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SchmierereienNippeser Alhambra wird erneut Ziel von wilden Sprayern

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Große Graffiti-Tags ziehen sich an einer Mauer entlang.

Die Mauer zwischen der Alhambra und dem Spielplatz an der Merheimer Straße wurde großflächig mit Graffiti-Tags besprüht.

Mitte April haben Unbekannte die historische Alhambra-Mauer nahe der Merheimer Straße mit Graffiti-Tags verunstaltet. Die Reinigung ist mühsam.

Als Wolfgang Schubert an einem Wochenende Mitte April auf die Alhambra-Anlage im Inneren Grüngürtel kam, war er entsetzt: Die Mauer, die das Brunnen-, Baum- und Beet-Ensemble vom benachbarten Spielplatz trennt, ist großflächig von Graffiti-Sprayern verunstaltet worden. Fette, zweidimensionale Namens-Tags, wohl auf die „Künstler“ verweisend, ziehen sich über das komplette Mauerwerk. Er ärgert sich über die Verunstaltung– und die offensichtliche Ignoranz dem denkmalgeschützten Ensemble gegenüber. „Ich finde, in Nippes gibt es schon genug Schmierereien und wenn man wirklich mal darauf achtet, ist es schon sehr schade, dass Fassaden und Parkanlagen einfach so besprüht werden“, findet er. 

Schubert, der im nahen Sechzigveedel wohnt, kümmert sich in einer Gruppe von weiteren Engagierten gemeinsam um den Zustand der Anlage, pflegen sie und räumen ab und zu Unrat weg. „Man hat sich in den vergangenen Jahren so viel Mühe mit der Gestaltung gegeben.“ Nicht nur die Mauer selbst wurde jedoch übersprüht, sondern auch der in einer Klarsichtfolie steckende, von der Nachbarschafts-Gruppe an mögliche Sprayer gerichtete Hinweiszettel mit der Bitte, das Erscheinungsbild der denkmalgeschützten Anlage doch bitte zu respektieren – das gezielte Übersprühen dieses Zettels lässt sich wohl als eine Art „ausgestreckter Mittelfinger“ deuten.

Zum 100-jährigen Bestehen behutsam restauriert

Die 1924 vom Hamburger Stadtplaner Fritz Schumacher geplante und durch Gartenbaudirektor Fritz Encke realisierte Anlage, benannt nach der Weltkulturerbe-Stätte im andalusischen Granada, wurde zu ihrem 100-jährigen Bestehen aufwändig saniert; auch die Kölner Grün-Stiftung beteiligt sich mit Mitteln. Unter anderem sorgte sie für eine Erneuerung von Bänken, Mülleimern und des Wegenetzes; auch zur derzeitigen frühlingshaften Bepflanzung der umlaufenden Beete trug sie bei.

Blick auf eine mit Graffiti besprühte Mauer, dahinter liegt ein Spielplatz.

Die Mauer zwischen der Alhambra und dem Spielplatz an der Merheimer Straße wurde großflächig mit Graffiti-Tags besprüht.

Fernziel ist es, den seit Jahrzehnten trockenliegenden Brunnen wieder zum Sprudeln zu bringen; in den vergangenen Jahren ließ die Stadt bereits Rohre neu verlegen, die Beton-Estrich-Schicht am Beckenboden sowie die Treppenstufen rund um das Brunnenbecken sanieren. Doch die technische Realisierung gestaltet sich schwer und zieht sich hin.

Stadt will Mauer reinigen lassen

Die Stadt kündigte an, das Ensemble durch die Abfallwirtschafts-Betriebe (AWB) von den Graffitis befreien zu lassen. „Der Kölner Anti-Spray-Aktion (Kasa) waren die Graffiti in der Nippeser Alhambra bisher nicht bekannt“, so Sprecher Robert Baumanns. Nun habe man umgehend Anzeige bei der Polizei wegen Sachbeschädigung erstattet und die AWB mit der Reinigung beauftragt. 

Zum Glück sei eine Reinigung der alten Mauer grundsätzlich möglich, so Baumanns. „Zuletzt geschah dies am 29. März 2025, also vor knapp einem Jahr. Damals waren 174 Quadratmeter beschmiert.“ Wie schnell es diesmal gehe, hänge von der genauen Größe der Schmiererei, den verwendeten Farben und der Beschaffenheit des Untergrunds ab. Die Kosten der Reinigung seien über den Rahmenvertrag mit den AWB abgedeckt, der 20.000 Quadratmeter verteilt auf etwa 400 Reinigungs-Aufträge umfasse.