Das Wahlbündnis des als pro-russisch eingestuften Ex-Präsidenten Rumen Radew erzielt bei der Wahl in Bulgarien einen deutlichen Erfolg.
Erdrutschsieg in BulgarienPro-russisches Bündnis liegt bei Parlamentswahl klar vorn

Bulgariens Ex-Präsident Radew steht mit seinem Bündnis vor einem deutlichen Sieg.
Copyright: Valentina Petrova/AP/dpa
In Bulgarien steht die Wahlallianz von Ex-Staatschef Rumen Radew bei der vorgezogenen Parlamentswahl vor einem Erdrutschsieg. Laut Prognosen verschiedener Meinungsforschungsinstitute erreicht das Bündnis Progressives Bulgarien (PB) bis zu 45 Prozent. Der als russlandfreundlich eingestufte ehemalige General könnte damit eine absolute Mehrheit im Parlament erlangen. Dies entspräche bis zu 140 von insgesamt 240 Sitzen, wie die dpa meldet.
Deutlich abgeschlagen folgen zwei etablierte, prowestlich orientierte politische Kräfte. Um den zweiten Rang ringen den Meinungsforschern zufolge das konservative Bündnis Gerb-SDS und der proeuropäische liberal-konservative Verband PP-DB, die jeweils zwischen 12 und 13 Prozent erreichen. Gerb-SDS führte eine Koalitionsregierung, die im Dezember ihr Amt niederlegte, nachdem PP-DB zu Massenprotesten aufgerufen hatte, die zum Rücktritt führten.
Radews Rücktritt als Präsident für die Wahl
Wahlberechtigt waren etwa 6,5 Millionen bulgarische Staatsbürger. Aktuell wird das Land von einer Übergangsregierung geführt. Um an der Abstimmung teilnehmen zu können, hatte Radew, ein ehemaliger Kampfpilot, im Januar sein Amt als Staatspräsident niedergelegt.
Auch die DPS-Partei des umstrittenen Politikers Deljan Peewski, der als Oligarch gilt, hat die Vier-Prozent-Hürde für den Parlamentseinzug mit voraussichtlich bis zu sieben Prozent überwunden. Gegen Peewski wurden von den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich Sanktionen aufgrund von Korruptionsvorwürfen verhängt.
Wasraschdane-Partei verliert massiv an Zuspruch
Die nationalistische und prorussische Partei Wasraschdane (zu Deutsch: Wiedergeburt) erlitt den Prognosen zufolge starke Verluste und fiel auf circa vier Prozent. Im Jahr 2024 hatte sie noch 13,3 Prozent erzielt. Offen bleibt zunächst, ob die Partei nach Auszählung der Stimmen aus dem Ausland die Vier-Prozent-Hürde tatsächlich überwindet. Wasraschdane ist im Europäischen Parlament Teil derselben Parteienfamilie wie die Alternative für Deutschland (AfD). (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
