Verkehrsminister Krischer startet eine Bundesratsinitiative. Es sind auch schärfere Kontrollen geplant.
BrückenschutzNRW will höhere Bußgelder für überladene Lkw – Schärfere Kontrollen geplant

Trotz Fahrverbots fahren LKW über 3,5 Tonnen über die Theodor-Heuss-Brücke in Düsseldorf. Foto: Ingo Lammert
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Es ist eine Zitterpartie, aber die Autobahn GmbH Rheinland ist optimistisch, die 700 Meter lange Wiehltalbrücke auf der A4 so zu ertüchtigen, dass sie bis zu einem Ersatzneubau bei einspuriger Verkehrsführung durchhalten wird.
Wichtige Voraussetzung dafür: Das Fahrverbot für den Schwerverkehr muss dauerhaft durchgesetzt werden. Das könnte im Notfall auch durch eine Schrankenanlage geschehen. Sie könnte frühestens im Sommer 2026 in Betrieb gehen, würde aber zu noch mehr Staus führen.
Die Probleme mit dem illegalen Schwerlastverkehr und überladenden Lkw auch an anderen maroden Brücken veranlassen die NRW-Landesregierung, am 6. März eine Initiative in den Bundesrat einzubringen: Deutlich höhere Bußgelder und moderne Kontrolltechnik sollen verhindern, dass die Schäden an den Straßenbrücken weiter zunehmen.
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Jeder Verstoß gegen die Gewichtsbeschränkungen auf unseren Brücken ist einer zu viel
„Jeder Verstoß gegen die Gewichtsbeschränkungen auf unseren Brücken ist einer zu viel. Unsere Messungen an besonders sensiblen Brücken zeigen, dass zu viele zu schwere Lkw darüberfahren, und das oft ganz bewusst“, sagt Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne), der die Initiative ergriffen hat und gemeinsam mit Innenminister Herbert Reul (CDU) vorantreibt.
„Wenn Verbote bewusst ignoriert werden, können wir nicht tatenlos zusehen“, sagt Reul. „Einige Verkehrsteilnehmer verschaffen sich auf Kosten der Allgemeinheit einen Vorteil, weil es sich im Geldbeutel lohnt. Am Ende leiden aber alle darunter, wenn Lkw vorsätzlich Brücken belasten, die erneuert werden müssen. Deshalb müssen wir jetzt nachsteuern.“

Die Wiehltalbrücke wird ständig überwacht und soll nach den Plänen der Autobahn GmbH bis zur Fertigstellung eines Neubaus einspurig befahrbar bleiben. Foto: Reiner Thies
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Das Land NRW ist für rund 6300 Brücken verantwortlich. Viele davon sind sanierungsbedürftig. Um sie bis zur Fertigstellung eines Ersatzneubaus sicher nutzen zu können, gelten für einzelne Bauwerke wie die Kardinal-Frings-Brücke in Düsseldorf oder die Uerdinger Brücke zwischen Duisburg und Krefeld Gewichtsbeschränkungen. Messungen zeigen jedoch, dass Achslasten und Gesamtgewichte von Lkw immer wieder überschritten werden – sowohl bei regulären Transporten als auch bei genehmigungspflichtigen Großraum- und Schwertransporten.
„Damit werden Brücken vorzeitig kaputtgefahren, und das können wir nicht hinnehmen. Die aktuellen Strafen für Lkw, die Verbote ignorieren, liegen teilweise unter 100 Euro“, so Verkehrsminister Krischer. Die derzeit niedrigen Bußgelder setzen nach Ansicht der Landesregierung die falschen Anreize, die dazu führen, dass Unternehmen Umwege oder zusätzliche Fahrten vermeiden, indem sie bewusst gegen Beschränkungen verstoßen.
Bei höheren Strafen soll es nicht bleiben. Neben den Kontrollen durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität sollen moderne automatisierte Systeme eingesetzt werden. So werden an der Kardinal-Frings-Brücke über den Rhein in Düsseldorf und an der Uerdinger Brücke in Krefeld Messstellen für die Achslast eingesetzt. An der Theodor-Heuss-Brücke in Düsseldorf sollen in Kürze Silhouetten-Blitzer den Nachweis erbringen, welche Fahrzeuge deutlich schwerer als die dort erlaubten 7,5 Tonnen sind.

