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Mülldeponie eingestürztEine Tote und Dutzende Vermisste auf Urlaubsinsel

2 min
Mülldeponie mit eingestürztem Gebäude und Baugeräten

Retter suchen Überlebende nach Deponie-Einsturz auf den Philippinen.

Auf den Philippinen suchen Helfer nach über 30 Menschen, die nach dem Kollaps einer großen Mülldeponie als vermisst gelten.

Ein Abfallberg auf der Binaliw-Mülldeponie in Cebu City auf den Philippinen kollabierte am Donnerstag (8. Januar 2026). Behördeninformationen zufolge starb bei dem Vorfall eine 22 Jahre alte Frau. Das berichtet unter anderem die britische BBC. Einsatzkräfte befreiten außerdem zwölf verletzte Angestellte der Müllbeseitigung aus dem Schutt. Man brachte sie zur ärztlichen Versorgung in Kliniken.

Cebu, Philippinen: Angst vor weiteren Erdrutschen erschwert Rettung

Rettungskräfte bergen eine Leiche aus einer eingestürzten Mülltrennungsanlage.

Rettungskräfte bergen eine Leiche aus einer eingestürzten Mülltrennungsanlage.

Über 30 zusätzliche Personen, die wahrscheinlich auf der Deponie arbeiteten, gelten weiterhin als vermisst. Die Bergungsmaßnahmen erweisen sich als kompliziert. Bürgermeister Nestor Archival teilte mit, dass das Risiko von weiteren Abbrüchen existiert und das lockere Material die Rettung behindert. Etwa 300 Einsatzkräfte von staatlichen Stellen und zivilen Organisationen sind mit Baumaschinen, Ambulanzen und Feuerwehrfahrzeugen am Unglücksort aktiv.

Verdacht auf Managementfehler: Kritik an Sicherheitsstandards der Deponie

Such- und Rettungsteams suchen nach Menschen, die nach einem Erdrutsch auf der Mülldeponie in Barangay Binaliw, Cebu City, am 9. Januar 2026 verschüttet wurden.

Such- und Rettungsteams suchen nach Menschen, die nach einem Erdrutsch auf der Mülldeponie in Barangay Binaliw, Cebu City, am 9. Januar 2026 verschüttet wurden.

Der exakte Grund für das Ereignis ist weiterhin nicht geklärt. Joel Garganera, ein Stadtrat aus Cebu, nimmt jedoch an, dass fehlerhafte Methoden der Müllbewirtschaftung den Kollaps auf dem circa 15 Hektar umfassenden Areal verursachten. Er führte aus, die Verantwortlichen hätten den Berg angeschnitten, Boden entnommen und danach neuen Abfall aufgehäuft, um einen neuen Müllhügel zu errichten. Die Einrichtung nannte er eine „offene Müllkippe“ und keine vorschriftsmäßige Lagerstätte.

Such- und Rettungsteams suchen nach Menschen, die nach einem Erdrutsch auf der Mülldeponie in Barangay Binaliw, Cebu City, am 9. Januar 2026 verschüttet wurden.

Such- und Rettungsteams suchen nach Menschen, die nach einem Erdrutsch auf der Mülldeponie in Barangay Binaliw, Cebu City, am 9. Januar 2026 verschüttet wurden.

Am Unglücksort harren Familien aus und hoffen auf Nachrichten über ihre Verwandten. Die Anwohnerin Belen Antigua teilte mit, ihr Sohn habe den Abgang überstanden, sie erwarte aber noch die Bergung weiterer Familienangehöriger. Michelle Lumapas, deren Bruder auf der Müllhalde tätig ist, äußerte gegenüber der Presse, dass es Meldungen über Hilferufe von Verschütteten gäbe. Das lässt sie hoffen, dass ihr Bruder noch lebt.

Die Provinz Cebu bildet als wichtigster Handels- und Verkehrsknotenpunkt das logistische Zentrum der zentralen Philippinen. Das verheerende Unglück trifft eine Region, die für die wirtschaftliche Stabilität des Inselstaates von entscheidender Bedeutung ist. Während die Bergungsarbeiten andauern, steht die Infrastruktur der gesamten Provinz vor einer beispiellosen Belastungsprobe. (jag)