Donald Trump, Boris Jelzin und sogar die irische Bevölkerung - sie alle verehrten Queen Elizabeth II. Wie die legendäre Monarchin das schaffte, versuchen enge Vertraute in der ZDF-Doku „Die Queen und ich“ zu schildern.
„Er sah sie nie wieder“ZDF-Doku zeigt, wie Queen Elizabeth II. alle um ihren Finger wickelte

Queen Elizabeth II. konnte alle verzaubern, wie die ZDF-Doku „Die Queen und ich“ zeigt. (Bild: ZDF / GettyImages / Max Mumby / Indigo)
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Donald Trump bezeichnete sich einst als „Lieblingspräsident“ von Queen Elizabeth II. In der ZDF-Doku „Die Queen und ich“ ist Hugo Vickers, Biograf der königlichen Familie, davon nicht sonderlich überrascht, merkt allerdings auch an: „Dazu kann ich nur sagen, dass wahrscheinlich jeder Präsident dachte, der Lieblingspräsident zu sein.“
Hugo Vickers schildert in dem Film, indem erstmals enge Vertraute aus dem „Inner Circle“ ihre Erinnerungen an die vor über drei Jahren verstorbene Monarchin preisgeben, dass die Queen sehr gut darin gewesen sei, „die Leute zu unterhalten“. So habe sie beispielsweise auch Russlands früheren Präsidenten Boris Jelzin „einfach um den kleinen Finger gewickelt“, erzählt Vickers und fügt an: „Er glaubte, eine neue Freundin gefunden zu haben. Dabei sah er sie nie wieder.“
„Oh mein Gott, passiert das gerade wirklich?“
Dass die Queen genau wusste, wie sie sich zu verhalten und den Frieden zu wahren hatte, zeigte sich auch 2011 bei ihrem Staatsbesuch in Irland. Nach 100 Jahren war es der erste Besuch eines britischen Monarchen in der Republik, die ihre Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich mit zahlreichen Menschenleben bezahlen musste. David Brophy, Dirigent aus Irland, erinnert sich: „Allen war klar, hier passiert etwas Großes, Gigantisches.“ Dennoch habe aber auch sehr viel Skepsis in der Bevölkerung geherrscht.
Als ersten Programmpunkt ging die Queen schließlich zum Garden of Remembrance, um die Menschen zu ehren, die für die irische Unabhängigkeit gekämpft hatten. Für den Dirigenten eine „starke symbolische Geste“. David Brophy erzählt: „Ich weiß noch, wie ich das sah und dachte: 'Oh mein Gott, passiert das gerade wirklich?'“ Als sie die irische Präsidentin dann auch noch auf Irisch ansprach und von „Freunden“ redete, sei allen klar geworden: „Hier kommt jemand über die irische See und sagt: 'Lasst und einander die Hände reichen.'“
„Als ich dann das Vergnügen hatte, ein Konzert für ihre Majestät zu dirigieren, war sie schon die beliebteste Person in Irland“, berichtet David Brophy weiter. Im Nachhinein ärgert er sich nur über eines. Als sie die Reihe durchging, um alle zu begrüßen, habe sie etwas zu dem Dirigenten gesagt. Der Lärm um sie herum sei allerdings „wie bei einem Rockstar“ gewesen, daher habe er sie nicht verstehen können. „Wenn ich doch nur wüsste, was sie zu mir gesagt hat.“
Die komplette Doku „Die Queen und ich“ ist am Donnerstag, 9. April, 20.15 Uhr, bei Arte und am Dienstag, 21. April, 20.15 Uhr, im ZDF zu sehen. Sie ist ab sofort in der ARTE-Mediathek und ab Freitag, 10. April, in der ZDF-Mediathek verfügbar. (tsch)
