Die Jugendorganisation der AfD hatte sich erst vor wenigen Wochen gegründet.
„Wissen sehr genau“Reul nimmt AfD-Jugendorganisation in NRW ins Visier

Laut Herbert Reul (Archivfoto), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, liegen „gewichtige Anhaltspunkte“ für rechtsextreme Tendenzen bei der AfD-Jugendorganisation vor.
Copyright: Christoph Reichwein/dpa
Die AfD-Jugendorganisation in Nordrhein-Westfalen ist vom Landesverfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft worden. Das sagte eine Sprecherin des Landesinnenministeriums in Düsseldorf am Freitag.
Im Kern handele es sich beim NRW-Verband der Generation Deutschland (GD NRW) um die Vorgängerorganisation – nur mit neuem Namen, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU). Es bestünden „gewichtige Anhaltspunkte“ dafür, dass es sich bei der Generation Deutschland NRW de facto um eine Fortführung des Personenzusammenschlusses Junge Alternative NRW (JA NRW) handele, der sich im März 2025 formell aufgelöst hatte. Auch die Junge Alternative NRW war vom Landesverfassungsschutz 2023 als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft worden.
„Wer glaubt, mit der Generation Deutschland hätte sich was geändert, täuscht sich“, sagte Reul. „Unsere Sicherheitsbehörden wissen sehr genau, mit wem sie es zu tun haben, und lassen sich durch ein neues Label nicht vom Inhalt ablenken.“
Der nordrhein-westfälische Verband der Generation Deutschland war im Januar gegründet worden. Bei der Veranstaltung in Iserlohn sprach auch der rechtsextreme AfD-Bundesabgeordnete Matthias Helferich.
„Generation Deutschland“: Hofrath zum Vorsitzenden der AfD-Jugendorganisation gewählt
Die AfD-Jugendorganisation hatte den 26-jährigen Hofrath zum ersten Vorsitzenden gewählt. Luca Hofrath gehört zum völkischen Lager der AfD und ist dem rechtsextremen Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich aus Dortmund zugeordnet. Wie Helferich forderte auch Hofrath in der Vergangenheit wiederholt, dass die AfD offen mit Gruppen aus der rechtsextremen Szene zusammenarbeiten soll.
Der 26-Jährige war zuvor auch in der alten Jugendorganisation der AfD tätig gewesen. Die „Junge Alternative für Deutschland“ (JA) war durch den Bundesverfassungsschutz als „rechtsextremer Verdachtsfall“ eingestuft worden.
Hofrath hat Kontakte in rechtsextreme Kreise. Bei Treffen im „Institut für Staatspolitik“, einem privaten Verein, der Ideologie- und Bildungsarbeit im Sinne der „Neuen Rechten“ leistet, kam er wiederholt auch mit Personen aus der „Identitären Bewegung“ zusammen, die von der AfD eigentlich abgelehnt werden.
Matthias Helferich war bei der Gründung in Iserlohn unter Jubelrufen und Applaus auf dem Podium begrüßt worden. „Euer Auftrag ist klar: Deutschland als Land der Deutschen zu erhalten und für Millionenfache Remigration einzutreten“, sagte Helferich damals. (jv/dpa)

