Abo

True Crime11 Promis, die ermordet wurden – das wurde aus ihren Tätern

8 min
Der Münchner Modemacher Rudolph Moshammer zeigte sich gemeinsam mit seiner Mutter Else bei einem Filmball in München.

Der Münchner Modemacher Rudolph Moshammer zeigte sich gemeinsam mit seiner Mutter Else bei einem Filmball in München. Über viele Jahre zählten beide zur Schickeria der Stadt. (Archivbild)

Sie waren berühmt – und wurden Opfer eines Mordes. 11 Fälle, die von der Traumfabrik bis nach Deutschland reichen.

Ruhm bringt Aufmerksamkeit – und manchmal eine gefährliche Nähe. Immer wieder wurden Stars aus Hollywood, der Musikbranche und der deutschen Promi-Szene zu Opfern brutaler Verbrechen, die weltweit Schlagzeilen machten und bis heute nachwirken. Hinter jedem dieser Fälle stehen nicht nur tragische Geschichten, sondern auch Täter, deren Schicksale ganz unterschiedlich verlaufen sind. Elf Fälle, die zeigen, wie nah Glanz und Abgrund beieinander liegen können.

Sharon Tate

Die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate, Ehefrau des Regisseurs Roman Polanski, wurde in der Nacht vom 8. auf den 9. August 1969 grausam ermordet. Die Täter – die „Manson Family“-Mitglieder Charles „Tex“ Watson, Susan Atkins und Patricia Krenwinkel – drangen in ihr Haus am Cielo Drive in Los Angeles ein, während Linda Kasabian vor dem Anwesen Schmiere stand. Neben Tate wurden vier weitere Personen, die sich im Haus aufhielten, von den Tätern getötet.

Regisseur Roman Polanski posiert mit seiner zweiten Ehefrau, der US-Schauspielerin Sharon Tate.

Sharon Tate war eine gefeierte Schauspielerin des 1960er-Jahre-Kinos („Tanz der Vampire“) und die Ehefrau von Regisseur Roman Polanski (r). (Archivbild)

Als Drahtzieher hinter den Morden wurde Charles Manson verurteilt. Obwohl die Haupttäter zunächst die Todesstrafe erhielten, wurde diese nach einer Gesetzesänderung in Kalifornien 1972 bei allen Beteiligten in lebenslange Haft umgewandelt. Manson verstarb 2017 im Alter von 83 Jahren im Gefängnis. Susan Atkins starb im Jahr 2009 ebenfalls in Haft an einem Gehirntumor. Charles „Tex“ Watson und Patricia Krenwinkel verbüßen bis heute ihre lebenslangen Haftstrafen; ihre zahlreichen Gnadengesuche wurden bislang immer abgelehnt. Die Komplizin Linda Kasabian erhielt damals Straffreiheit für ihre Aussage als Kronzeugin und verstarb im Januar 2023 in Freiheit.


John Lennon

Der weltberühmte Musiker und Mitbegründer der Beatles, John Lennon, wurde im Dezember 1980 vor seiner Wohnung, dem Dakota Building, in New York City von dem geistig verwirrten Fan Mark David Chapman niedergeschossen. Chapman hatte Lennon nur wenige Stunden zuvor um ein Autogramm gebeten und wartete dann auf seine Rückkehr. Lennon erlag kurz nach dem Angriff im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

John Lennon

John Lennon erlangte als Sänger, Songwriter und Mitbegründer der legendären britischen Band The Beatles weltweiten Ruhm. Zum Zeitpunkt seiner Ermordung hatte er gerade einen Hit mit „(Just Like) Starting Over“, der später Platz eins der britischen und US-amerikanischen Charts erreichte.

Chapman verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe (20 Jahre bis lebenslänglich). Er ist derzeit in der Green Haven Correctional Facility im US-Bundesstaat New York inhaftiert. Im August 2025 wurde ihm die Freilassung zum 14. Mal verweigert. Seine nächste Anhörung vor dem Bewährungsausschuss ist für Februar 2027 angesetzt. In den letzten Jahren äußerte Chapman mehrfach Reue. Er gab an, Lennon damals nur für „eigenen Ruhm“ und aus „Egoismus“ getötet zu haben. Er erklärte sogar, dass er die Todesstrafe verdient hätte.


Rudolph Moshammer

Der exzentrische deutsche Modeschöpfer Rudolph Moshammer wurde im Januar 2005 tot in seiner Villa in Grünwald bei München aufgefunden. Er wurde mit einem Telefonkabel erdrosselt. Der Täter, ein junger Mann namens Herisch A., den Moshammer in der Nacht kennengelernt hatte, wurde durch DNA-Spuren schnell ermittelt und wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Es wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Rudolph Moshammer

Rudolph Moshammer, hier mit Hundedame Daisy, war als exzentrischer und extravaganter Münchner Modeschöpfer mit einem großen Herz für Obdachlose bekannt. (Archivbild)

Nach 18 Jahren Haft wurde Herisch A. am 26. Januar 2023 direkt aus der Justizvollzugsanstalt Straubing in sein Heimatland, den Irak, abgeschoben. In Deutschland gilt für ihn ein unbefristetes Einreiseverbot. Laut einem Bericht der „Abendzeitung München“ aus dem Jahr 2025 lebt er im Nordirak, arbeitet dort als Maler und kümmert sich um seine Mutter. Über seinen Anwalt ließ er zum 20. Jahrestag der Tat verlauten, dass er seine Tat aufrichtig bereue und täglich darüber nachdenke.


