Astronomen erwarten das spektakulärste Himmelsschauspiel der letzten Jahre.
Nächstes HimmelsspektakelTagheller Komet im April erwartet – das müssen Sie wissen

Im April könnte mit dem Kometen C/2026 A1, einem sogenannten „Sungrazer“, ein Highlight für Astronomen anstehen. (Symbolbild)
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Nachdem am Sonntagabend (8. März) ein heller Meteorit den Himmel über den Westen Deutschlands plötzlich erleuchtet hat, wird bereits im April am Nachthimmel ein weiteres spektakuläres Schauspiel erwartet. Der Komet C/2026 A1, ein sogenannter „Sungrazer“, also „Sonnenkratzer“ oder „Sonnenstreifer“, nähert sich nämlich der Erde und könnte mit dem bloßen Auge zu beobachten sein.
Auf seinem Weg zur Erde muss der Komet jedoch noch eine Hürde überwinden, denn er wird die Sonne mit nur geringer Distanz passieren. Dabei streift er die Sonne in nur 784.000 Kilometern und könnte dadurch hell genug werden. Astronomen hoffen auf das spektakulärste Himmelsschauspiel der letzten Jahre.
Neuer Komet könnte taghell werden – Datum für entscheidenden Moment steht fest
Der Komet C/2026 A1 wurde am 13. Januar 2026 von Astronomen des MAPS-Asteroiden-Suchprogramms in Chile entdeckt, als er noch eine Helligkeit von 18 Magnituden hatte. Seitdem hellt er sich rasch auf. Aktuelle Messungen zeigen eine Helligkeit von etwa 11 Magnituden, wodurch er bereits mit größeren Teleskopen beobachtbar ist.
Das Faszinierende – und zugleich schwer Vorhersehbare – an C/2026 A1 ist seine extrem sonnennahe Passage: Der sonnennächste Punkt seiner Bahn (Perihel) wird für den 4. April 2026 erwartet.
Heller Komet C/2026 A1 mit dem bloßen Auge zu sehen
Da „Sonnenkratzer“ dabei nur wenige Sonnenradien über der Sonnenoberfläche vorbeiziehen, sind Helligkeitsprognosen sehr ungenau. Hält der Komet der Hitze und den Gezeitenkräften stand, kann er kurzzeitig stark aufleuchten und einen markanten Schweif entwickeln. Zerfällt er jedoch, ist ein großes Astro-Schauspiel eher unwahrscheinlich. Entsprechend stark schwanken die Modellrechnungen und Erwartungen.
Wenn er jedoch überlebt, könnte er durch Ausgasung und Staubfreisetzung ähnlich wie der Große Komet von 1965 (Ikeya-Seki) dramatisch aufleuchten und taghell werden. Ob C/2026 A1 (MAPS) tatsächlich zum erhofften Himmelsspektakel wird, entscheidet sich in den nächsten Tagen.
Am 4. April ist der Komet 30 bis 45 Minuten nach Sonnenuntergang tief im Westen nahe der Venus auf der Nordhalbkugel zu sehen. Zur Beobachtung sind Ferngläser hilfreich. Auf der Südhalbkugel ist die Sicht besser, da der Komet höher steht.
Hier noch ein nützlicher Tipp: Nutze Apps wie Stellarium, um die Positionen zu ermitteln. Bei klarem Horizont und dunklem Himmel könnte es ein unvergessliches Erlebnis werden: ein kosmisches Feuerwerk, das uns an die Zerbrechlichkeit der himmlischen Wanderer erinnert. (mbr)

