Am Sonntag ist auch in NRW eine lange Reihe von Militärfahrzeugen unterwegs. Dabei gilt es einiges zu beachten.
180 FahrzeugeMilitärkonvoi rollt auch durch NRW – Was Autofahrer wissen müssen

Eine Kolonne mit Fahrzeugen der Bundeswehr und schwer bewaffneten Soldaten fährt über die Autobahn A2 im Norden von Hannover (Archivbild).
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Ein großer Konvoi der Bundeswehr ist am Sonntag (8. Februar) auf Autobahnen und Bundesstraßen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt unterwegs. Die rund 180 Fahrzeuge bewegen sich in neun Gruppen zu je etwa 20 Fahrzeugen auf der ungefähr 350 Kilometer langen Strecke, teilte die Bundeswehr mit.
Das Operative Führungskommando gibt folgende Hinweise an Autofahrer: Die Fahrzeuge einer Kolonne gelten im Straßenverkehr als ein Verkehrsteilnehmer. Daher sollten andere Verkehrsteilnehmer erhöhte Aufmerksamkeit zeigen und möglichst große Abstände zu den Fahrzeuggruppen einhalten. Aus Sicherheitsgründen sollte nicht zwischen die einzelnen Fahrzeuge der bis zu einem Kilometer langen, relativ langsamen Marschkolonnen gefahren werden. Wenn überholt wird, dann möglichst in einem Zug.
Falls es sich einmal nicht verhindern lässt und man zwischen die Konvoi-Fahrzeuge gerät, sollte man die Gruppe möglichst bald wieder verlassen. Die Fahrzeuge tragen zur Erkennung eine blaue Flagge vorne auf der Fahrerseite. Zur Markierung des Endes trägt das letzte Fahrzeug eine grüne Flagge.
Konvoi der Bundeswehr rollt in Richtung Sachsen-Anhalt
Unter dem entsprechenden Facebook-Post der Bundeswehr sammeln sich viele Kommentare. Teilweise handelt es sich um kritische Stimmen, aber es gibt auch viel Zustimmung zur Bundeswehr und ihren Aufgaben. Einige User schreiben auch einfach von einem „beeindruckenden und spannenden Schauspiel“, denn Konvois solcher Größenordnung sind selten zu sehen.
Die genaue Fahrtstrecke des Konvois werde aus Gründen der militärischen Sicherheit im Vorfeld nicht bekanntgegeben, erklärte die Bundeswehr. Hintergrund sei aber die Verlegung des Aufklärungsbataillons 7 der Panzerbrigade 21.
Wie die „Braunschweiger Zeitung“ berichtet, hat das Aufklärungsbataillon 7 seinen Sitz in der Westfalen-Kaserne in Ahlen im westfälischen Münsterland. Von dort aus fahren die Soldatinnen und Soldaten in Richtung Sachsen-Anhalt zum Gefechtsübungszentrum Heer nördlich von Magdeburg. Auch eine Sprecherin der Bundeswehr bestätigt, dass das Aufklärungsbataillon zu einer Übung unterwegs ist.
Soldaten aus Ahlen waren bereits an der Nato-Ostflanke in Litauen
Der Konvoi ist Teil des Clusters „Quadriga“, das von Februar bis März 2026 in Deutschland und Litauen stattfindet. Es soll der Verteidigungsfall geprobt werden, indem „Mittlere Kräfte“ schnell verlegt werden. Bei diesen handelt es sich um „radbewegliche, hochmobile Verbände“, die ohne lange Vorbereitungszeit im gesamten europäischen Operationsraum verlegbar sein sollen.
Das Aufklärungsbataillon 7 besteht aus rund 1100 Soldaten in fünf Kompanien und ist seit 2016 in Aalen stationiert. Mehrere hundert Kräfte aus Ahlen waren bereits an Übungen an der Nato-Ostflanke in Litauen beteiligt. Das Aufklärungsbataillon 7 hat laut Bundeswehr den Auftrag, „am Boden Spähaufklärung und in der Luft unbemannte abbildende Aufklärung zu betreiben.“ (mit dpa)