Gianni Versace

Der ikonische italienische Modeschöpfer Gianni Versace wurde im Juli 1997 auf den Stufen seiner Villa in Miami Beach von dem Serienmörder Andrew Cunanan erschossen. Cunanan, der bereits für mehrere andere Morde gesucht wurde, nahm sich nach einer landesweiten Fahndung das Leben, bevor er gefasst werden konnte. Versaces plötzlicher und gewaltsamer Tod schockierte die Modewelt und die Öffentlichkeit zutiefst.

Gianni Versace

Gianni Versace war der Gründer des ikonischen Luxus-Modeimperiums Versace und einer der einflussreichsten Designer des 20. Jahrhunderts. (Archivbild)

Im Nachspiel der Tragödie übernahm seine Schwester Donatella Versace die kreative Leitung des Modehauses und sicherte damit das Fortbestehen seines Lebenswerks. Das genaue Motiv von Cunanan konnte nie abschließend geklärt werden, was Raum für zahlreiche Spekulationen ließ. Die dramatischen Ereignisse wurden Jahre später in der preisgekrönten Serie „American Crime Story: Der Mord an Gianni Versace“ aufgearbeitet, was die Erinnerung an das Verbrechen und seine tiefgreifenden Folgen wachhielt.


Tupac Shakur

Die Rap-Ikone Tupac Shakur („California Love“) wurde im September 1996 in Las Vegas Opfer einer Schießerei aus einem vorbeifahrenden Auto, als er nach einem Boxkampf unterwegs war. Der einflussreiche US-Musiker verstarb einige Tage nach dem Angriff im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen. Obwohl es im Laufe der Jahre mehrere Verdächtige und Theorien gab, konnte sein Mordfall bislang nicht vollständig aufgeklärt werden.

Tupac Shakur

Tupac Shakur gilt als eine der prägendsten und meistverkauften Ikonen des Hip-Hops, bekannt für seine sozialkritischen Texte. (Archivbild)

Nach fast drei Jahrzehnten kam es im Mordfall im September 2023 zu einer spektakulären Wende. In Las Vegas wurde der ehemalige Gang-Anführer Duane „Keffe D“ Davis festgenommen und wegen Mordes mit einer tödlichen Waffe angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 61-Jährigen vor, als „Drahtzieher“ hinter dem Verbrechen zu stehen. Der Prozess wurde bereits mehrfach verschoben, aktuell ist der Beginn der Hauptverhandlung für den 10. August 2026 angesetzt. Davis plädiert auf „nicht schuldig“ und befindet sich weiterhin in Haft.


The Notorious B.I.G.

Nur sechs Monate nach dem Tod von Tupac Shakur wurde der ebenfalls bedeutende Rapper The Notorious B.I.G., mit bürgerlichem Namen Christopher Wallace, im März 1997 in Los Angeles ermordet. Wie bei Shakur fiel er einer Schießerei aus einem vorbeifahrenden Auto zum Opfer. Auch dieser Mord ist bis heute offiziell ungeklärt und verschärfte die Rivalität zwischen der East- und West-Coast-Hip-Hop-Szene weiter. Eine Anklage gab es bislang nicht.

The Notorious B.I.G. und Tupac Shakur

The Notorious B.I.G. und Tupac Shakur („2Pac“), zwei der größten und einflussreichsten Rapper aller Zeiten. (Archivbild)

Der im Tupac-Shakur-Fall festgenommene Duane „Keffe D“ Davis wurde zwar auch im Fall The Notorious B.I.G. befragt, gilt dort jedoch nicht als Hauptverdächtiger für die Tatausführung. Die Familie von Wallace verklagte die Stadt Los Angeles und das LAPD mehrfach wegen widerrechtlicher Tötung und erhob den Vorwurf, Polizisten könnten in das Verbrechen verwickelt gewesen sein. Die Verfahren wurden jedoch eingestellt oder endeten ohne Urteil.


Selena

Die gefeierte „Königin der Tejano-Musik“, Selena Quintanilla-Pérez, wurde im März 1995 im Alter von nur 23 Jahren von Yolanda Saldívar, der Präsidentin ihres eigenen Fanclubs, erschossen. Die Tat ereignete sich in einem Motel in Corpus Christi, Texas, während eines Streits über Geschäftsangelegenheiten. Saldívar schoss der Sängerin in den Rücken, als diese versuchte zu fliehen.

