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Hantavirus auf KreuzfahrtschiffInfizierte Deutsche auf dem Weg nach NRW – Schiffsarzt ebenfalls erkrankt

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Auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ ist der tödliche Hantavirus ausgebrochen.

Auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ ist der tödliche Hantavirus ausgebrochen. 

Nicht nur auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff geht die Angst um. Die WHO hat unterdessen eine Fahndung ausgerufen.

Nach dem Ausbruch des tödlichen Hantavirus mit drei Todesopfern spitzt sich die Situation auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ immer weiter zu. Die medizinische Evakuierung ist bereits im vollen Gange, trotzdem warten die Passagiere weiter auf Hilfe im Atlantik. Sechs Deutsche seien aktuell noch an Bord.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien drei Patienten mit Verdacht auf das Hantavirus vom niederländischen Kreuzfahrtschiff evakuiert worden. Die Patienten seien zur medizinischen Behandlung in die Niederlande unterwegs, schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf X. Der Transport findet unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Unter ihnen befinde sich auch die Kontaktperson des deutschen Todesopfers. Sie soll nach der Zwischenlandung in Amsterdam weiter nach Düsseldorf gebracht werden. Laut Informationen der „Bild“-Zeitung soll es sich dabei um eine Frau mit deutscher Staatsbürgerschaft handeln. In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt soll ein Hochinfektionstransport der Feuerwehr auf dem Rollfeld in Empfang genommen werden.

Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: WHO sucht fieberhaft nach Flugpassagieren

Unterdessen sucht die WHO jetzt fieberhaft nach Insassen eines bestimmten Flugs. Eine kürzlich verstorbene Niederländerin war kurz zuvor mit einem Linienflug der Fluggesellschaft Airlink von St. Helena nach Johannesburg gereist – möglicherweise hatte sie sich dabei mit dem tödlichen Virus infiziert. Im Rahmen der sogenannten Kontaktverfolgung sucht die WHO derzeit intensiv nach 82 weiteren Passagieren des Flugs 4Z132.

Der geplante Anlauf des Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ auf den Kanarischen Inseln in Spanien löste darüber hinaus eine politische Debatte aus. Kanaren-Präsident Fernando Clavijo kritisierte die mangelnden Informationen seitens der Zentralregierung und sprach von „fehlender Transparenz“. Er forderte ein kurzfristiges Treffen mit Ministerpräsident Pedro Sánchez und bat nach eigenen Angaben auch Gesundheitsministerin Mónica García um Gespräche.

Tödlicher Virus auf Kreuzfahrtschiff: Schiffsarzt zeigt wohl schwere Symptome

Das spanische Gesundheitsministerium erklärte hingegen, die Entscheidung für einen möglichen Anlauf sei in Abstimmung mit der WHO und der EU sowie im Rahmen internationalen Rechts und humanitärer Grundsätze getroffen worden. Laut „Bild“ ist inzwischen auch durchgesickert, dass der Schiffsarzt, ein Spanier, ebenfalls erkrankt sei. Er zeige wohl schwere Sympthome. 

Die „Hondius“ mit knapp 150 Menschen an Bord war im Süden Argentiniens gestartet und liegt derzeit vor Kap Verde im Atlantik und wartet auf Hilfe. Die WHO teilte mit, dass Passagiere und Besatzung engmaschig überwacht würden und das öffentliche Gesundheitsrisiko weiterhin als niedrig eingeschätzt werde. (mbr)