll und Altpapier unter freiem Himmel, weitgehend unabgeschirmt. Wenn die Tonnen offenstehen, etwa wegen Überfüllung, komme es zudem zu einer erheblichen Geruchsentwicklung in der Nachbarschaft, so Kunstmann.
Wohnanlage im Sommer 2024 bezogen
Die Wohnanlage mit 51 Einheiten war, als zweitletztes fertiggestelltes Wohnungsbauprojekt auf dem Clouth-Gelände, im Jahr 2024 eröffnet worden. Die kirchliche Immobiliengesellschaft hatte die Wohnungen im Mai 2024 einsegnen lassen und im Laufe des Sommers übergeben; sämtliche Appartements sind öffentlich gefördert.
Doch wer die Straße betritt, dem fällt es sofort auf: Während in den übrigen Wohnanlagen der Siedlung die Müllcontainer entweder in einem Schuppen stehen oder mit Mülltonnen-Boxen eingehaust sind, stehen sie bei jener Wohnanlage etwas wie „auf dem Präsentierteller“. Auch einen Sichtschutz zur Straßenfront gibt es nicht; das wenige Grün, das sich an den Stabzäunen an der Grenze des Mülltonnenhofs zur Straße hochrankt, reicht bei weitem nicht aus, um den Anblick zu mildern.
Dies stört die Nachbarschaften auf dem Clouth-Gelände umso mehr, weil sie ansonsten sehr auf ein intaktes Umfeld Wert legen: Die Gärten der Häuser sind geschmackvoll angelegt, prächtig bepflanzt und gepflegt, sogar die meisten Baumscheiben im neuen Nippeser Quartier werden in Eigeninitiative von den Hausgemeinschaften begrünt und gehegt. Mehrere Arbeitsgruppen, auch unter dem Dach des Vereins „Nachbarschaft Clouth“, kümmern sich um die Gestaltung und Entwicklung des jungen Quartiers.
Nachbarn sammelten 60 Unterschriften für bessere Gestaltung
Um auf eine Verbesserung hinzuwirken, hat sich die Baugruppen-Gemeinschaft des „HerzClouth“-Hauses schon vor einem knappen Jahr mit der Aachener SWG in Verbindung gesetzt. Damals hieß es von einer mit der Verwaltung des Objekts betrauten Mitarbeiterin, dass der Müllplatz bereits fertiggestellt sei und keine weiteren Veränderungen mehr vorgenommen würden. Inzwischen hat die Gruppe 60 Unterschriften für eine bessere Gestaltung des Entsorgungsbereichs ihrer Wohnanlage gesammelt, vorwiegend mitgezeichnet von Wohnparteien in der direkten Umgebung – an der Josefine-Clouth-Straße, Am Walzwerk und Auf dem Stahlseil.
Der Mülltonnenplatz der Wohnanlage stelle, anders als die übrigen Müllsammelplätze im Clouth-Quartier, „eine starke Beeinträchtigung der Nachbarschaft dar“, heißt es in der Eingabe. Man bitte um eine Gestaltung, die dem übrigen Erscheinungsbild des neuesten Nippeser Veedels entspreche. Gerne sei man bei der Suche nach Lösungen behilflich und leiste Unterstützung.
Wie die Aachener SWG auf Anfrage mitteilt, habe man zwar tatsächlich alle Auflagen erfüllt, und der Müllplatz entspreche baurechtlich exakt den Vorgaben aus der Ausschreibung. „Wir prüfen aber derzeit noch Optionen, wie wir die Situationen rund um die Mülltonnen optisch ansprechender gestalten können“, erläutert Pressesprecherin Kira Limbrock.

