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Gastgeber serviert „Das perfekte Dinner“ in seiner Garage„Da dachte ich erst, das ist ein Scherz“

3 min
Mit einem Franciacorta will Eugenio (rechts) seine Gäste (von links) Alina, Robert, Radost und Lilia in Stimmung bringen.
 (Bild: RTL)

Mit einem Franciacorta will Eugenio (rechts) seine Gäste (von links) Alina, Robert, Radost und Lilia in Stimmung bringen. (Bild: RTL)

Ihre Abneigung gegenüber gutem Fleisch versucht Radost bei „Das perfekte Dinner“ (VOX) in Lüneburg möglichst zu ignorieren. Doch an Tag 2 gibt es bei Eugenio etwas, das sie noch weniger mag als ein Rinderfilet von bester Qualität ...

Der Italiener Eugenio (38) lebt seit 13 Jahren in Deutschland, seit einem halben Jahr in Tespe. „Ich war tatsächlich Volleyball-Profi in Italien und zum Teil auch in Deutschland“, erzählt er von seiner Sportlervergangenheit, als er in Italien Bundesliga-Pokale gewann und später bei der SVG Lüneburg spielte. Klar kann der Import-Sachbearbeiter italienisch kochen, „aber ich wollte die Gäste überraschen mit etwas anderem“. Unter dem „Dinner“-Motto „Kulinarische Poesie - drei Strophen für den Gaumen“ will er sie mit folgenden Speisen verwöhnen:

  1. Vorspeise: „Sonetto verde“ - Gemüseflan umhüllt von einer Parmesancreme
  2. Hauptspeise: „Canto di bosco“ - Wildgulasch begleitet von Drillingen und karamellisierten Möhren
  3. Nachspeise: „Ode al dolce autunno“ - Tiramisu mit karamellisierten Äpfeln und Karamellkeksen, veredelt mit Mascarpone-Creme
Hoffentlich gelingen Eugenio heute die Gemüsetörtchen - anders als die drei Male zuvor.
 (Bild: RTL)

Hoffentlich gelingen Eugenio heute die Gemüsetörtchen - anders als die drei Male zuvor. (Bild: RTL)

Da Eugenio aus Treviso stammt, der Stadt, in der das Tiramisu erfunden wurde, muss der Klassiker - allerdings abgewandelt - mit ins Menü: „Leute aus der ganzen Welt kommen nach Treviso nur für ein Tiramisu.“ Der Grund ist klar: „Das war ein Gute-Laune-Bringer.“ Sorgen bereitet ihm die Vorspeise: „Ich habe das schon dreimal probiert, und dreimal hat es nicht gut geklappt.“ Beim Aufschlagen der Eier freut er sich über ein Doppeldotter in der Gemüsetörtchen-Masse: „Zwei Eier in einem, das bringt Glück!“

Angstgegner: Wildfleisch

Gespannt beobachten die Gäste Eugenio, wie er den störrischen Kamin aufmacht.
 (Bild: RTL)

Gespannt beobachten die Gäste Eugenio, wie er den störrischen Kamin aufmacht. (Bild: RTL)

Währenddessen schaut auch ein Glücksbringer beim Interview von Lilia (46) und Robert (44) vorbei: ein Marienkäfer. Das kann ja nur ein guter Tag werden. Radost (29) hat jedoch Zweifel beim Hauptgang: „Da haben wir einen Angstgegner von mir, nämlich Wildfleisch.“ Auch Alina (27) mag kein Wild: „Da schließe ich mich an.“ Die Nachspeise begeistert sie umso mehr: „Das ist mein Traum. Davon nehme ich gerne drei!“

Alina stellt beim Hauptgang fest: Wild schmeckt!
 (Bild: RTL)

Alina stellt beim Hauptgang fest: Wild schmeckt! (Bild: RTL)

Mit einem Franciacorta aus Eugenios Heimat beginnt der Abend voll kulinarischer Poesie. Beim Aperitif in der Küche verrät der Gastgeber: Er kocht hier, gegessen wird draußen. Draußen bei den herbstlichen Temperaturen? „Da dachte ich erst, das ist ein Scherz“, wundert sich Lilia. Doch die gemütlich umgebaute Garage gefällt. „Ich habe noch nie so eine tolle Garage gesehen“, wünscht sich Alina ebenfalls so ein Speisezimmer. Und der Kamin sorgt für wohlige Wärme.

Alina „hätte gerne das Rezept“

Auch der Nachtisch hinterlässt Eindruck, kann die Erwartungen aber nicht erfüllen.
 (Bild: RTL)

Auch der Nachtisch hinterlässt Eindruck, kann die Erwartungen aber nicht erfüllen. (Bild: RTL)

Das doppelte Eigelb bringt tatsächlich Glück: Die Gemüsetörtchen gelingen. „Es war Katastrophe“, berichtet Eugenio den Gästen von seinen matschigen Fehlversuchen. „Die Konsistenz ist wirklich toll“, findet Lilia. „Ich hätte gerne das Rezept“, ist auch Alina begeistert. „So besonders auch“, gefällt Robert die ungewöhnliche Idee mit dem Flan.

Während der Wartezeit aufs Hauptgericht will Robert Holz nachlegen, doch er kriegt den Kamin nicht auf. Lilia versucht es, scheitert aber ebenfalls. Auch Alina schafft es nicht: „Das kann doch nicht sein, dass wir so einen Kamin nicht aufkriegen?“ Robert holt Eugenio aus der Küche: „Wir sind zu schwach!“ Eugenio meint: „Ja, man braucht ein bisschen Kraft.“

Zum Wildgenuss bekehrt, vom Tiramisu enttäuscht

Dann gibt es Wildgulasch aus Reh und Hirsch. „Oh, es riecht gut“, fühlt sich Alina schon vor dem ersten Bissen zum Wildgenuss bekehrt. „Ich mag das Fleisch sehr gerne“, stellt sie beim Essen fest. „Jetzt bereue ich es grad total, dass ich die letzten Jahre kein Wild gegessen habe.“ Radost wirft ihre Vorbehalte ebenfalls über Bord: „Ich bin grade richtig erleichtert, weil ich dachte schon, ich sitze hier und muss mich zwingen, es runterzuschlucken. Aber es schmeckt mir so gut!“ Ihr Fazit: „Ich hatte am meisten Angst vor der Hauptspeise, und ich bin durch dieses Wildgulasch auf jeden Fall ein Fan geworden.“

Joghurt und Äpfel im Tiramisu statt Mascarponecreme sowie Karamellkekse statt Biskuit - wie finden das die Gäste? Radost ist durch ihre hohen Erwartungen etwas enttäuscht: „Es war bei allen Komponenten so weit abgewandelt, dass es einfach sehr wenig mit einem klassischen Tiramisu zu vergleichen ist.“ Alina meint: „Es war ein Schichtdessert.“ Immerhin ein leckeres.

„Eugenio war ein super guter Gastgeber, eine tolle Weinauswahl, schönes, leckeres Menü, wir sind alle satt geworden“, fasst Robert zusammen. Mit 33 Punkten rückt Eugenio vorerst auf den ersten Platz. (tsch)