Strategiewechsel bei der Nato: Für die neue Awacs-Flotte setzt das Bündnis nicht mehr auf US-Jets, sondern auf Bombardier.
Nato-Deal ohne die USANeue Aufklärer für Geilenkirchen kommen von Bombardier

Die derzeitigen Awacs-Flugzeuge der Nato sollen ab 2035 ausgetauscht werden. (Archivbild)
Copyright: Christoph Reichwein/dpa
Für die Modernisierung ihrer in Deutschland befindlichen Awacs-Aufklärungsflotte plant die Nato einen Strategiewechsel und wird zukünftig nicht mehr auf Flugzeuge aus den USA zurückgreifen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Bündnisses erfuhr, ist stattdessen die Nutzung von Maschinen des kanadischen Produzenten Bombardier vorgesehen. Diese sollen mit dem GlobalEye-System zur Aufklärung und Frühwarnung des schwedischen Unternehmens Saab ausgestattet werden.
Der Auftrag umfasst eine Stückzahl von bis zu zwölf Jets der Modelle Global 6000 oder Global 6500, deren Kosten sich auf mehrere Milliarden Euro belaufen. Eine erste Meldung dazu veröffentlichte der französische Onlinedienst „La Lettre“. Ein Sprecher der Nato lehnte eine sofortige Bestätigung oder ein Dementi dieser Angaben ab. Es wird erwartet, dass eine finale Beschlussfassung bis zum Gipfeltreffen der Allianz im Juli in Ankara erfolgt.
Ursprünglicher Plan mit US-Flugzeugen verworfen
Die ursprüngliche Absicht der Nato war die Anschaffung von amerikanischen Maschinen des Modells Boeing E-7A Wedgetail. Dieser Plan wurde jedoch verworfen, nachdem die Regierung der Vereinigten Staaten im vorigen Sommer ihren Rückzug aus dem Vorhaben bekannt gab. Die Organisation dieses milliardenschweren Projekts obliegt der Nato-Beschaffungsagentur NSPA.
Schon im vergangenen September äußerte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, dass für Deutschland nach dem vorgesehenen Ende der Awacs-Nutzung das GlobalEye-System von Saab eine Option darstelle. Es ist anzunehmen, dass Deutschland infolge des amerikanischen Ausstiegs den Hauptteil der Finanzierung tragen wird.
Aktuelle Awacs-Flotte in Geilenkirchen stationiert
Die Grundlage für das mobile Radarsystem der Allianz, bekannt als Awacs (Airborne Early Warning and Control System), bilden aktuell etwa 40 Jahre alte Maschinen des Typs Boeing 707. Der zentrale Stützpunkt für die 14 Flugzeuge umfassende Staffel ist der Nato-Flugplatz in Geilenkirchen nahe Aachen. Die Flotte war an sämtlichen bedeutenden Operationen der Nato beteiligt, darunter im Kosovokrieg sowie bei Missionen zur Terrorismusbekämpfung.
Dank ihres charakteristischen, pilzförmigen Radaraufbaus können die Awacs-Maschinen Flugobjekte aus über 400 Kilometern Distanz aufspüren und identifizieren. Die dabei gesammelten Daten lassen sich mittels Datenverbindungen fast in Echtzeit an Einheiten zu Land, zur See und in der Luft übermitteln. Gegenwärtig liegt der Haupteinsatzzweck der Flugzeuge in der Luftraumüberwachung über Osteuropa; sie fungieren zudem als mobile Kommandozentralen. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
