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Denkmalschutz-Streit beigelegtHistorisches Sonnenhaus in Porz für Neubau abgerissen

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Das Sonnenhaus an der Hauptstraße, Ecke Poststraße, wird abgebrochen.

Das Sonnenhaus an der Hauptstraße, Ecke Poststraße, wird abgebrochen.

Das marode Haus an der Poststraße in Porz ist aus der Denkmalschutzliste gestrichen worden; an seiner Stelle ist ein Neubau geplant.

In der letzten Aprilwoche hat das schön gestaltete Sonnenornament auf der Jugendstilfassade des Eckhauses an der Hauptstraße/Poststraße, seinen letzten Sonnenaufgang erlebt – und mit ihm das ganze, etwa 125 Jahre alte Gebäude. Mit einem Bagger wurde das einst prächtige Haus zum Einsturz gebracht, eine künstliche Beregnung sorgte dafür, dass der möglicherweise schimmelpilzbelastete Staub der Abrissarbeiten sich nicht auf die gesamte Umgebung legte. Fast einen Monat lang hatten Fachleute im Auftrag der GAG das marode Gebäude auf diesen letzten Tag vorbereitet, zum Schluss ging es recht zügig. Damit endet die Geschichte eines langen und für Beobachter ärgerlichen Streits um die Erhaltung des Jugendstilgebäudes.

Am Vorabend des Abbruchs stand der Bagger neben dem Sonnenhaus an der Poststraße bereit

Am Vorabend des Abbruchs stand der Bagger neben dem Sonnenhaus an der Poststraße bereit

Konflikt zwischen Denkmalschutz und GAG-Neubau an der Poststraße

Im Ensemble mit der Lukaskirche auf der anderen Seite der Poststraße stellte es eine der wenigen erhaltenen baulichen Erinnerungen an eine Zeit industrieller Blüte der damaligen Gemeinde Porz dar. Das Haus war lange im Besitz der Stadt gewesen, die es unter Denkmalschutz stellte und leerstehen ließ, aber nichts Wesentliches zu seiner Sanierung veranlasst hatte. Dann verkaufte die Stadt es an die GAG mit der Auflage, es originalgetreu wiederherzustellen. Als das wegen erheblicher Mängel in der Bausubstanz nicht möglich schien, stimmte das Denkmalamt dem Abbruch bei Erhalt der Jugendstilfassade zu. Auch dies lehnte die GAG als nicht wirtschaftlich ab und schlug stattdessen vor, beim Neubau eine solche Fassade originalgetreu neu herzustellen. Das vertrug sich indes nicht mit den Denkmalschutz-Auflagen, die auf den Originalzustand der baulichen Substanz anstelle eines Ersatzes beharren.

So ging das über viele Monate und Jahre, sehr zur Unzufriedenheit von Porzer Politikern und Bürgerschaft. Letztlich stimmte die Denkmalbehörde der Entfernung des Sonnenhauses aus der Denkmalliste zu. Damit wurde der Abbruch ermöglicht, allerdings wurden auch sämtliche Auflagen zur Fassadengestaltung hinfällig. Wie GAG-Pressesprecher Jörg Fleischer mitteilt, ist an der Abbruchstelle ein Neubau geplant, über dessen künftige Nutzung allerdings noch nicht entschieden sei.