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Pflege-Nachwuchs aus RiehlSBK bringt verstärkt Migrantinnen in den Beruf

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Vier Frauen stehen neben einem Banner

Freude über die neue Kooperation: Verena Altenhoff, Birgit Schierbaum, SBK-Geschäftsführerin Amélie Koecke und Heidemarie Jeep.

Die SBK arbeiten mit einem Bonner Pflegeschulverein zusammen. Ziel ist es, Frauen aus anderen Ländern für die Pflege zu gewinnen. 100 sollen es in drei Jahren werden. 

Schon heute haben die Sozial-Betriebe-Köln (SBK), die an 15 Standorten in Köln Pflegeleistungen anbieten, Beschäftigte aus 82 Herkunftsländern. Es können aber gerne noch ein paar mehr werden: Der kommunale Träger hat für die kommenden drei Jahre die Kooperation „Sprungbrett Pflege“ mit dem Bonner Verein für Pflege- und Gesundheitsberufe (BVPG) gestartet. Ziel ist es, mindestens 100 zugewanderte Frauen für die Pflege zu gewinnen. Im jeweils sechsmonatigen Programm werden die Teilnehmerinnen von den zwei BVPG-Projektmanagerinnen Heidemarie Jeep und Verena Altenhoff betreut, die ein eigenes Büro im Gebäude P8 auf dem Riehler SBK-Campus bezogen haben. 

Auf dem Programm bei „Sprungbrett Pflege“ stehen pflegespezifischer Deutschunterricht, die Vermittlung von Systemwissen, EDV-Schulungen sowie Hospitationen und Praktika bei den SBK. Hinzu kommen eine persönliche und sozialpädagogische Beratung. „Wir gucken einfach, wo bei den Teilnehmerinnen der Schuh drückt, und versuchen, gezielt zu helfen“, Birgit Schierbaum, Vorstandsvorsitzende des Bonner Vereins, der mit externer Ausbildungspartner mit jährlich mehr als 3000 Absolventen der größte Pflege-Qualifizierungsträger der Region Bonn / Rhein-Sieg ist. Das könne etwa auch die Suche nach einem Kita-Platz sein. Im Idealfall schließt sich nach dem halben Jahr Schnupperphase eine einjährige Ausbildung zur Pflegefachassistentin, oder sogar die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau bei den SBK an. Der Einstieg ist unabhängig von Alter und Aufenthaltsstatus möglich. Ein „Spurwechsel“ vom Flüchtlings- oder Asyl- in den Berufstätigen-Status ist ausdrücklich beabsichtigt.

Schon aktuell 15 Teilnehmerinnen aus 13 Ländern

Im Oktober 2025 waren die ersten Gespräche zur neuen Kooperation gestartet; Anfang des Jahres hat das Programm mit den ersten Kursen begonnen. „Es sind zwei gesellschaftliche Herausforderungen auf einmal, die wir mit dem Programm angehen: den Fachkräftemangel in der Pflege und die berufliche Integration von Migrantinnen“, unterstreicht die neue SBK-Geschäftsführerin Amélie Koecke. „Wir sind super froh, mit Ihnen als Kooperationspartner das Projekt zu machen“, gratulierte sie den drei BVPG-Partnerinnen.

Bereits kurz nach Start zählt das Programm derzeit 15 Teilnehmerinnen aus vielen Herkunftsländern, darunter Ukraine, Tunesien, Ghana, Nigeria, Syrien, Irak, Indien, Indonesien und die Mongolei. „Es gibt erfahrungsgemäß so viel Zulauf, dass man sich gar keine Sorgen machen muss“, erläutert Projektmanagerin Jeep. „Wir hatten in unseren vorigen Programmen schon oft die Situation, dass die Frauen ihre Angehörigen, etwa Töchter oder Schwestern, zu uns mitbringen.“ Oft seien Vorqualifikationen aus dem Ausland vorhanden, wo Pflege mitunter ein Studienberuf sei. Die Anerkennung der Abschlüsse, zentral bei der Bezirksregierung Münster angesiedelt, laufe zunehmend besser, hat Schierbaum beobachtet. „Erfahrungsgemäß kommen die Frauen gezielt in die Pflege, nicht weil sie nicht wissen, was sie machen sollen.“ Sehr froh sind die SBK über die Unterstützung durch die städtische Stiftung Johann-Heinrich Claren für das Programm. „Pflegeeinrichtungen kämpfen alle um dieselben Kräfte und haben ähnliche Herausforderungen“, so Koecke.