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„Mache eine Rückführung“Dieser Satz von Christina Block machte eine Polizistin stutzig

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Christina Block blickt im Gerichtssaal um sich.

Christina Block blickt im Gerichtssaal um sich. 

Das Scheidungs- und Sorgerechtsdrama um die Hamburger Millionäring geht vor Gericht in die nächste Runde.

Im Prozess gegen Christina Block hat die leitende Ermittlerin der Hamburger Polizei von ihrem ersten Gespräch mit der Angeklagten berichtet. Einen Satz fand die Ermittlerin nach der Tat so wichtig, dass sie ihn direkt in ihr Merkbuch schrieb.

„Ich mache eine Rückführung, er macht eine Entführung“ – diesen Satz habe Block am 3. Januar 2024 geäußert, nachdem Polizisten an ihrem Wohnhaus geklingelt hatten, sagte die Beamtin als Zeugin vor Gericht am Montag (20. April). Vorher habe Frau Block noch betont, dass sie die Kinder gar nicht entführen könne, weil sie das Aufenthaltsbestimmungsrecht habe.

Block-Prozess: Polizistin berichtet von Unterhaltung

Die Aussage sei für sie so bedeutsam gewesen, dass sie sie unmittelbar nach Verlassen der Block-Villa schriftlich festgehalten habe. Ingo Bott (42), Verteidiger von Blocks, griff dann plötzlich ein, da diese Aussage für seine Mandantin belastend sein könnte: „Ich erhebe einen Verwertungswiderspruch.“

Christina Block (r), deutsche Gastronomin und Unternehmerin, Anwalt Ingo Bott (l), Verteidiger von Block, Gerhard Delling (hinten M), ehemaliger Fernsehmoderator und Sportjournalist,

Christina Block (r.) mit ihrem Anwalt Ingo Bott, Gerhard Delling steht dahinter.

Die Hamburger Millionärin soll laut Anklage eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt haben, ihren damals zehnjährigen Sohn und die 13-jährige Tochter vom Wohnort des Vaters nach Deutschland zu bringen. Vorausgegangen war ein jahrelanger Sorgerechtsstreit, nachdem der Vater die Kinder im August 2021 nach einem Wochenendbesuch nicht wie vereinbart zurückgebracht hatte.

Christina Block, Tochter des „Block House“-Gründers Eugen Block, weist die Vorwürfe zurück. Neben ihr stehen sechs weitere Personen vor Gericht, gegen sieben weitere Beschuldigte wird ermittelt. Dazu zählt auch Blocks Lebenspartner Gerhard Delling. Der ehemalige ARD-Moderator selbst hat die Vorwürfe vor Gericht zurückgewiesen. Er erklärte, er habe seiner Lebensgefährtin lediglich emotionalen Beistand und Mut zugesprochen. Hätte er von einer gewaltsamen Aktion gewusst, hätte er sich aktiv dagegen gestellt. Ein emotionaler Brief einer Block-Tochter sorgte Ende des vergangenen Jahres für Aufsehen.

Gerhard Delling im Block-Prozess ebenfalls angeklagt

Nach der Trennung von ihrem Ex-Mann Stephan Hensel im Jahr 2021 eskalierte der jahrelange Rosenkrieg um die vier gemeinsamen Kinder. Die beiden jüngsten Kinder (damals 10 und 13 Jahre alt) lebten seit 2023 beim Vater in Dänemark – gegen den Willen von Block und trotz deutscher Gerichtsbeschlüsse.

In der Silvesternacht 2023/2024 überfiel ein Kommando der Firma Cyber Cupula den Vater in Dänemark, setzte ihn außer Gefecht und entführte die Kinder gewaltsam nach Hamburg. Block soll die Aktion mit dem Codenamen „Operation Golden Eyes” in Auftrag gegeben und mit bis zu 220.000 Euro finanziert haben. (mbr)