Ein brisanter Insider-Bericht aus dem Weißen Haus sorgt für Aufsehen – die Demokraten stellen Trumps Geisteszustand nun erneut infrage.
„Bevor etwas Schlimmes passiert“„Wutausbruch“-Bericht sorgt für neue Rufe nach Trumps Amtsenthebung

US-Präsident Donald Trump im Gespräch mit Reportern vor dem Weißen Haus. (Archivbild)
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Ein Bericht über die Vorgänge im Weißen Haus seit Beginn des amerikanischen Krieges gegen den Iran hat für neue Rufe nach einem Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump gesorgt. Der demokratische US-Kongressabgeordnete Daniel Goldman griff am Sonntag (19. April) einen Bericht des „Wall Street Journal“ auf, nach dem Trump während der Rettungsmission für zwei zuvor abgeschossene US-Piloten einen Wutanfall bekommen habe.
Dem Bericht zufolge sollen sich Trumps Berater aufgrund des unberechenbaren Verhaltens des US-Präsidenten zudem dazu entschlossen haben, Trump von einer Besprechung des Einsatzes fernzuhalten – und ihn stattdessen lediglich mit regelmäßigen Updates aus der Ferne zu versorgen.
Demokraten wollen Amtsenthebung: „Donald Trump ist nicht bei Trost“
„Der Oberbefehlshaber wurde von der Leitung einer Militäroperation ausgeschlossen, weil er sich so verrückt verhalten hat. Denkt mal darüber nach“, schrieb Goldman nun zu dem brisanten Bericht. „Trump ist nicht ganz bei Trost“, fügte der demokratische Abgeordnete hinzu. „Wir benötigen den 25. Verfassungszusatz, bevor etwas wirklich Schlimmes auf US-amerikanischem Boden passiert“, hieß es weiter von Goldman.
Der 25. Verfassungszusatz sieht einen rechtlichen Mechanismus für die Übertragung oder Entziehung der Befugnisse des Präsidenten im Falle seiner Amtsunfähigkeit vor. Bereits in der letzten Woche hatten einige demokratische Politiker die Anwendung des Verfassungszusatzes ins Spiel gebracht, nachdem Trump mehrfach „erratische Verhaltensweisen“ gezeigt habe.
Donald Trump: Streit mit dem Papst, Jesus-Bild und schrille Drohungen
Die Kritiker zielten damit auf schrille Drohungen des US-Präsidenten gegen den Iran sowie auf die laufende Fehde des Republikaners mit Papst Leo XIV. ab. Im Streit mit Pontifext hatte Trump auch ein KI-Bild von sich selbst als Jesus Christus veröffentlicht und damit für breite Empörung gesorgt.
Der erneute Vorstoß folgt indessen auf den Bericht des „Wall Street Journal“. Insider aus dem Weißen Haus hatten dort berichtet, dass Trump von einer Unterrichtung zu der Rettungsmission im Iran ausgeschlossen worden sei, da er zuvor einen Wutanfall gehabt und seine Berater wegen hoher Spritpreise angeschrien habe.
Außerdem soll Trump darüber besorgt gewesen sein, dass ein Scheitern der Rettungsmission das Ende seiner Präsidentschaft hätte bedeuten können – und habe dabei auf eine frühere Geiselkrise zur Zeit von Jimmy Carters Präsidentschaft verwiesen. Bereits zuvor hatte Trump durchblicken lassen, dass er ein solches Szenario fürchtet.
Donald Trump fürchtet angeblich Jimmy Carters Schicksal
„Wenn man sich ansieht, was mit Jimmy Carter passiert ist … mit den Hubschraubern und den Geiseln, das hat ihn die Wahl gekostet“, hatte Trump laut dem „Wall Street Journal“ bereits im März mit Blick auf die Geiselnahme im Jahr 1979 gesagt. „Was für ein Chaos.“
Im November 1979 hatten revolutionäre Studenten die US-Botschaft in Teheran gestürmt und daraufhin 52 amerikanische Staatsbürger für 444 Tage als Geiseln gehalten. Auslöser war die Aufnahme des gestürzten Schahs in den USA. Die Krise endete erst am 20. Januar 1981, zementierte die Feindschaft zwischen den USA und dem Iran und prägte die US-Außenpolitik maßgeblich.
