Ein Litauer soll in Minden Militärtransporte ausspioniert haben. Die Ermittler vermuten einen Auftrag aus Russland.
Spionage am BahnhofMann soll Militärtransporte in Minden ausspioniert haben

Wegen einer Kamera am Bahnhof Minden ermittelt die Polizei wegen «Agententätigkeit zu Sabotagezwecken». (Symbolbild)
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Ein 43-jähriger Litauer steht im Fokus von Ermittlungen, da er am Bahnhof in Minden, Ostwestfalen, gezielt Daten über militärische Transporte gesammelt haben soll. Polizei und Staatsanwaltschaft gaben bekannt, dass der Vorwurf auf „Agententätigkeit zu Sabotagezwecken“ lautet.
Auslöser der Untersuchung war der Fund einer Kamera im September 2025. Diese war in rund fünf Metern Höhe an einem Lichtmast am Bahnhof befestigt. Die Ermittler teilten dazu mit: „Dabei war der Standort der Kamera so gewählt, dass neben dem Personenverkehr grundsätzlich auch Gleise des Güterverkehrs von der Kamera erfasst werden konnten“.
Durchsuchungen in Ostwestfalen-Lippe
Die Nähe zu einer militärischen Einrichtung verleiht dem Fall Brisanz: Unweit des Bahnhofs ist das deutsch-britische Pionierbrückenbataillon stationiert. Die Ermittler halten es für möglich, „dass die Installation der Kamera auch den Zweck verfolgte, hierüber Informationen zu erlangen“. Der Staatsschutz der Bielefelder Polizei konnte bisher jedoch „keine Hinweise zu den Hintergründen und etwaigen Auftraggebern“ ermitteln.
Infolge intensiver Nachforschungen fanden am Dienstagmorgen Razzien an zwei Standorten in Detmold und Bad Salzuflen statt. Der 43-jährige Verdächtige hat seinen Wohnsitz in Detmold. Die Behörden machten keine weiteren Angaben und ließen offen, ob der Mann angetroffen und in Gewahrsam genommen wurde.
Medienberichte: Spionierte der Mann für Russland?
Die Sender WDR und NDR hatten als erste über den Fall berichtet. Ihren Recherchen zufolge verfolgen die Ermittler die Spur, dass der Litauer im Auftrag Russlands gehandelt haben könnte. Demnach war die Kamera technisch in der Lage, mittels einer SIM-Karte Live-Bilder zu senden und verfügte über eine Nachtsichtfunktion.
Die Ausrichtung des Geräts zielte laut den Berichten exakt auf den Rangierbereich, der auch für die Abwicklung von Militärtransporten genutzt wird. Das nahegelegene Pionierbrückenbataillon 130 hat nach Angaben der Bundeswehr die Aufgabe, Wasserhindernisse zu überbrücken und Barrieren zu räumen. Dies soll gewährleisten, dass die Bewegungsfreiheit der eigenen Streitkräfte im Kampfgeschehen erhalten bleibt. (dpa/red)
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