Selena Quintanilla-Pérez

Selena Quintanilla-Pérez wird bis heute als die „Königin der Tejano-Musik“ und eine der erfolgreichsten Latin-Künstlerinnen aller Zeiten verehrt. (Archivbild)

Die verurteilte Mörderin der Tejano-Sängerin wurde laut „People“ erst vor einem Jahr die Bewährung verweigert. Diese Entscheidung traf der texanische Ausschuss für Begnadigungen und Bewährung am 27. März 2025. Saldívar war zu einer lebenslangen Haftstrafe mit der Möglichkeit auf Bewährung nach 30 Jahren verurteilt worden.


Marvin Gaye

Der legendäre Soulsänger Marvin Gaye wurde im April 1984, einen Tag vor seinem 45. Geburtstag, auf tragische Weise getötet. Erst zwei Jahre zuvor hatte er mit dem Welthit „Sexual Healing“ nach jahrelangen Drogenproblemen ein Comeback gefeiert. Der frühere Star des Labels Motown wurde von seinem eigenen Vater, Marvin Gay Sr., während eines heftigen Streits im gemeinsamen Haus in Los Angeles erschossen.

Marvin Gaye

Marvin Gaye war eine Legende des Motown-Sounds, dessen gefühlvolle Stimme ihm den Titel „Prinz des Soul“ einbrachte. (Archivbild)

Im September 1984 bekannte sich der damals 71-Jährige wegen Totschlags für „nicht schuldig“, nachdem die ursprüngliche Mordanklage herabgestuft worden war. Er erhielt eine sechsjährige Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie fünf Jahre unter Auflagen. Nach dem Prozess zog er sich in ein Pflegeheim zurück, seine Ehefrau ließ sich kurz nach der Tat von ihm scheiden. 1998 starb er im Alter von 84 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung.


Walter Sedlmayr

Der beliebte bayerische Volksschauspieler Walter Sedlmayr wurde im Juli 1990 in seiner Münchner Wohnung auf grausame Weise ermordet. Seine Leiche wurde erst Tage später entdeckt – getötet durch Messerstiche und Hammerschläge. Sein ehemaliger Ziehsohn Wolfgang W. und dessen Halbbruder Manfred L. wurden 1993 in einem reinen Indizienprozess wegen Mordes zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

Walter Sedlmayr

Walter Sedlmayr (l) war einem Millionenpublikum als bayerischer Volksschauspieler mit unzähligen Rollen in Film und Fernsehen bekannt. (Archivbild)

Der Prozess sorgte für enormes Aufsehen, da dabei auch Details aus Sedlmayrs verborgenem Privatleben öffentlich wurden. Wolfgang W. wurde im August 2007 nach 16 Jahren Haft auf Bewährung entlassen, Manfred L. folgte 2008. Beide beteuern bis heute ihre Unschuld und haben mehrfach erfolglos versucht, eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu erreichen. Heute leben sie unter dem Schutz des Persönlichkeitsrechts zurückgezogen.


Christina Grimmie

Die 22-jährige Sängerin Christina Grimmie, bekannt aus der US-Show „The Voice“, wurde im Juni 2016 nach einem Konzert in Orlando ermordet. Während sie nach der Show Autogramme gab, trat der 27-jährige Kevin James Loibl an sie heran und feuerte mehrere Schüsse auf sie ab. Loibl, ein besessener Fan, der extra bewaffnet angereist war, erschoss sich unmittelbar nach der Tat selbst, als Grimmies Bruder Marcus versuchte, ihn mutig zu überwältigen.

Christina Grimmie

Christina Grimmie war eine talentierte amerikanische Sängerin, die durch ihre YouTube-Videos und ihre Teilnahme bei „The Voice“ berühmt wurde. (Archivbild)

Die Sängerin erlag kurz darauf im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen, was weltweit Bestürzung auslöste und die Sicherheitsdebatte bei Fan-Treffen verschärfte. In der Folge gab es eine Zivilklage der Familie Grimmie gegen den Konzertveranstalter und die Sicherheitsfirma wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen, die jedoch 2019 abgewiesen wurde.


Pier Paolo Pasolini

Der kontroverse italienische Filmregisseur und Autor Pier Paolo Pasolini wurde im November 1975 grausam ermordet an einem Strand in Ostia bei Rom aufgefunden. Kurz zuvor war sein hoch umstrittener Film „Die 120 Tage von Sodom“ erschienen, der für massive öffentliche Empörung gesorgt hatte.

Pier Paolo Pasolini

Pier Paolo Pasolini (l) war einer der wichtigsten, aber auch umstrittensten Intellektuellen und Filmregisseure des Nachkriegsitaliens. (Archivbild)

Für die Tat wurde der damals 17-jährige Stricher Giuseppe „Pino“ Pelosi verurteilt, der den Mord zunächst gestand und eine neunjährige Haftstrafe verbüßte. Jahrzehnte später widerrief Pelosi jedoch sein Geständnis und behauptete, drei Unbekannte hätten Pasolini getötet und ihn zum Schweigen gezwungen.

Die genauen Umstände des Todes bleiben bis heute ein Rätsel, da viele Experten an einen politisch motivierten Auftragsmord glauben, der mit Pasolinis brisanten Recherchen gegen die italienische Machtelite in Verbindung gestanden haben könnte.