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Eintritt fürs OktoberfestEinheimische laufen Sturm gegen umstrittene Idee

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Beleuchtete Fahrgeschäfte auf dem Oktoberfest sind bei Dunkelheit aus dem Riesenrad zu sehen.

Eintritt fürs Oktoberfest? Nicht alle begrüßen diese Idee. (Archivfoto)

In den vergangenen Jahren kam es auf dem Oktoberfest immer wieder zu Überfüllung. Man sucht nach Lösungen. 

Wird das größte Volksfest der Welt bald komplett eingezäunt sein? Die Eintritts-Idee schlägt auf jeden Fall hohe Wellen in Bayern. Und nicht alle sind abgeneigt. Denn jeder zweite Deutsche hätte einer repräsentativen Umfrage zufolge kein Problem damit, wenn man für den Besuch des Münchner Oktoberfests Eintritt zahlen müsste.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag) würden es 46 Prozent der Bundesbürger begrüßen, wenn Besucherinnen und Besucher künftig Eintritt zahlen müssten, um das Oktoberfest-Gelände zu betreten.

Besucherinnen stürmen zum Start des Oktoberfestes auf die Festwiese.

Der Ansturm auf das Oktoberfest in München ist immer groß.

Oktoberfest denkt über Eintrittspreise nach

Lediglich 27 Prozent lehnen den jüngsten Vorstoß des bayerischen Bierbrauer-Präsidenten Georg Schneider ab, der sich dagegen ausgesprochen hatte, die Kosten des Volksfests vor allem über hohe Bierpreise zu finanzieren. „Am Ende müssen wir uns die Frage stellen, ob Bier allein reicht, um eine Veranstaltung wie das Oktoberfest zu finanzieren“, hatte Schneider Anfang Februar erklärt. Deshalb müsse man als Alternative in Betracht ziehen, Eintritt zu verlangen. Zur Höhe habe er „keine konkreten Vorstellungen“.

Millionen Menschen tummeln sich jährlich auf dem Oktoberfest.

Millionen Menschen tummeln sich jährlich auf dem Oktoberfest. (Archivfoto)

Nicht nur Münchens Oberbürgermeister lehnt Eintritts-Idee klar ab

Weitere 27 Prozent zeigten sich der Umfrage zufolge unentschieden. Bei den Erwachsenen im Alter unter 30 sprach sich sogar mit 51 Prozent die Mehrheit der Befragten für einen Eintrittspreis für das Oktoberfest aus. In Bayern stößt die Forderung, für den Wiesn-Besuch extra zahlen zu müssen, dagegen eher auf Ablehnung. 45 Prozent der Befragten im Freistaat lehnen eine Eintrittsgebühr ab, 33 Prozent hätten kein Problem damit.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Wiesn-Chef Christian Scharpf hatten dem Vorstoß umgehend eine klare Absage erteilt. „Das ist ein Volksfest, und das soll es auch bleiben“, sagte Reiter. Schließlich gebe es auch Familien, die einfach nur über die Festwiese schlendern wollten. Auch die Wiesn-Wirte selbst lehnen den Vorschlag ab - nicht nur, weil Eintrittsgelder den Volksfestcharakter zerstörten.

In den vergangenen Jahren kam es auf dem Oktoberfest immer wieder zu Überfüllung, etwa während des Reservierungswechsels am späten Nachmittag. An den Eingängen entstand dann ein Gedränge. Dabei konnten die Menschen teilweise weder vor noch zurück, was einige von ihnen in Panik versetzte oder sogar zu Panikattacken führte. (mbr/dpa)