Mitten in der Nacht muss ein Eisbrecher Spaziergänger von einer Eisscholle retten – kilometerweit vor Lettlands Küste.
Spektakuläre RettungsaktionSpaziergänger treiben auf Eisscholle kilometerweit in der Ostsee ab

Personen laufen über eine Eisscholle. In Lettland mussten zwei Spaziergänger vom Meereis gerettet werden. (Symbolbild)
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Zwei Menschen sind in Lettland von einer in die Ostsee treibenden Eisscholle gerettet worden. Die beiden hatten einen abendlichen Spaziergang auf dem teils zugefrorenen Meer nahe der Ortschaft Plienciems unternommen, als sich ein großer Eisbrocken löste und mehrere Kilometer von der Küste abtrieb. Dies berichteten lettische Medien unter Berufung auf die Einsatzkräfte. Laut der lettischen Zeitung „Diena“ waren die beiden Personen mit Schlittschuhen auf dem Meereis unterwegs.
Die alarmierten Retter konnten die Gestrandeten nach fünfstündiger intensiver Suche mithilfe eines Eisbrechers im Golf von Riga ausfindig machen. Bei eisigen Temperaturen wurden sie mit dem Schiffskran von dem Eisstück gerettet und an Bord gebracht, wie ein vom Freihafen Riga veröffentlichtes Video zeigt.
Spektakuläre Rettung in Lettland: „Suchmaßnahmen waren komplex“
„Die Suchmaßnahmen auf See waren komplex und wurden zusätzlich durch die Dunkelheit und große Eisdrifts erschwert, was die Navigation erschwerte“, teilte der Hafen zudem mit. Die Geretteten seien gegen 3 Uhr nachts vom Schiff im Hafen von Riga an Land gebracht und medizinisch versorgt worden, hieß es weiter. Der Gesundheitszustand der beiden Personen sei „zufriedenstellend“, teilten die Behörden weiter mit. Beide hätten weitere medizinische Behandlungen abgelehnt.
Anfangs sei das Licht der Taschenlampen der beiden Spaziergänger in mehr als einem Kilometer Entfernung vom Ufer noch sichtbar gewesen, schnell hätten sich die Lichtkegel jedoch weiter vom Ufer entfernt, berichtete „Diena“ weiter über die spektakuläre Rettungsaktion.
Lettland: Betroffene mehrere Kilometer vom Ufer entfernt
Schnell sei dann klar geworden, dass sich zwischen den Eisstücken ein Riss gebildet hatte. Während der Rettungsaktion habe jedoch stets telefonischer Kontakt zu den Personen auf dem Eis bestanden, um deren Standortkoordinaten und Gesundheitszustand zu überwachen.
„Da sich die Betroffenen mehrere Kilometer vom Ufer entfernt befanden, sich zwischen den Rettern und den Betroffenen eine breite Wasserfläche gebildet hatte und zudem gefährliche Wetterbedingungen herrschten, konnten die Retter die Personen nicht erreichen“, erklärte eine Sprecherin des staatlichen Feuerwehr- und Rettungsdienstes.
Angesichts dieser Lage seien dann der Eisbrecher „Varma“ und das Mehrzweckschiff „Laura“ eingebunden worden, mit denen die Rettungsaktion schließlich gelungen sei, erklärte die Sprecherin weiter. Die lettischen Behörden appellierten zudem an die Bevölkerung, sich nicht auf dem Meereis zu bewegen. Bei steigenden Temperaturen sei das Meereis instabil und gefährlich, so die Warnung. (das/dpa)

