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„Lebt in ihrer eigenen Welt“Familie sorgt sich nach Zusammenbruch um Natascha Kampusch

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Natascha Kampusch in einer Talkshow.

Natascha Kampusch lebte lange in Gefangenschaft. (Archivfoto)

Nach einem Kollaps schlägt die Familie der Österreicherin in einem TV-Interview Alarm.

Große Sorge um Natascha Kampusch: Nach Angaben von Kampuschs Schwester Claudia Nestelberger habe die 38‑Jährige einen schweren gesundheitlichen Zusammenbruch erlitten. Die Familie sei aktuell sehr verzweifelt.

„Jeder weiß, wie Natascha früher vor der Kamera gesprochen hat – das gibt es jetzt überhaupt nicht mehr. Sie ist oft in einer eigenen Welt. Es ist, als wäre sie wieder in einer Art Gefangenschaft. Das ist herzzerreißend, und wir fühlen uns hilflos“, erklärte die Schwester im ORF. Die Familie wolle nun über ihren Zustand informieren und öffentlich erklären, wie es dazu kommen konnte.

Natascha Kampusch lebte jahrelang in Gefangenschaft

1998 wurde Kampusch als Kind in Wien entführt und über mehrere Jahre von ihrem Entführer gefangen gehalten. Die Entführung ereignete sich am 2. März 1998, als sie auf dem Weg zur Schule war. Sie wurde in einem verborgenen Raum in einem Wohnhaus in Strasshof an der Nordbahn in Niederösterreich festgehalten.

Die Österreicherin Natascha Kampusch.

Natascha Kampusch.wurde als Kind entführt und war acht Jahre lang in Gefangenschaft. (Archivfoto)

Nach rund acht Jahren gelang ihr am 23. August 2006 spektakulär die Flucht, als ihr Entführer kurz unaufmerksam war. Dieser, Wolfgang Přiklopil, beging noch am selben Tag Suizid, indem er sich auf Bahngleise begab.

Umstrittener Film über Natascha Kampusch wird nächste Woche ausgestrahlt

Nach ihrer Befreiung im Jahr 2006 aus der Gewalt von Wolfgang Priklopil zweifelten viele Menschen an ihrer Geschichte. Hochrangige Staatsvertreter stempelten sie als Lügnerin ab.

Nach ihrer Flucht stand Kampusch stark im öffentlichen Fokus. 2010 veröffentlichte sie ihre Autobiografie „3096 Tage“, in der sie ihre Erlebnisse und die Zeit danach beschreibt. Später entstand auch eine Verfilmung des Buches. Außerdem engagierte sie sich mit einer eigenen Initiative/Stiftung zeitweise im Bereich Opferschutz, trat aber insgesamt eher punktuell öffentlich auf.

Anlässlich des 20. Jahrestags der Selbstbefreiung Nataschas wird am Montag, dem 16. März, im ORF daher die „Thema Spezial“-Dokumentation Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit zu sehen sein. (mbr)