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Edith Stehfest spricht in TV-Show Klartext„Ich bin dankbar, das ich nicht gestorben bin“

4 min
Bei Edith Stehfests Lebensbeichte flossen bei „Promis unter Palmen“ (SAT.1) die Tränen. Aber nicht nur bei ihr. (Bild: Joyn)

Bei Edith Stehfests Lebensbeichte flossen bei „Promis unter Palmen“ (SAT.1) die Tränen. Aber nicht nur bei ihr. (Bild: Joyn)

Intrigen! Beleidigungen! „Spiele“ am Rande der Selbstzerfleischung! Was fehlt da noch, um das Herz des Realityfans lustvoll bumpern zu lassen? Klar: Tränen und Schicksale. Und so lud „Promis unter Palmen“ (SAT.1) kurz vor der Ziellinie zum Seelenstrip.

Vorher strömte der Schampus. Erst beim Kapitänsspiel, dann bei jenen, die es gewannen und sich als Teamkapitäninnen feiern ließen: Edith und Gina-Lisa Lohfink! (Bild: Joyn)

Vorher strömte der Schampus. Erst beim Kapitänsspiel, dann bei jenen, die es gewannen und sich als Teamkapitäninnen feiern ließen: Edith und Gina-Lisa Lohfink! (Bild: Joyn)

Es gibt einfach zu viele Reality-Formate. Deshalb muss schon was Spezielles her, damit dem Fan daheim auf dem Sofa die Chipstüte besonders emotional knistert. Da reichen grenzdebile Spielchen oder gegenseitige herzerfrischende Beleidigungen nicht mehr, die Intelligenz oder Charaktere der Kandidaten an ihre Grenzen bringen. Manchmal sind aber die einfachen Ideen die besten. „Erzählt über die Höhen und Tiefen eures Lebens“, lautete die Aufgabe für die sechs verbliebenen „Promis unter Palmen“ (SAT.1). Und es wurde hoch emotional. Vor allem, weil Edith Stehfest und Gina-Lisa Lohfink „ordentlich Butter bei die Fische“ gaben und richtig auspackten.

Es sollte die Ruhe zwischen zwei Stürmen werden. Gerade war das letzte Kapitänsspiel absolviert worden. Die Kandidaten hatten sich beim Kletterspiel Schampus nicht in, sondern über den Kopf gegossen (um ihn in einem dort installierten Becher aufzufangen). Edith und Gina-Lisa (“Champagne is meins!“) hatten das am besten gemacht und waren Team-Kapitäninnen geworden. Dilara Kruse hatte das nicht so gut gemacht und war kurz ohnmächtig - und von Ersthelfer Kevin Wolter reanimiert - worden. Am nächsten Morgen stand das letzte Teamspiel an. Da sollte die ganze Truppe bei einem gemeinsamen Abends mal ein bisschen runterkommen.

Maurice Dziwak musste sich beim Kletter-Spiel knapp geschlagen geben. Für ihn reichte es - wegen 80 Milliliter zu wenig gesammeltem Champagner - nur für Platz drei. (Bild: Joyn)

Maurice Dziwak musste sich beim Kletter-Spiel knapp geschlagen geben. Für ihn reichte es - wegen 80 Milliliter zu wenig gesammeltem Champagner - nur für Platz drei. (Bild: Joyn)

Klappte nicht so ganz.

Edith Stehfests Lebensbeichte rührt Dilara Kruse zu Tränen

Für die höhenängstliche Dilara Kruse war das Spiel zu viel. Sie fiel danach kurz in Ohnmacht, wurde aber von Ersthelfer Kevin Wolter „zurückgeholt“. (Bild: Joyn)

Für die höhenängstliche Dilara Kruse war das Spiel zu viel. Sie fiel danach kurz in Ohnmacht, wurde aber von Ersthelfer Kevin Wolter „zurückgeholt“. (Bild: Joyn)

Gina-Lisa blickte den Lebens-Retrospektiven gespannt entgegen. „Da lernt man die Menschen viel besser kennen.“ Die Storys von Dilara (“Mein Mann ist immer für mich da“), Kevin (“Für meine Kinder tu ich alles“), Maurice Dziwak (“Papa kriegt jetzt 'ne Prinzssin“) und Franzi Temme (“Ich weiß, dass ich oft naiv bin“) waren aber trotz einiger dunkler Schatten aus Pleiten, Gewalt, Hate, Sterbefällen und Trennungen letztlich eher als „oooh, wie süüüüß“ abzuheften.

Mit dem süßlichen Quatsch räumte Edith dann auf. Erst war sie noch wenig amused und hatte „Mir fällt nix ein“ gemurrt. Dann aber entschied sie sich für das andere Extrem. Überschrieb ihre Lebensskizze mit „Wenn schon, denn schon“ und packte aus. Über eine frühe Liebe zu einem Mädchen, die dramatisch endete und sie auf den „bewussten Weg“ führte, Drogen zu nehmen. Zum Versuch, Liebeskummer mit Crystal Meth zu kompensieren. In eine jahrelange Abhängigkeit. Ihre Stimme wackelte, als sie sagte: „Ich bin dankbar, dass ich nicht gestorben bin, dass ich immer wieder zu mir gekommen bin.“ Da hatte Dilara schon Tränen in den Augen (“Ich sehe Edith mit anderen Augen“) und Maurice anteilsvoll-erstaunte Schnappatmung.

