Der berühmte britische Naturforscher und -filmer David Attenborough wird 100 Jahre alt. Was ist das Geheimnis seiner Langlebigkeit?
Britischer Naturfilmer David Attenborough wird 100Was ist das Geheimnis seiner Langlebigkeit?

Sir David Attenborough feiert am 8. Mai seinen 100. Geburtstag. (Bild: 2022 Getty Images/Pool)
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Die Menschen für die Schutzbedürftigkeit unseres Planeten zu sensibilisieren, das sieht David Attenbborough als eine einer Missionen an. (Bild: Keith Scholey / Netflix)
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Als Naturforscher und Tierfilmer hat David Attenborough Fernsehgeschichte geschrieben. Die Kunst, die Welt der Tiere mithilfe von spektakulären Aufnahmen einem staunenden Publikum näherzubringen, beherrscht der Brite wie kein Zweiter. Doch so anerkennenswert seine Arbeit, so bewundernswert auch das Alter, das er erreicht hat: Am 8. Mai feiert Attenborough seinen 100. Geburtstag. Was ist das Geheimnis seiner Langlebigkeit?
Sport, gesunde Lebensführung, bewusste Ernährung, Vermeidung von Stress, Genetik - einer oder mehrere dieser Faktoren muss oder müssen doch der Grund dafür sein, dass Attenborough zu den weniger als 0,03 Prozent der Menschen aufschließen konnte, denen es vergönnt war, das Lebensjahrhundert vollzumachen. Der Moderator und Autor selbst gibt sich bei diesem Thema - in seiner typischen Art, möchte man meinen - bescheiden und geradezu demütig.

Sir David Attenborough geht hier auf Tuchfühlung mit einem afrikanischen Riesen-Tausendfüßler. (Bild: Mark Carwardine / BBC)
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Nicht weil er die christlichen Tugenden gelebt habe, habe er sein Alter erreicht, sagte er vor zehn Jahren in einem Interview mit der britischen Rundfunkanstalt BBC. Vielmehr habe er „einfach nur Glück“ gehabt. Dabei verwies er auf die Menschen in seinem sozialen Umfeld, die nach seinem Verständnis offenbar weniger Glück hatten: „Verwandte und Freunde, die 90 sind und sich nicht mehr daran erinnern können, welcher Tag heute ist, und die nicht mehr laufen können“, so der Tierfilmer.
Glück als Erklärung für seine Langlebigkeit, das impliziert auch eine ihm von den Vorfahren in die Wiege gelegte physische Verfassung. Bei Attenboroughs Verweis auf seine „Verwandte und Freunde“, dürfte er daher eher die Freunde im Blick gehabt haben. Denn auch seine Brüder erreichten ein stattliches Alter: Der Jüngste, Unternehmer John Attenborough, wurde 84, und der Älteste, Schauspieler (“Jurassic Park“) und Regisseur (“Gandhi“) Richard Attenborough, starb 2014 fünf Tage vor seinem 91. Geburtstag.
Die „Stimme der Natur“

David Attenborough vor der Naturkulisse im Rahmen der Kino-Doku „Ozean mit David Attenborough“ (2025), bei der er auch als Autor fungierte. (Bild: National Geographic)
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David Attenborough wurde am 8. Mai 1926 in London geboren. Im englischen Leicester wuchs der Sohn eines Universitätsdirektors aber nicht nur an der Seite von Vater, Mutter und zweier Brüder auf. David hatte auch zwei nicht-blutsverwandte Schwestern. Die beiden aus Nazi-Deutschland geflohenen jüdischen Mädchen hatten seine Eltern als Pflegekinder aufgenommen.

Für den Klimawandel ist die „Plage Mensch“ verantwortlich, sagt David Attenborough. In der Doku „Greta Thunberg: Ein Jahr, um die Welt zu verändern“ macht er der Umweltaktivistin Greta Thunberg Mut, damit sie sich weiter für das Klima einsetzt. (Bild: BBC Studios / Alex Board)
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Seine außergewöhnliche Karriere begann Attenborough bereits in den 1950er-Jahren. Schon damals arbeitete er für die BBC, in deren Auftrag er diverse Dokureihen realisierte. Der große Durchbruch als Naturfilmer stellte sich aber erst in den 1970ern mit der Serie „Life on Earth“ ein. „Spiele des Lebens“, „Das Leben der Vögel“ oder „Das Leben der Säugetiere“ gehören ebenfalls zu den wichtigsten Produktionen, an denen er beteiligt war. Zuletzt war Attenborough 2025 mit der Doku „Ozean mit David Attenborough“ in den Kinos zu sehen.
Nicht nur das Leben der Tiere in der freien Wildbahn, auch die vom Menschen abhängige Umwelt rückte der auch als „Stimme der Natur“ bezeichnete Naturfilmer ins Blickfeld. In der Dokumentation „Are We Changing Planet Earth?“ beschäftigte sich Attenborough ausführlich mit dem Klimawandel. Wer dafür die Verantwortung trägt, daraus macht er keinen Hehl. Der Mensch, sagte er 2013 in einem Interview mit „Radio Times“, sei „eine Plage für die Erde. In den nächsten rund 50 Jahren wird sich das rächen.“
Für seine Arbeit und sein Engagement erhielt Attenborough zahlreiche Auszeichnungen. Zweimal wurde er von der britischen Krone zum Ritter geschlagen, Dutzende Pflanzen und Tiere wurden nach ihm benannt. Dazu kommen etliche Fernsehpreise, drei Emmys und fünf BAFTAs. Im Rekordebuch Guinness World Records wird Attenborough als Person geführt mit der längsten Karriere als Naturforscher und Fernsehmoderator. (tsch)