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Krieg in Nahost
Trump beschimpft Nato als „Feiglinge“ – Iran feuert Raketen auf Tel Aviv ab

5 min
US-Präsident Donald Trump macht eine Grimasse.

US-Präsident Donald Trump kündigt eine befristete Lockerung der Sanktionen für iranisches Öl an. (Archivbild)

Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Nahen Osten fort. US-Präsident Trump drängt auf Unterstützung durch die Nato. Alle Infos im Liveblog.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.

21. März

Iran feuert Raketen auf Großraum Tel Aviv ab

11.46 Uhr: Nach Angaben des israelischen Militärs hat der Iran in der Nacht mehrere Raketen auf Israel abgefeuert. Rettungskräfte sind demnach zu mehreren Einschlagsorten im Großraum Tel Aviv ausgerückt. Berichte über Verletzte gibt es bislang nicht, jedoch zeigen Bilder Schäden.

Medien zufolge wurde in Rischon Lezion südöstlich von Tel Aviv ein Kindergarten getroffen, der zum Zeitpunkt des Einschlags leer war. Laut Militär kam erneut Streumunition zum Einsatz. Die „Times of Israel“ veröffentlichte dazu Bilder.

Iranische Medien: US-israelische Angriffe auf iranische Atomanlage Natans

11.14 Uhr: Die USA und Israel haben iranischen Staatsmedien zufolge die wichtige Atomanlage Natans im Zentrum des Landes angegriffen. Die rund 250 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran gelegene Anlage sei am Samstagmorgen Ziel US-israelischer Luftangriffe geworden, erklärte die iranische Atomenergiebehörde laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim. In dem Gebiet sei „kein Austritt radioaktiven Materials gemeldet“ worden.

Neue gegenseitige Angriffe Israels und des Irans

10.02 Uhr: Drei Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs setzen Israel und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe fort. In der Nacht und am Morgen gab es nach israelischen Militärangaben Raketenangriffe aus dem Iran auf Israel. Rettungskräfte seien unterwegs zu mehreren Einschlagsorten im Großraum Tel Aviv, teilte die Armee mit. Es gab Bilder der Zerstörung, aber keine Berichte zu Verletzten.

Ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35.

Ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-35. (Archivbild)

Die israelische Armee griff in der Nacht erneut Ziele im Iran und im Libanon an. Am Morgen teilte das Militär mit, israelische Bodentruppen hätten im Südlibanon mehrere bewaffnete Mitglieder der proiranischen Hisbollah-Miliz beschossen. Ein Hisbollah-Mitglied sei bei einem Schusswechsel getötet worden. Drei weitere seien durch Panzerfeuer ums Leben gekommen. Auch aus der Luft sei die Gruppe beschossen worden.

Am Freitag hatte es bei einem iranischen Raketenangriff erneut einen Einschlag in der Jerusalemer Altstadt gegeben. Nach Medienberichten war ein Raketenteil im jüdischen Viertel eingeschlagen, unweit auch der heiligen Stätten des Islams und des Christentums.

Trump nennt Nato-Verbündete „Feiglinge“

7.17 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat Nato-Verbündete wegen ihrer ausbleibenden Hilfe bei der Sicherung des Öltransports durch die Straße von Hormus als „Feiglinge“ bezeichnet. Ohne die USA sei das Verteidigungsbündnis ein zahnloser Tiger, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Er warf den Verbündeten vor, sich nicht am Kampf gegen eine atomare Bewaffnung des Irans beteiligt zu haben.

Jetzt, da der Kampf militärisch „GEWONNEN“ sei, beschwerten sie sich über die hohen Ölpreise, würden aber nicht dabei helfen, die Straße von Hormus zu öffnen. „Das wäre für sie so einfach und mit nur geringem Risiko verbunden. FEIGLINGE, das werden wir uns MERKEN!“, schrieb Trump weiter.