Gina-Lisa Lohfink: „Ich habe viel Gewalt erlebt“

Mal runterkommen, relaxen, bisschen was erzählen? Von wegen. Die Lebensbeichten gerieten vor allem bei Edith und Gina-Lisa zum Seelenstriptease. (Bild: Joyn)

Mal runterkommen, relaxen, bisschen was erzählen? Von wegen. Die Lebensbeichten gerieten vor allem bei Edith und Gina-Lisa zum Seelenstriptease. (Bild: Joyn)

Auch vom Kennenlernen mit Eric erzählte sie. „Sieht der gut aus“, sei ihre erste Reaktion gewesen. Er war damals selbst grade clean geworden und half ihr aus dem Drogenrausch. Sie berichtete von den Geburten der gemeinsamen Kinder, verdrückte dabei Tränchen der Rührung. Schade, dass das Glück Geschichte ist und das Paar längst getrennt.

Team Gelb vor dem Teamspiel: Dilara Kruse, Kapitänin Edith Stehfest und Maurice Dziwak. Problem: die Kommunikation war chaotisch. (Bild: Joyn)

Team Gelb vor dem Teamspiel: Dilara Kruse, Kapitänin Edith Stehfest und Maurice Dziwak. Problem: die Kommunikation war chaotisch. (Bild: Joyn)

Franzi guckte angesichts der Enthüllungen wie ein verschrecktes kleines Reh, Kevin schien zur Herkules-Säule erstarrt. Maurice, der „Löwe“, miaute fast zärtlich: „Ich wünsche ihr Frieden für ihre Seele und hoffe, dass bei den Stehfests alles gut wird.“

Auch Gina-Lisas zweiminütiger Ausflug in ihr Leben war eher ein Parforceritt. Die Eltern trennten sich früh, die geliebten Großeltern starben. Danach wurde es nicht besser. „Ich habe viel Gewalt erlebt, wurde jahrelang geschlagen, zweimal vergewaltigt, oft fertiggemacht, beleidigt.“ Gina-Lisa erzählte eher sachlich, mit Nachdruck (“Ich verdränge viel“), als gäbe sie einen technischen Pannenbericht. Aber er schüttelte die Zuhörer emotional durch. Entsetzte Blicke und Dilara wieder am Schluchzen: „Die tut mir voll leid. Man hat ihr voll viel unrecht getan.“

Franzi Temme intrigiert und Kevin Wolter fliegt planmäßig raus

Franzis Intrige ging auf. Sie wurde gesichert, Kevin in die Wüste geschickt. Vor allem der Verrat durch Maurice habe ihm „das Herz gebrochen“. (Bild: Joyn)

Franzis Intrige ging auf. Sie wurde gesichert, Kevin in die Wüste geschickt. Vor allem der Verrat durch Maurice habe ihm „das Herz gebrochen“. (Bild: Joyn)

Aber natürlich, Reality bleibt Reality und Realität bedeutet: Spätestens beim Ausscheidungsrennen um die Halbfinalplätze und die Nominierung für den Exit war die ganze Gefühlsduselei wieder vergessen. Denn Franzi ist kein Rehkitz, sondern intrigant verschlagen. Deshalb manipulierte sie das Teamspiel und sorgte dafür, dass „ihr“ Team Orange mit Kapitänin Gina-Lisa und Hüne Kevin verlor. Deshalb landete Kevin mit ihr - Franzi - auf der Nominierungsliste. Sie aber wurde von Edith, Dilara und Maurice „gesafed“ und dafür Kevin in die Wüste geschickt.

Darüber war Kevin ziemlich erstaunt. Vor allem von Maurice, seinem „Muckel“, verraten worden zu sein, habe ihm „das Herz gebrochen“. Gina-Lisa konnte dagegen kaum glauben, dass Dilara den „Typen, der dir fast das Leben gerettet hat“, abschoss. Und das auch noch für Franzi. Die wollte das nicht auf sich sitzen lassen und keifte Gina-Lisa an „Du solltest hier stehen, du leistest nichts!“ Was wiederum Gina-Lisa explodieren ließ: „Pass auf, wie du mit mir redest, du Rotzgöre.“

Und da war sie wieder, die Realitywelt. Zwar nicht heil, aber so real, dass es weh tut. „Zerfleischt euch nicht“, sprach Kevin weise zum Abschied.

Wer letztlich außer Kevin das Halbfinale verpasste, wurde nicht bekannt gegeben. Nachdem es im Ausscheidungsspiel gleich zweimal Gleichstand zwischen Edith und Maurice gegeben hatte, hatte auch SAT.1 keine Lust mehr: Cliffhanger! Entscheidung erst nächste Woche. (tsch)