Um die Effekte eines Verbots sozialer Medien zu untersuchen, initiiert das Vereinigte Königreich eine Studie mit 300 Jugendlichen.
Social MediaGroßbritannien testet Verbot für Jugendliche

Die britische Regierung möchte herausfinden, wie sich Social Media Einschränkungen und Verbote auf schulische Leistungen, den Schlaf und das Familienleben auswirken. (Archivbild)
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Im Rahmen der Diskussion über ein Social-Media-Verbot, das sich am australischen Modell orientiert, beabsichtigt die britische Regierung, eine Versuchsphase mit hunderten Jugendlichen zu beginnen. Laut dpa soll dabei die Wirksamkeit eines solchen Verbots oder anderer Nutzungsbeschränkungen für soziale Medien ermittelt werden, wie das zuständige Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Technologie bekannt gab.
300 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren aus dem gesamten Vereinigten Königreich werden an dieser sechswöchigen Pilotstudie partizipieren. Um unterschiedliche Restriktionen zu erproben, werden die Teilnehmenden in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Für manche wird der Zugang zu Diensten wie Tiktok und Snapchat vollständig gesperrt, während für andere lediglich eine Nutzungssperre während der Nacht oder ein Zeitlimit erprobt wird.
Politische Diskussion im Vereinigten Königreich
Derzeit evaluiert die Regierung in London eine mögliche Sperre für soziale Medien. Eine solche Maßnahme ist seit mehreren Wochen Gegenstand intensiver parlamentarischer Debatten. Während das House of Lords im Januar eine Sperre für soziale Netzwerke für unter 16-Jährige unterstützte, lehnte das Unterhaus diesen Vorschlag kürzlich ab.
Die Studie soll unter anderem klären, welche Auswirkungen die Restriktionen und Verbote auf die schulischen Ergebnisse, das Schlafverhalten und das familiäre Zusammenleben haben. Die Erziehungsberechtigten sind ebenfalls Teil des Projekts: Ihnen werden laut Angaben des Ministeriums Instruktionen zur Verfügung gestellt, mit denen sie die Nutzung auf den Mobiltelefonen ihrer Kinder limitieren können. Abschließend erfolgt eine Befragung der Jugendlichen sowie ihrer Eltern.
Rechtslage in Deutschland und der EU
Ein Verbot sozialer Medien für Jugendliche wurde in Australien, einem Mitglied des Commonwealth of Nations, bereits im Vorjahr beschlossen. Seitdem wird in vielen Staaten, darunter auch in der Bundesrepublik, über eine vergleichbare Regelung debattiert. Im Gegensatz zu zahlreichen diskutierten Vorschlägen ist es Deutschland und weiteren EU-Staaten rechtlich aber nicht gestattet, den großen Plattformen zusätzliche Verpflichtungen, beispielsweise zur Altersverifikation, aufzuerlegen. Eine entsprechende Gesetzgebung müsste auf europäischer Ebene verabschiedet werden. (red)
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