Der US-Präsident hatte Nato-Verbündete und andere Länder unlängst gebeten, die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, durch die normalerweise ein bedeutender Teil des globalen Ölhandels verläuft, mit abzusichern. Der Schiffsverkehr dort ist wegen des Iran-Kriegs nahezu zum Erliegen gekommen. Die Ölpreise schossen nach oben. Die USA und Israel hatten vor rund drei Wochen den Iran angegriffen.

Berichte: Iran greift US-britischen Militärstützpunkt an

5.15 Uhr: Der Iran hat US-Medienberichten zufolge einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf den Chagos-Inseln im Indischen Ozean angegriffen. Die Islamische Republik attackierte den Stützpunkt auf der Insel Diego Garcia am Freitagmorgen (Ortszeit) mit ballistischen Raketen, wie unter anderem das „Wall Street Journal“ und der Sender CNN unter Berufung auf ranghohe US-Beamte berichteten. Demnach feuerte der Iran zwei Geschosse mit mittlerer Reichweite auf die Basis ab, doch keines der beiden habe die Anlage getroffen. Eine offizielle Bestätigung seitens der britischen oder der US-Regierung gab es zunächst nicht.

Dieses von der U.S. Navy veröffentlichte Bild zeigt eine Luftaufnahme von Diego Garcia, einem Atoll des Chagos-Archipels.

Dieses von der U.S. Navy veröffentlichte Bild zeigt eine Luftaufnahme von Diego Garcia, einem Atoll des Chagos-Archipels. (Archivbild)

Angesichts der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hatte US-Präsident Donald Trump schon vor Kriegsbeginn darauf gepocht, dass Großbritannien doch nicht wie geplant die Chagos-Inseln an Mauritius zurückgibt. Die USA könnten auf die Insel Diego Garcia angewiesen sein, um einen möglichen Angriff des iranischen Militärs abzuwehren, hatte Trump Mitte Februar auf seiner Plattform Truth Social mitgeteilt. Laut dem britischen Premierminister Keir Starmer ist der Stützpunkt einer der wichtigsten Beiträge des Vereinigten Königreichs zur Sicherheitspartnerschaft mit den USA.

USA lockern plötzlich Iran-Sanktionen

2.38 Uhr: Angesichts der infolge des Iran-Krieges stark angestiegenen Energiepreise erlaubt die US-Regierung vorübergehend die Lieferung und den Verkauf von iranischem Öl, das bereits auf Schiffe verladen wurde. Die Erlaubnis gilt nach Angaben des US-Finanzministeriums vom Freitag (Ortszeit) bis zum 19. April für iranisches Öl, das vor dem 20. März auf Schiffe verladen wurde.

US-Finanzminister Scott Bessent hatte den Schritt bereits am Donnerstag in Aussicht gestellt. Der Iran erklärte jedoch am Freitag, das Land verfüge über keine Vorräte „auf See oder zur Versorgung der internationalen Märkte“. Entsprechende Äußerungen von Bessent sollten „lediglich den Käufern Hoffnung machen“

20. März

Keine Feuerpause: Trump bleibt im Iran-Konflikt hart

21.07 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat eine Waffenruhe im Konflikt mit dem Iran ausgeschlossen. Das berichtet der Nachrichtensender n-tv. Vor Journalisten erklärte er, Gespräche seien zwar möglich, einen Waffenstillstand strebe er jedoch nicht an. Zur Begründung sagte er, eine Feuerpause komme nicht infrage, solange man militärisch im Vorteil sei und den Gegner weiter schwäche.

London erlaubt USA Militärschläge gegen iranische Raketenstellungen

19.57 Uhr: Die britische Regierung hat laut „The Independent“ den USA die Nutzung von Militärbasen im Vereinigten Königreich gestattet, um gegen iranische Raketenstellungen vorzugehen. Diese gelten als Bedrohung für die Schifffahrt in der Straße von Hormus.

Die Entscheidung fiel nach Beratungen des britischen Kabinetts zur aktuellen Lage in der Region. Wie das Büro von Premierminister Keir Starmer mitteilte, umfasst das Abkommen zur kollektiven Selbstverteidigung auch US-Einsätze zur Zerstörung entsprechender Anlagen.

red/dpa/afp