Am Wochenende soll ein neuer Versuch unternommen werden, um den Buckelwal in der Ostsee aus seiner bedrohlichen Lage zu befreien.
Wal-Drama in OstseeGeschwächter „Timmy“ atmet schwer – neuer Fahrplan für Rettung
Der gestrandete Buckelwal „Timmy” liegt weiterhin in der künstlich angelegten Mulde vor der Insel Poel in der Ostsee. Es gibt neue Pläne, den Meeressäuger am Wochenende mit einem Rettungsversuch aus seiner misslichen Lage zu befreien.
Der Meeressäuger zeigt immer wieder Lebenszeichen, indem er sich immer mal wölbt und seinen Rücken nach oben schiebt. Er atmet noch, aber es klingt schwer und schwach. Am Donnerstagabend wurde er auch noch einmal gefüttert. Aber Fachleute gehen davon aus, dass das Tier bereits stark geschwächt sei.
Wal-Drama in Ostsee: Wal soll frühestens am Sonntag bewegt werden
Es gibt aber noch Hoffnung, denn die Helfer wollen am Sonntag oder Montag einen neuen Versuch starten, um den Wal aus seiner Notlage zu befreien. Laut einem Bericht des NDR hängt der genaue Zeitpunkt von Wetter und Wasserstand ab. Und es liegt noch viel Arbeit vor den Rettern.

Helfer schütten Wasser auf dem Rücken des Buckelwals vor der Insel Poel.
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Bis Samstagfrüh soll eine Rinne vom aktuellen Liegeplatz bis ins tiefere Fahrwasser fertiggestellt werden. Sie soll eine Länge von etwa 110 Metern, eine Breite von zehn Metern und eine Tiefe von zwei Metern haben, sagte der für die Baggerarbeiten beauftragte Unternehmer Fred Babbel am Donnerstag. Rund 40 Meter seien bereits fertiggestellt, weitere 40 Meter sollen heute folgen.
Planungen laufen – Genehmigung noch aus
Damit der Wal aus der Mulde in die Rinne gelangt, soll er laut Babbel mit einem Netz angehoben und anschließend mit einer etwa 15 Meter breiten, absenkbaren Barge abtransportiert werden. Für dieses Vorgehen lag dem privaten Team am Donnerstag jedoch noch keine Zustimmung des Umweltministeriums vor. Laut Babbel sind am Konzept noch Nacharbeiten nötig.
Die Vertiefung, in der „Timmy“ aktuell liegt, wurde geschaffen, weil das Tier bei dem in den vergangenen Tagen sehr niedrigen Wasserstand im flachen Wasser durch sein eigenes Gewicht zu Schaden zu kommen drohte.
Am 23. März strandete der Wal erstmals auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in der Lübecker Bucht. Nach umfangreichen Rettungsversuchen schwamm er schließlich aus eigener Kraft weiter. Wenige Tage später folgte eine erneute Strandung in der Wismarer Bucht. Bei steigendem Wasserstand löste sich das Tier in der Nacht kurzzeitig, lag jedoch kurz darauf erneut auf der Sandbank und schwamm schließlich weiter.
Seit dem 31. März saß der Wal dann erneut fest, diesmal in der Kirchsee-Bucht. Am Montag kam es nach einer zweistündigen Irrfahrt von „Timmy” durch die Bucht am Ausgang der Bucht zur inzwischen fünften Strandung. Seitdem verharrt er an der gleichen Stelle. (mbr/dpa)

