In öffentlichen GebäudenMehrheit in Deutschland für kostenlose Periodenartikel

Pilotprojekt in Deutschland: Damenbinden und Tampons liegen in einer Toilette an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. (Archivbild)
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Berlin – Seit dem 15. August bietet Schottland als erstes europäisches Land kostenlos Periodenprodukte an – und auch in Deutschland findet sich dafür offenbar eine Mehrheit. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprachen sich 66 Prozent der Befragten dafür aus, Menstruierenden etwa in Gemeindezentren oder Apotheken einen unentgeltlichen Zugang zu Artikeln wie Tampons oder Binden zu ermöglichen. 18 Prozent lehnen dies ab, 16 Prozent der Befragten machten keine Angabe.
In der App „PickupMyPeriod“ nach einer der über 1.000 Sammelstellen suchen und am nächstgelegenen Abholort die benötigten Periodenprodukte kostenlos abholen – so einfach soll das Modell seit Montag in Schottland funktionieren, teilte das Ministerium für soziale Gerechtigkeit am Sonntag mit. Die Regierung hat alle öffentlichen Gebäude im Land gesetzlich zur Ausgabe von kostenlosen Menstruationsartikeln verpflichtet.
„Zugang zu kostenlosen Periodenprodukten ist von grundlegender Bedeutung für Gleichheit und Würde“
„Der Zugang zu kostenlosen Periodenprodukten ist von grundlegender Bedeutung für Gleichheit und Würde“, erklärt die schottische Ministerin für soziale Gerechtigkeit, Shona Robison, in einer Mitteilung. Denn Periodenprodukte sind teuer. Eine britische Studie hat 2015 ergeben, dass Frauen jährlich ca. 550 Euro für ihre Periode ausgeben. Dem wirkt die schottische Regierung nun entgegen. „Wir sind stolz darauf, die erste nationale Regierung der Welt zu sein, die solche Maßnahmen ergreift.“
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In der Bundesrepublik ist eine flächendeckende Versorgung mit kostenlosen Periodenprodukten bisher nicht geplant, wird aber immer wieder gefordert. Es gibt jedoch bereits jetzt einzelne Pilotprojekte an Schulen und Universitäten in Deutschland.
Höchste Zustimmungswerte bei Anhängern von Grünen und SPD
Die Umfrageergebnisse untermauern den Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nun zusätzlich. Der Umfrage zufolge befürworten Frauen eine solche Regelung mit 72 Prozent häufiger als Männer mit 61 Prozent. Am höchsten war die Zustimmung unter Anhängerinnen und Anhängern der Grünen und der SPD (jeweils 76 Prozent), mit 52 Prozent am geringsten bei Anhängerinnen und Anhängern der AfD.
Insgesamt 1699 Personen in Deutschland ab 18 Jahren wurden von „YouGov“ befragt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. (das/dpa)


