Bis jetzt haben nur ausgewählte Menschen Emerald Fennells Adaption des britischen Literaturklassikers „Sturmhöhe“ gesehen, doch Kritik gibt es schon viel. Besonders die Besetzung der beiden Hauptrollen mit Margot Robbie und Jacob Elordi stößt einigen sauer auf.
Kritik schon vor KinostartDarum ist die „Wuthering Heights“-Besetzung stark umstritten

Das Casting von Jacob Elordi und Margot Robbie (Bild) in „'Wuthering Heights' - Sturmhöhe“ sorgte für viel Kritik. (Bild: 2026 Warner Bros. Pictures)
Copyright: 2026 Warner Bros. Pictures
Die Regisseurin und Oscarpreisträgerin Emerald Fennell (40) bringt einen Klassiker der britischen Literatur in die Kinos: In „'Wuthering Heights' - Sturmhöhe“ erzählt sie einen Teil von Emily Brontës „Sturmhöhe“ von 1847. Doch noch bevor der Film am Donnerstag, 12. Februar, in die deutschen Kinos kommt, werden bereits kritische Stimmen laut. Fennell blende „die Klassen- und die ethnischen Unterschiede“ aus, um „eine schlüpfrige, beschönigte Romanze zu verkaufen“, schrieb etwa ein User auf X (ehemals Twitter) und bekam tausendfachen Zuspruch.
Brontës Roman erzählt in zwei Teilen die Geschichte zweier englischer Familien. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die junge Catherine, im Film gespielt von Robbie, und Heathcliff (Elordi), der als Findelkind und Außenseiter aufwächst. Die Beziehung der beiden ist zerstörerisch und obsessiv. Als Catherine einen anderen Mann heiratet, fällt Heathcliff in einen Strudel aus Hass und Rache, der auch die nachfolgende Generation noch verfolgt.
Kritiker werfen Emerald Fennell „whitewashing“ vor
Das Casting der beiden Hollywood-Stars Margot Robbie (35) und Jacob Elordi (28) sorgt für anhaltende hitzige Diskussionen in den sozialen Medien. Die 35-Jährige sei zu alt für ihre Rolle, finden einige. Fennell stellte allerdings bereits klar, dass „ihre Cathy“ älter als im Buch sei.
Elordi halten Kritikerinnen und Kritiker aufgrund seiner Hautfarbe für die falsche Besetzung und werfen der Regisseurin sogenanntes „Whitewashing“ vor, also die Besetzung einer nicht-weißen Rolle mit einem weißen Schauspieler. Brontë beschreibt Heathcliff in ihrem Roman mehrmals als „dunkelhäutig“ und nennt ihn unter anderem einen „Lascar“, eine alte Bezeichnung für Segler aus dem südostasiatischen Raum.
Zwar wird seine Herkunft nie explizit benannt, doch umso offensichtlicher ist der Missbrauch, den Heathcliff schon als Junge auch deshalb von seiner Ziehfamilie erfährt. Fennell ignoriere mit ihrem Casting die Mehrdeutigkeit der Geschichte, kritisierte etwa die Literaturwissenschaftlerin Claire O'Callaghan gegenüber dem britischen „Telegraph“.
Elordi ist bei Weitem nicht der einzige weiße Schauspieler, der diese Rolle angenommen hat. So waren etwa Ralph Fiennes (1992) und Tom Hardy (2009) als der rachsüchtige Anti-Held zu sehen. Fennell selbst erklärte ihre Entscheidung gegenüber „Vogue“: Beim Dreh ihres Comedy-Thrillers „Saltburn“ (2023) habe sie Elordi an das Cover ihrer Ausgabe von „Sturmhöhe“ erinnert: „Ich dachte: 'Oh Gott, das ist Heathcliff auf dem Cover von dem Buch, das ich besitze, seitdem ich ein Teenager war.'“ Sein Außenseitertum soll, zumindest im englischen Original, durch seinen Akzent hervorgehoben werden, heißt es in dem britischen Magazin.
Margot Robbie verteidigt Jacob Elordi als Heathcliff
Robbie hat Verständnis für die Kritik am Casting, wie sie jüngst im Interview mit „Vogue“ erklärte, stellt sich jedoch hinter Elordi: „Er ist Heathcliff. Ich würde sagen: Wartet ab! Vertraut mir, ihr werdet glücklich sein!“ Die 35-Jährige schwärmt von ihrem Schauspielkollegen: „Ich glaube wirklich, dass er der Daniel Day-Lewis unserer Generation ist.“
Elordi selbst äußerte sich nicht zur Kritik an seinem Casting, verriet jedoch in einem Interview mit der australischen „Vogue“, dass dies „das erste Mal war, dass ich gedacht habe: 'Ich weiß nicht, ob ich gut genug dafür bin.'“ (tsch)
