Wie viel der Eintritt zum Kölner Dom ab Juli kosten wird, steht bislang nicht fest. Orientiert man sich an den europäischen Nachbarn, könnte es teuer werden.
Kölner Dom kostet bald auch EintrittDas zahlen Besucher in Europas bedeutendsten Kathedralen

Touristen fotografieren den Kölner Dom. (Symbolbild) Wenn sie hineinwollen, müssen sie ab Juli eine Gebühr entrichten.
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Bei den meisten Köln-Touristen steht er wohl ganz oben auf der Liste unbedingt zu besuchender Orte: der Kölner Dom, das Wahrzeichen Kölns. Rund sechs Millionen Menschen besuchen die Kathedrale des Erzbistums Köln jedes Jahr, laut Dompropst Guido Assmann sind etwa 99 Prozent der Dom-Besucher Touristen. Genau diese werden für den Besuch des Innenraums ab Juli nun bezahlen müssen. Das teilte das Domkapitel am Donnerstag (5. März) auf einer Pressekonferenz mit.
Wie teuer sie ein Besuch zu stehen kommt, ist noch unklar. Wie hoch die sogenannte „Besichtigungsgebühr für touristische Besucherinnen und Besucher“ tatsächlich sein wird, soll erst in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.
Zwei Euro, fünf, oder gar zehn? Noch ist völlig unklar, wie das Preisgefüge gestaltet wird. Ein Blick in andere europäische Länder und deren große Kathedralen zeigt: Die Unterschiede bei der Preisgestaltung sind enorm. Während etwa der Petersdom im Vatikan ebenso wie das Innere der Notre-Dame oder der Basilika Sacré-Cœur de Montmartre in Paris kostenlos besucht werden können, müssen Menschen in anderen berühmten Kirchen zum Teil mehrere Scheine auf den Tisch legen.
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Berühmte britische Kathedralen erheben fast alle Eintritt – London besonders teuer
Ein Besuch der Londoner Wahrzeichen St. Paul's Cathedral und Westminster Abbey hat seinen Preis. Für die berühmte Westminster Abbey in London müssen Besucher rund 35 Euro zahlen, in der St. Paul's Cathedral gelten ähnliche Preise. Der Eintritt pro Person variiert je nach Jahreszeit und Nachfrage.

Westminster Abbey gehört zu den bekanntesten Kirchen Europas. (Archivbild)
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Italien: Meiste Kirchen grundsätzlich frei zugänglich
Anders als in London sind Kirchen in Italien in der Regel kostenlos zu besuchen. Die italienische Tradition betont, dass der freie Zugang zu den Sakralbauten nicht durch Eintrittsgelder für Touristen behindert werden sollte. Das Pantheon in Rom bildet eine Ausnahme. Der Eintritt kostet dort seit Juli 2023 für Erwachsene fünf Euro. Der Eintritt in den Mailänder Dom erfordert ebenfalls Tickets. Auch in viel besuchten Städten – wie zum Beispiel Florenz, Pisa und Venedig – kann ein Eintrittsgeld von wenigen Euro anfallen.
Sagrada Família Spitzenreiter in Spanien
In Spanien kann der Besuch einer Kirche für eine Familie hingegen schon deutlich teurer werden als in Italien. Der Eintritt in die Sagrada Família in Barcelona beispielsweise kostet stolze 26 Euro. Das Gotteshaus ist einer der Touristenmagnete der Stadt. Die Eintrittsgelder fließen in die Finanzierung des Baus, der bereits seit 140 Jahren andauert.

Die Sagrada Familia in Barcelona strahlt in der Morgensonne (Archivbild)
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Wer in die Kathedrale von Sevilla in Andalusien möchte, kann ab 13 Euro ein Ticket erwerben. In der Kathedrale von Palma de Mallorca werden 16 Euro für den Einlass verlangt.
Preise für Eintritt am Kölner Dom noch ungewiss
Kirchen in Deutschland sind in der Regel kostenfrei. Bis Touristen wissen, was sie ab Juli in Köln bezahlen, um Eintritt in den Innenraum des Doms zu erhalten, werden noch einige Wochen vergehen. Man werde in den kommenden Wochen ein Preisgefüge erstellen und auch über Sonderkonditionen und mögliche ‚Aktionstage‘ mit freiem Eintritt für bestimmte Besucherinnen und Besucher nachdenken, so Dompropst Guido Assmann am Donnerstag.
Bedeutende Kathedralen in Europa, die kostenlos besucht werden können
- Petersdom im Vatikan
- Dom von Florenz
- Notre-Dame und Basilika Sacré-Cœur de Montmartre in Paris
- Kathedrale von Santiago de Compostela in Galicien
- Almudena-Kathedrale in Madrid

