Eigentlich machen die jungen „MySpirulina“-Gründer mit ihrer gesunden Ernährungsidee bei „Die Höhle der Löwen“ fast alles richtig. Doch weil sie stur auf einer maßlos überzogenen Millionenbewertung beharren, fliegen sie beinahe raus. Dann kommt unerwartet Bewegung ins Spiel.
Als Gründer sich auf 50-Prozent-Deal einlassen, staunt VOX-Löwe Maschmeyer„Hast du das kommen sehen?“

Superfood vom heimischen Fensterbrett: Die jungen „MySpirulina“-Gründer Ben (Mitte) und Sara haben ein Starter-Kit entwickelt, mit dem man die nährstoffreichen Mikroalgen zu Hause selbst züchten kann. (Bild: RTL / Bernd-Michael Maurer)
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Nicht nur in Kennerkreisen gilt längst als ausgemacht, dass dem Superfood Spirulina aus den gleichnamigen Mikroalgen die Zukunft gehört. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt die darin enthaltenen Proteine, Vitamine, Mineralien und Antioxidantien wegen ihrer gesundheitlichen Vorteile zum täglichen Konsum. Und sogar die NASA nutzt sie für Astronauten-Nahrung. So gesehen liegen die beiden Freunde Sara und Ben, die sich einst im Bio-Leistungskurs an der Schule kennengelernt haben und ihr Produkt nun bei „Die Höhle der Löwen“ vorstellten, mit ihrem Start-up „MySpirulina“ genau richtig.
Dahinter steckt eine Lösung für eine Spirulina-Farm für zu Hause. In einem großen Glas wachsen innerhalb von zehn Tagen die gesunden Algen - auf dem Fensterbrett. Möglich macht das ein einfaches „Rezept“ aus dem „MySpirulina“-Starter-Set sowie ein Abo für das zugehörige Nährmedium, das die Gründer im großen Stil vertreiben wollen. Ohne viel Aufwand kann dann die Ernte eingefahren werden, um Spirulina-Algen aus dem Eigenanbau frisch in Shakes, Desserts oder herzhafte Gerichte zu integrieren.
„Ich schmecke, dass ich nichts schmecke“
Schon auf den ersten Blick überzeugt das hoch engagierte Auftreten der jungen Unternehmer. „Du hast das fröhlichste Lächeln, das ich hier je gesehen habe“, sagt Investor Carsten Maschmeyer zur 25-jährigen Co-Gründerin Sara. Sie antwortet schlagfertig: „Ich habe ganz viel Spirulina gegessen.“ Besonders gut mit den Spirulina-Wirkstoffen kennt sich Judith Williams aus - ein großer Fan war sie bislang allerdings nicht.

Nach zehn Tag im Glas können die Algen „geerntet“ werden. 200.000 Euro für lediglich zehn Prozent an ihrer Firma wollen die Gründer für „MySpirulina“ haben. (Bild: RTL / Bernd-Michael Maurer)
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Doch dann wendet sich das Blatt: Die Beauty-Expertin ist hellauf begeistert von „MySpirulina“. „Ich bin platt“, sagt sie. „Ich schmecke, dass ich nichts schmecke“, jubelt Judith Williams. Und genau darum geht's: Herkömmliche Algen-Pulver oder Pasten haben meist einen eher unangenehmen Fisch-Geruch, der hier komplett fehle. Genau das mache den Eigenanbau mit „MySpirulina“ so vielseitig.
Was allerdings ganz schlecht ankommt: Die Start-up-Unternehmer wollen doch tatsächlich 200.000 Euro für nur zehn Prozent der Firmenanteile haben, was eine Bewertung von zwei Millionen Euro ergäbe. Dabei haben sie bislang erst vergleichsweise mickrige 18.000 Euro umgesetzt - in acht Monaten. Frank Thelen wendet sich ab, dann auch Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel.
Hartes Nachverhandeln: Die Gründer werden noch mal weggeschickt
Interessiert wirken dagegen Carsten Maschmeyer und Judith Williams - aber unter keinen Umständen mit der völlig überzogenen Bewertung, die sie fast für eine Frechheit halten. Das dämmert dann auch dem 24-jährigen Co-Gründer Ben: „Mit der Bewertung kriegen wir keinen Deal.“ Was es so auch nicht alle Tage gibt: Die Jungunternehmer werden kurz weggeschickt, damit sie ihre Vorstellungen noch mal anpassen und ein besseres Angebot nachlegen. „Eines muss man mal sagen: Das, was wir jetzt haben, gab es noch nie“, betont Ralf Dümmel bei der Rückkehr der beiden. „Dass drei Löwen hier überlegen, was tun sie, und euch die Aufgabe geben, die Bewertung noch mal neu zu machen.“
Zur großen Überraschung entpuppt sich das dann aber als herbe Enttäuschung: Jetzt wollen die „MySpirulina“-Erfinder 200.000 Euro für 15 Prozent haben. Was für ein halsbrecherischer Crash-Kurs, den die beiden Business-Neulinge fahren und damit „MySpirulina“ gegen die Wand knallen. Auch auf 25 Prozent möchte er sich im Duo mit Judith Williams nicht einlassen. Maschmeyer wird plötzlich richtig laut.
„50:50 - und wir haben einen Deal“, poltert es aus ihm heraus. Es klingt wirklich wie die allerletzte Chance. Von zehn Prozent über ein paar Zwischenschritte bis zur Hälfte an ihrer Firma. Kann man das überhaupt annehmen?
Ben und Sara wirken wie geschockt. Noch einmal stecken sie kurz die Köpfe zusammen, dann geben sie sich einen Ruck - und schlagen ein. Doch noch ein Deal - auf den letzten Drücker. „Das habt Ihr richtig gemacht“, freut sich Judith Williams. Auch Maschmeyer staunt: „Also jetzt sind wir selber überrascht. Hast du das kommen sehen?“ (tsch)
