Das Innenministerium sprach von einem „illegalen“ Schnellboot, von dem aus Schüsse abgefeuert worden seien.
SchusswechselVier Insassen eines US-registrierten Boots vor Kubas Küste getötet

Die Küstenwache hat nach eigenen Angaben auf ein in den USA registriertes Boot geschossen (Symbolbild).
Copyright: Michael Kappeler/dpa
Die kubanische Küstenwache hat nach Angaben aus Havanna bei einem Schusswechsel mit Insassen eines in den USA registrierten Schnellboots vier Menschen getötet und sechs weitere verletzt. Das „illegale“ Boot sei in einer Seemeile Entfernung von der Küste der kubanischen Provinz Villa Clara entdeckt worden, teilte das Innenministerium in Havanna am Mittwoch mit.
Als sich das Schiff der Küstenwache dem Schnellboot genähert habe, seien von dort Schüsse abgefeuert worden. Dabei sei der Kommandant des kubanischen Schiffs verletzt worden, erklärte das kubanische Innenministerium. In dem nachfolgenden Schusswechsel seien dann auf dem Schnellboot vier Menschen getötet und sechs verletzt worden. Die Verletzten seien von dem Boot geholt worden und würden medizinisch versorgt.
Das Schnellboot ist nach Angaben des Ministeriums im US-Bundesstaat Florida registriert. Zur Identität seiner Insassen und den möglichen Gründen ihrer Fahrt vor die kubanische Küste machte das Ministerium keine Angaben.
Spannungen zwischen den USA und Kuba
Der Vorfall ereignete sich inmitten verschärfter Spannungen zwischen den USA und Kuba. US-Präsident Donald Trump hatte nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar bei einem US-Militäreinsatz die Öllieferungen Venezuelas an Kuba unterbinden lassen. Staaten, die Erdöl an den Karibikstaat liefern, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen.
Die Ölblockade hat die Wirtschaftskrise in dem kommunistisch regierten Karibikstaat verschärft. Die kubanische Regierung ordnete drastische Energiesparmaßnahmen an, unter anderem wurden der Schulunterricht sowie der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt und Arbeitszeiten reduziert. Am Mittwoch teile das US-Finanzministerium dann jedoch mit, dass die Beschränkungen für venezolanischen Ölexporte nach Kuba gelockert würden. (afp)

