Eine Frau soll den mexikanischen Sicherheitsbehörden den Aufenthaltsort von „El Mencho“ verraten haben.
Kartellboss getötetOnlyFans-Model soll „El Mencho“ verpfiffen haben – neue Details von Mexiko-Unruhen

Der Kartellboss „El Mencho“ ist in Mexiko am Sonntag getötet worden. Daraufhin brach Chaos aus.
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Die Tötung des mexikanischen Drogenbarons „El Mencho“ hat in weiten Teilen des Landes zu schweren Unruhen geführt. Nachdem auf den mexikanischen Kartellboss ein Kopfgeld von 15 Millionen US-Dollar ausgesetzt wurde, stellt sich die Frage, wer die Summe kassiert. Dabei rückt ein OnlyFans-Model ins Visier, das angeblich die aktuelle Freundin des Schwerverbrechers gewesen sein soll.
Die Rede ist von Maria Julissa, die alleine auf Instagram mehr als 3,6 Millionen Followerinnen und Follower hat. Zahlreiche Berichte deuten auf eine mutmaßliche Verbindung und einen möglichen Verrat hin. Die Mexikanerin soll die letzten 24 Stunden mit dem berüchtigten Kartellboss verbracht haben.
Verriet die Geliebte von „El Mencho“ den Kartellboss?
Unterstützt von der US-Armee erfuhr die mexikanische Armee schließlich, dass eine von „El Menchos“ Freundinnen zu einem Rendez-vous mit dem Drogenboss in Tapalpa kommen sollte. Die kleine Stadt liegt rund 130 Kilometer entfernt von Guadalajara, der Hauptstadt des zentralmexikanischen Bundesstaates Jalisco.
Eine „von ‚El Menchos‘ Liebschaften“ sei von einer Vertrauensperson zu einer Ranch dort gebracht worden, sagte der mexikanische Verteidungsminister Ricardo Trevilla am Montag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. Nach ihrem Treffen mit Oseguera am Samstag sei sie wieder abgereist, der Drogenboss sei mit seinen Leibwächtern in dem Anwesen zurückgeblieben.
OnlyFans-Model Maria Julissa steht im Verdacht und wehrt sich
Das Model widerspricht vehement den Darstellungen, die eine Verbindung zwischen ihr und dem Ableben des mexikanischen Kartellbosses „El Mencho“ herstellen. „Ich möchte absolut klarstellen: Ich habe nichts mit dieser Situation zu tun“, schrieb sie. Weiterhin betonte sie, alles sei „vollständig falsch“. Ihren Dank sprach sie all jenen aus, die sich unmittelbar bei ihr erkundigt und ihr beigestanden hatten.
Die mexikanische Armee hatte am Sonntag die Tötung des Drogenbaron Nemesio „El Mencho“ Oseguera, Mitbegründer und aktueller Chef des Cartel de Jalisco Nueva Generación (CJNG), bekannt gegeben. Daraufhin hatten mutmaßliche Bandenmitglieder des gefürchtetsten Kartellbosse des Landes etliche Straßen mit brennenden Autos und Lastwagen blockiert. Wegen der massiven Ausschreitungen hatte die Regierung landesweit 10.000 Soldaten entsandt.
Eskalation der Gewalt in Mexiko – Touristen verschanzen sich
Besonders der Bundesstaat Jalisco und die dortige Hauptstadt Guadalajara waren von der Gewalt betroffen. Die Bevölkerung in der Millionenstadt wurde dazu aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. In Jalisco sollen erst am Mittwoch die Schulen wieder öffnen.
Die USA hatten auf „El Mencho“ ein Kopfgeld von 15 Millionen Dollar (12,7 Millionen Euro) ausgesetzt, weil das von ihm gegründete Drogenkartell Jalisco Nueva Generación Kokain, Heroin, Methamphetamin und Fentanyl in die USA schmuggelt. Die Regierung in Washington hat ein großes Interesse an der Zerschlagung des Kartells, das von ihr als „terroristische Organisation“ eingestuft wird.
Nach der Militäroperation in Mexiko hat die amerikanische Regierung das Ableben von „El Mencho“ offiziell bestätigt. Darüber hinaus wird angenommen, dass Kartellmitglieder auf seinen Befehl hin in Mordanschläge auf Staatsvertreter involviert waren. Das amerikanische Außenministerium empfiehlt US-Bürgern in fünf Bundesstaaten Mexikos nach wie vor, sich an einem geschützten Ort aufzuhalten, auch wenn Flüge wieder stattfinden. (mbr)