Demokraten: Vertrauen in Donald Trump „auf Tiefpunkt gesunken“
Das Verhalten des US-Präsidenten rückt unterdessen seit Beginn des Iran-Kriegs immer wieder in den Fokus. „Das Vertrauen der Öffentlichkeit in Donald Trumps Fähigkeit, die Aufgaben seines Amtes zu erfüllen, ist auf einen noch nie dagewesenen Tiefpunkt gesunken“, hatte in der vergangenen Woche bereits der demokratische Abgeordnete Jamie Raskin erklärt – und die Gründung einer Kommission zur Überprüfung der Fähigkeit Trumps, sein Amt auszufüllen, angekündigt.

Demonstranten bringen am Sonntag (19. April) vor dem Trump Tower in New York ihre Unzufriedenheit mit US-Präsident Donald Trump zum Ausdruck.
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Trump habe damit gedroht, „ganze Zivilisationen zu zerstören“ und im Nahen Osten „Chaos entfesselt“, hieß es von Raskin. Zudem habe der US-Präsident „den Papst der katholischen Kirche aggressiv beleidigt und im Internet Grafiken verbreitet, in denen er sich mit Jesus Christus vergleicht“, führte Raskin, der das ranghöchste Mitglied des Justizausschusses des Repräsentantenhauses ist, zur Begründung seines Vorhabens aus.
Ex-Sicherheitsberater: Iran kann „Panik im Weißen Haus riechen“
Auch ein ehemaliger Weggefährte des US-Präsidenten äußerte am Sonntag drastische Kritik. Die iranischen Unterhändler könnten anhand Trumps Verhalten mittlerweile die „Panik im Weißen Haus riechen“, sagte John Bolton, der in Trumps erster Amtszeit als nationaler Sicherheitsberater tätig war, im Gespräch mit dem Sender CNN.
„Ich glaube, sie merken, dass Trump da raus will. Er macht das einfach fast jeden Tag öffentlich. Und das verschafft den Iranern einen enormen Einfluss, den sie eigentlich nicht haben sollten“, erklärte Bolton mit Blick auf die mitunter schrillen Äußerungen des US-Präsidenten.
Donald Trump stürzt in Umfragen weiter ab
Doch nicht nur seine Kritiker finden immer schärfere Worte für den US-Präsidenten – auch in den Umfragen muss Trump sinkende Zustimmungswerte hinnehmen. Eine am Sonntag veröffentlichte Umfrage von NBC News bestätigte den jüngsten Negativtrend nun erneut. 63 Prozent der Amerikaner bewerten Trumps Gesamtleistung demnach negativ. 50 Prozent der Befragten gaben dabei an, Trumps Politik sogar „entschieden abzulehnen“.
Die Umfrage ergab zudem, dass nur ein Drittel der Amerikaner der Ansicht ist, dass Trump den Krieg im Iran gut gehandhabt habe, der nach offiziellen Angaben bisher 13 amerikanischen Soldaten das Leben gekostet hat. Hunderte Soldaten wurden US-Medienberichten zufolge zudem seit Kriegsbeginn verletzt.
Die schwachen Umfragewerte seien Trump selbst zuzuschreiben, erklärte Bolton nun. „Ein großer Teil davon ist seine Schuld“, sagte Trumps ehemaliger Mitarbeiter zu den katastrophalen Umfragewerten für den US-Präsidenten nach Kriegsbeginn. „Er hat in den Wochen und Monaten vor dem Angriff keinerlei Anstrengungen unternommen, um seine Ziele zu begründen, welche diese auch immer gewesen sein mögen“, fügte Bolton hinzu.

