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„Lobt den Herrn mit allen Instrumenten“Udo Dietz leitet seit 40 Jahren das Blasorchester der evangelischen Gemeinde Porz

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Ein Mann steht mit einer Tuba im Arm vor einer Orgel, vor ihm stehen weitere Blasinstrumente.

Udo Dietz mit Tuba und weiteren Blechblasinstrumenten in der Martin Luther Kirche. An der Gemeinde leitet er seit 40 Jahren das Bläserchor und hat es zu einem sinfonischen Blasorchester erweitert.

Udo Dietz erweiterte  den Posaunenchor der evangelischen Gemeinde zu einem erfolgreichen sinfonischen Blasorchester, zum Jubiläum gibt es ein Neujahrskonzert.

Ein 40-jähriges Dienstjubiläum wird manchmal mit einigem öffentlichen Aufsehen gefeiert, selten jedoch wirklich im sprichwörtlichen Sinne mit Pauken und Trompeten. Wenn Udo Dietz am Samstag, 24. Januar, 17 Uhr, sein Jubiläum in der evangelischen Martin Luther Kirche Wahnheide feiert, erklingen  aber tatsächlich Dutzende Blasinstrumente. Vor vier Jahrzehnten hat der Pädagoge die Leitung des damaligen Posaunenchores an der Kirchengemeinde übernommen und das Ensemble über die Jahrzehnte hinweg zu einem hochwertigen sinfonischen Blasorchester ausgebaut. Mit starker Besetzung, großer Spielfreude und einem breit gefächerten, musikalischen Programm werden gut 40 Musikerinnen und Musiker unter seinem Dirigat und zu seinen Ehren spielen. Stammgäste der Wahnheider Konzerte und alle weiteren Musikbegeisterten sind zum Neujahrskonzert des  Sinfonischen Blasorchesters willkommen.

Dietz übernahm noch im Studium die Leitung des Orchesters

Udo Dietz ist ein Kind der Gemeinde und hat schon in jungen Jahren nach Blockflöte, Gitarre und elektrischer Orgel auch die Tuba für sich entdeckt. Mit einem zuvor  seit Jahren nicht genutzten Blechblasinstrument aus dem Besitz der Gemeinde übte er und spielte  bald mit im Posaunenchor, der damals von Dieter Dreesbach geleitet wurde. Als der das Amt abgeben  wollte,  kam Udo Dietz ins Spiel. Damals war er frisch im Studium zum Musikpädagogen und hätte sich kaum vorgestellt, dass er das  Ensemble vier Jahrzehnte lang führen und eine komplette Neuausrichtung in Gang setzen würde.

Zunächst spielte der Posaunenchor vor allem Musik in den Gottesdiensten, befasste sich mit Chorälen und Kantaten und trat, wie es die Tradition verlangte, in reiner  Blechbesetzung beispielsweise mit Trompete, Posaune und Flügelhorn auf. Durch diverse Lehrgänge kam Udo Dietz in Berührung mit anderen Musikstilen, die von Blechbläsern gespielt werden können, beispielsweise Pop, Balladen, Jazz und Spirituals. „Vor allem die Kirchentage haben mir dabei viele Impulse gegeben“, sagt der Musiklehrer.  Inspiriert von der Big Band der Bonner Uni, der er lange angehörte,  gab ein Plakat mit der Aufschrift „Lobt den Herrn mit allen Instrumenten“ ihm schließlich den entscheidenden Anstoß. Er erweiterte  den traditionellen Bläserchor, der an Nachwuchsmangel krankte, zu einem sinfonischen Blasorchester mit viel breiterem Spektrum. Das weckte das Interesse etlicher junger  Musikbegeisterter, die auf die vorher gebräuchlichen Instrumente keine Lust gehabt hatten. Saxophon, Klarinette, Flöten – plötzlich war vieles möglich, und das wirkte enorm inspirierend.

Weltliche Lieder zum Mitsingen erweiterten das Repertoire

„Auf einmal wurde unser Orchester zur Anlaufstelle für Familien, Freunde, Musiker  jeder Art“, erinnert sich Dietz. „Die jungen Mitglieder haben mit ihrem Können bald  vieles möglich gemacht, das vorher nicht gegangen wäre“. Anspruchsvolle Arrangements und schwierige Sätze wurden seit etwa seit dem Jahr 2000  ins Repertoire aufgenommen.  Das traditionelle Weihnachtskonzert erweiterte Dietz um Weihnachtsmusik aus aller Welt und auch weltliche Lieder zum Mitsingen fürs Publikum. Um das wachsende Repertoire auch außerhalb der Weihnachtszeit präsentieren zu können, gestaltete das Orchester bald zusätzliche Sommerkonzerte etwa mit Musical-Hits, Filmmusik, Rock, Pop und Jazz.

„Es hat für das sinfonische Blasorchester immer wieder Auf-und Abwärtsbewegungen gegeben“, erinnert sich der Leiter.  Aber mit Beharrlichkeit, Mut zum Neuen und ansteckender musikalischer Freude sei es stets weiter gegangen. Udo Dietz ist der evangelischen Gemeinde sehr dankbar dafür, dass sie die Neuerungen stets mitgetragen und ihn unterstützt hat. Beim Jubiläumskonzert soll dieser Dank mit Musik zum Gotteslob, aber auch Musik  aus diversen weltlichen Genres deutlich werden. Das Orchester spielt aus dem breiten Spektrum dessen, was es in den vergangenen vier Jahrzehnten schon bei Konzerten vorgetragen hat. Es ist natürlich  auch Neues dabei, und Weiteres soll folgen. In seinem Hauptberuf als Lehrer ist Udo Dietz nämlich zwar  jüngst in den Ruhestand gegangen, die Musik in der Gemeinde will er aber weiter pflegen und junge Talente fördern.


Der Eintritt zum Konzert „40. Dietz  Jubiläum“ in der Kirche an der Sportplatzstraße/ Ecke Neue Heide ist frei, Spenden sind willkommen.