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UkrainekriegTrump stellt Ukraine und Russland neue Deadline – ohne Aussicht auf Erfolg

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Bewohner eines Gebäudes in Kramatorsk, das in der Nacht zuvor von einem russischen Luftangriff getroffen wurde, werfen zerbrochene Fensterscheiben von ihrem Balkon. .

Bewohner eines Gebäudes in Kramatorsk, das in der Nacht zuvor von einem russischen Luftangriff getroffen wurde, werfen zerbrochene Fensterscheiben von ihrem Balkon.

Bis Juni sollen Russland und die Ukraine sich auf ein Kriegsende geeinigt haben, meinen die USA.

Und schon wieder gibt es eine neue Frist: Die US-Regierung will laut Aussagen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, dass sich Russland und die Ukraine bis Juni auf ein Kriegsende einigen. Das wäre ja mal was – das Ende des fürchterlichen Grauens rückte zumindest in Aussicht. Doch wie viel lässt sich darauf geben, was US-Präsident Donald Trump will?

Zur Erinnerung: Vor seiner zweiten Amtseinführung erklärte Trump mehrfach, er könne den Krieg in der Ukraine binnen 24 Stunden beenden. Später war dann von 100 Tagen die Rede. Es folgte massiver Druck auf die Ukraine, dann wieder Druck auf Russland. Mal sah es so aus, als stellten die USA ihre Unterstützung für das angegriffene Land vollständig ein, dann sendete Trump doch wieder Signale, die in Kiew für etwas Hoffnung sorgten. Diesem Präsidenten ist nicht zu trauen. Das gilt für viele Bereiche der Weltpolitik, ganz besonders aber für dessen Rolle bei der Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

Diktatfrieden und Selbstaufgabe können keine Option sein

Wenn sich Vertreter Russlands und der Ukraine nun in den USA zu Gesprächen treffen, ist das zwar ein gutes Zeichen. Doch das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Kreml kein Interesse an Frieden hat. Diese Tatsache beweist er mit jedem Angriff auf zivile Ziele in der Ukraine auf ein Neues. Erst am Wochenende bombardierte Russland wieder die ukrainische Energieinfrastruktur.

Was der Ukraine helfen würde? Echter Druck der USA. Da auf Trump aber kein Verlass ist, bleibt vor allem Europa gefragt. Die Unterstützung der Ukraine darf nicht schwinden. Und der Druck der EU auf Russland und dessen Verbündete darf auf keinen Fall nachlassen, er muss eher noch intensiviert werden. Denn ein Diktatfrieden, der die Ukraine zur Selbstaufgabe zwingt, kann weder bis Juni noch danach eine Option sein.