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Tauschbörse in Köln-WeißBücherschrank entwickelt sich zum Treffpunkt

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Zwei Männer sitzen auf einer Bank.

Willi Esser (Rheinbogenstiftung) und Michael Brodesser als Privatmann haben den Bücherschrank in Weiß gestiftet.

Der Bücherschrank in Weiß, am Parkplatz des Bestatters Michael Brodesser wird gut angenommen. Die 8000 Euro seien gut investiert, meint auch Willi Esser von der Rheinbogenstiftung. 

Treffen, schmökern, plaudern. Der neue Bücherschrank in Köln-Weiß soll nach den Wünschen von Michael Brodesser „ein Platz für Kommunikation, Schwätzchen und Austausch“ werden. „Gestern saßen hier vier Mädchen und schmökerten auf der Bank. Genau so soll das sein“, sagt Brodesser. Brodesser griff ins eigene Portmonee und hat sich für das kleine, aber stabilere Modell von Urbanlife und dem Erbauer Hans-Jürgen Greve entschieden, damit das öffentliche Möbel, das direkt an seinem Parkplatz steht, nicht aus Versehen von einem Auto beschädigt wird. Einen Teil des Parkplatzes stellt der Bestatter an Dienstagen, ab 11.30 Uhr, auch für den Sparkassenbus zur Verfügung. Eigentlich hatte Brodesser hier mal, anstatt von einem Parkplatz, von einem Marktplatz und einer Begegnungsstätte geträumt.

„wir helfen“ vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ gab 20.000 Euro

Der Traum scheiterte an augenscheinlich unlösbaren Differenzen mit der Stadt. Nun ist es ein Parkplatz mit E-Ladezonen und wird anderweitig sukzessive zum „Ortsmittelpunkt“. Das, so Brodesser, war eigentlich auch immer der Plan. Unterstützung bei der Finanzierung erhielt er zu 50 Prozent von der Weißer Rheinbogenstiftung. Nach zwei Bücherschranken für das Ahrtal ist es der dritte Bücherschrank, den die Stiftung mitfinanziert. Vor 16 Jahren wurde die Stiftung gegründet, um den Menschen in der Region und Nachbarschaft wirkliche Hilfe und Perspektiven zu bieten. Auch der Verein „wir helfen“ des „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat den Weißer Rheinbogen im letzten Jahr mit 20.000 Euro unterstützt. Vor Ort werden damit Projekte wie Gewalt- und Mobbingprävention und Selbstbehauptungskurse in Kitas und Grundschulen, aber auch Projekte für Jugendliche, junge Heranwachsende oder hilfsbedürftige Personen finanziert.

Esser gibt nach 16 Jahren als Gründer der Stiftung altersbedingt seinen Vorstandsposten ab. „Ich ziehe mich aber nicht ganz zurück, sondern werde mich auf Spendeneinnahmen konzentrieren“, sagt Esser. Sukzessive konnte Esser in den letzten Jahren die Stiftung finanziell immer weiter ausbauen, auch mit einer größeren Spende aus einem Erbnachlass. „Wir sind heute an einem Punkt, wo wir wirklich helfen können.“ Alleine im letzten Jahr konnten 76.000 Euro Spenden in Projekte weitergegeben werden. Die insgesamt 8.000 Euro für den Bücherschrank sind eine gute Investition. „Der Platz wird immer besser angenommen. Der Bücherschrank ist immer gut gefüllt und wird von uns Anwohnern auf der Ruhr beobachtet und gepflegt,“ so Brodesser.