Melania Trump soll als erste First Lady überhaupt eine Sitzung leiten – ohne diplomatische Qualifikation. Scharfe Kritik wird laut.
„Klare Botschaft an die Welt“Melania Trump soll UN-Sitzung leiten – Kritik an „Theater des Absurden“
Die First Lady der USA, Melania Trump, soll am Montag eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York leiten. Die Sitzung des mächtigsten UN-Gremiums soll um 15 Uhr Ortszeit (21 Uhr MEZ) beginnen und unter dem Thema „Kinder, Technologie und Bildung in Konfliktsituationen“ laufen, wie das Weiße Haus mitteilte.
Der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres nannte den Schritt „ein Zeichen dafür, welche Bedeutung die Vereinigten Staaten dem Sicherheitsrat und dem vorliegenden Thema beimessen“. Melania Trump werde als erste First Lady überhaupt eine Sitzung leiten.
US-Präsident Donald Trump eigentlich ein Kritiker der UN
Die USA übernehmen turnusmäßig im März den Vorsitz im wichtigsten UN-Gremium, was auch die Leitung der Treffen beinhaltet. Üblicherweise führen UN-Botschafter oder Regierungsvertreter durch die Sitzungen des 15-köpfigen Gremiums.
Der Auftritt erfolgt vor dem Hintergrund eines angespannten Verhältnisses zwischen der Regierung von Präsident Donald Trump und den Vereinten Nationen. Nach UN-Angaben schulden die USA der Organisation noch Milliarden Dollar.

First Lady Melania Trump und US-Präsident Donald Trump sitzen in ihrem Wagen vor dem Weißen Haus. (Archivbild)
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Zugleich hatte Trump die Organisation wiederholt als „ineffektiv“ kritisiert, die USA aus mehreren UN-Einrichtungen und internationalen Abkommen zurückgezogen und zuletzt eigene Initiativen wie das „Board of Peace“ („Friedensrat“) vorgestellt.
Melania Trump leitet UN-Sitzung: Scharfe Kritik von Ex-US-Botschafter
Dass mit Melania Trump nun die First Lady und keine professionelle Diplomatin die Sitzung des UN-Sicherheitsrats leiten soll, hatte bereits im Vorfeld für mitunter scharfe Kritik gesorgt.
„Gerade als man dachte, sie könnten professionelle, karriereorientierte US-Diplomaten, die amerikanische Diplomatie oder internationale Organisationen nicht noch mehr missachten – inszenieren sie dieses groteske Theater des Absurden“, schrieb etwa der ehemalige US-Botschafter in Jamaika, Luis Moreno, auf der Plattform X.
Melania Trump leitet UN-Sitzung ohne Qualifikationen
Auch in der britischen Zeitung „The Guardian“ wurde scharfe Kritik an den Plänen der First Lady laut. Melania Trump habe keine relevante Qualifikation, die sie dafür geeignet erscheinen ließe, eine UN-Sitzung zu leiten, schrieb Kolumnistin Arwa Mahdawi dort.
Die Zugehörigkeit zur Familie Trump reiche offenbar mittlerweile aus, um die Leitung des Sicherheitsrats kurzzeitig zu übernehmen, hieß es weiter.„Melania dem Sicherheitsrat aufzudrängen, sendet eine klare Botschaft an die Welt, wie ernst die Trump-Regierung die UN nimmt“, kritisierte die „Guardian“-Kolumnistin und sprach von einem absurden Fall von Nepotismus. (das/dpa)
